Der Podcast, der die Woche neu verhandelt
00:00:03: Herzlich Willkommen zu Folge dreieinundachtundneunzig.
00:00:06: Soweit sind wir schon des FAZ Einspruch Podcasts, unseres Podcasts zur Recht Justiz und Prodikt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
00:00:14: heute ist der fünffzende Juli zwei tausend sechsundzwanzig.
00:00:18: ich bin Reinhard Müller und mir im Studium gegenüber sitzt wie so oft mein Kollege Finn Hohenschwert.
00:00:23: hallo Herr Hohenschwert.
00:00:24: Hallo Herr Müller.
00:00:25: Wir haben eine besondere Folge und wir kündigen besondere Folgen an, denn in der sogenannten parlamentarischen Sommerpause die ja auch auf dem Prüfstand steht machen wie ein Special.
00:00:35: Eine mehrwöchige Pause nicht habe ich früher gemacht sondern einen Special Nämlich zu was, Herr Wunschwert?
00:00:42: Jetzt um den Spannungsbogen aufzubauen.
00:00:45: Wobei?
00:00:45: fairerweise haben wir es in der letzten Folge schon so ein bisschen angeteasert, was wir mit unseren Hörerinnen und Hörern in den nächsten sieben Wochen vorhaben.
00:00:53: Aber im Alter vergisst man auch viel, wo ja noch relativ jung sind!
00:00:57: Das stimmt.
00:00:58: Wir haben uns vorgenommen, dass wir in den nächsten sieben Folgen, sieben ganz typische Berufsfelder vorstellen möchten, in denen Juristen so alles arbeiten.
00:01:06: Also wir denken da an Richter und Staatsanwälte aber auch an den Großkanzlei Anwalt, an den sogenannten Einzelkämpfer bis hin zum Verwaltungsjuristen.
00:01:14: also ein ganz bunter Blumenstrauß an möglichen Jobs die eben Juristen machen können.
00:01:18: man sagt ja immer so im Volksmund Juristen werden überall gebraucht.
00:01:21: wir gucken uns an wo genau?
00:01:26: Also warum machen wir das?
00:01:27: Wen könnte das interessieren, dass in einerseits natürlich viele junge angehende Juristinnen und Juristen die vielleicht noch nicht genau wissen was sie später mal machen möchten.
00:01:36: Und so ein bisschen Inspiration bekommen.
00:01:39: auf der anderen Seite dürften aber auch alle auf ihre Kosten kommen Die schon einen Job haben die schon im Berufsleben angekommen sind Aber sich einfach so dafür interessieren Was Juristen in anderen Berufsfeldern zu treiben.
00:01:52: Und das alles natürlich von dem Hintergrund eines
00:01:54: Grund
00:01:55: legenden Wandels der Berufswelt, künstliche Intelligenz ist in aller Munde und viele fragen sich wozu noch Jura?
00:02:01: Wozu noch andere Fächer.
00:02:03: Aber davon ist eben auch der Juristenberuf nicht ganz verschont.
00:02:06: umso wichtiger dass wir das hier nochmal ventilieren können.
00:02:10: Das wird eine sehr spannende Reihe.
00:02:11: und zum Auftakt Haus intern.
00:02:13: geradezu incestuous haben wir mit Korinna Budas gesprochen die zu den Pionieren des Einspruchspodcast gehört aber eben auch Juristin ist.
00:02:24: Anfangs und immer wieder auch zu wirtschaftsrechtlichen Themen, zur rechtspolitischen Themen sich äußert.
00:02:32: Und wir stellen die üblichen Fragen.
00:02:34: also ein sehr spannendes Gespräch mit unserer Wirtschaftshauptstadtkurs in Corona-Bruders.
00:02:39: Aber wir beschränken das jetzt nicht auf die Redaktion sondern haben auch jemand aus dem Verlag!
00:02:44: So sieht's aus denn Wir Journalisten könnten unseren Job nicht machen zumindest nicht annähernd so gut wenn wir nicht wüssten dass es da im Hintergrund jemanden gibt der uns den Rücken frei hält.
00:02:54: Die Rede ist von der Rechtsabteilung, vom Justizjariat.
00:02:57: hier bei der FAZ bzw.
00:02:59: alle anderen großen Medienhäuser haben ja auch eine eigene Rechtsabteilung und die ist natürlich auch vollgepackt mit höchstkompetenten Juristinnen und Juristen, die eben dafür sorgen dass wir Journalisten auch über das schreiben können, über das wir schreiben wollen.
00:03:16: Und ich habe unseren hauseigenen Justizjahr-Themen Winterling in den Podcast eingeladen.
00:03:22: Er ist Fachanwalt für Urheber und Medienrecht, der erzählt uns so ein bisschen wie er hier zur FAZ gekommen ist und was man eigentlich den ganzen Tag in der Rechtsabteilung eines großen Medienhauses macht.
00:03:32: Wobei man sagen muss kleiner Spoiler unsere Rechtsabteilungen sind nicht ganz so vollgepackt wie die anderen Häuser.
00:03:37: wir geben zwar auch Sachen heraus aber wir haben nicht ganz viele Gegenderstellungsbegehren Unterlassungsansprüche gegen uns Weil das eben auch vielleicht am Suge liegt an der Anstaftigkeit unseres Tunes und der Qualität an unserer Arbeit natürlich.
00:03:52: Ja, ich kann schon mal ankündigen eine spannende Veranstaltung findet am zehnten September statt nämlich aus Anlass unserer vierhundertsten Einspruch.
00:03:59: Podcastfolge ist der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Stefan Habert auch aus Anlas von seventy fünf Jahre Bundesverfaßungsgericht bei uns im Haus im FHZ Tower Und dazu verlosen wir zehn Tickets.
00:04:13: So sieht's aus, Sie können gerne daran teilnehmen.
00:04:15: um das zu tun müssen sie nicht mehr machen als uns ein Screenshot zu schicken mit Ihrem FAZ Premium-Abo und Ihrem Kundenkonto und zwar an redaktioneinspruchatfaz.de.
00:04:27: Ihr Abo muss natürlich auch zum Zeitpunkt des Live-Podcasts im September aktiv sein.
00:04:31: Das versteht sich denke ich von selbst Und mit etwas Glück sehen wir uns dann hier Im September im FAZ Tower in Frankfurt.
00:04:38: im Anschluss an den Podcast wird es dann auch noch die Möglichkeit geben, bei Häppchen und Wein ein bisschen ins Gespräch zu kommen.
00:04:48: Herzlich willkommen Corinna Budras, alte Veteranin des Einspruch-Podcasts auch und
00:04:54: ständige ... Gründungsmitglieder
00:04:55: genau!
00:04:55: Genau.
00:04:56: Und auch Podcasterin für Deutschland.
00:04:59: Heute reden wir im Rahmen unseres Summer Special über warum eigentlich noch Jura?
00:05:04: was treibt Leute an oder was sollte sie antreiben in diesen Zeiten sich dem Recht zu widmen?
00:05:11: Korinna, warum hast du eigentlich Jura studiert?
00:05:13: Ja also ich muss wirklich ganz trivial anfangen.
00:05:16: Es waren tatsächlich Anwaltsserien die mich dazu gebracht haben Madlock damals und Anwalz Diebling glaube ich Manfred
00:05:25: Krug.
00:05:26: Ja, Jüngeren hören und hören gar nicht mehr dran erinnern.
00:05:29: Aber das war schon der Reiz.
00:05:31: was passiert wenn auf einmal in einer Kanzlei die Staatsanwaltschaft oder die Polizei vor der Tür steht und eine Haustür sucht macht?
00:05:39: Und wie lässig man dann sagen kann zeigen sie doch mal ihren Durchsuchungsbefehl usw.
00:05:45: Also man ist dem Staat nicht hilflos ausgeliefert.
00:05:50: Tatsächlich meine Mutter wollte auch immer Jura studieren.
00:05:53: Konnte sie nicht, war noch die Generation wo die Frauen selten Abitur gemacht haben.
00:05:58: Stattdessen wurde sie dann schmarspurrecht zu anwälteln.
00:06:01: Nämlich Rentenberaterin und durfte dann irgendwann auch vor Gericht auftreten und das hat sie immer mit stolz erfüllt.
00:06:07: also insofern war das in der Tat schon familiar irgendwie vor
00:06:11: Aber sonst nicht weiter, keine irgendwelche in der größeren weiteren Verwandtschaft.
00:06:15: Nee
00:06:15: wir sind keine Juristendynastie!
00:06:17: Ja
00:06:18: bei uns genau so null.
00:06:19: Interessant und... Das hat sich dann nach dem Abi verfestigt, weil in der Schule lernt man ja kein Jura.
00:06:25: D.h.,
00:06:25: du musst irgendwie eine Begabung feststellen oder man macht es einfach so als Allround-Studium?
00:06:31: Bei mir kam auch noch der Wunsch dazu, Journalisten zu werden und da fügte sich beides wirklich ganz wunderbar, weil ich
00:06:39: damals – das
00:06:39: ist in der Tat auch schon ein Weilchen her
00:06:41: –
00:06:42: einen Zwei-Dekaden, wo aber auch damals schon eine sehr kluge Brustberaterin mir mitgeteilt hat, wenn ich Journalistin werden will dann wäre es total klug.
00:06:55: Wenn ich erstmal was ordentlich studiere und man natürlich kann man Publizistik studieren und Journalismus da gibt's inzwischen auch wirklich ganz tolle Studiengänge.
00:07:05: aber das war damals erstens noch nicht so und zweitens war auch finde ich der ganze hilfreich hier.
00:07:10: Hinweis dass man erstmal weiß worüber man schreiben soll und dann ist das Schreiben selbst Handwerk und Talent.
00:07:17: Das heißt, der Wunsch schon ist zu werden war mindestens genauso
00:07:20: früh da.
00:07:21: Genau und dann habe ich beides vereint, hab was ordentliches studiert... ...und dann hab' ich Journalistenschule noch oben drauf gesattet und dann bin ich in den Journalismus gegangen damit.
00:07:34: Und war das schwer am Anfang?
00:07:35: Wenn man jetzt gar keine Hilfe, also ich hatte ein paar Kommunitoren gehabt die hatten halt Eltern, die waren anders als meine Juristen Da hat man ein bisschen einen Gespür dafür zum Beispiel.
00:07:45: Das wusste eigentlich meinen Vater auch, obwohl er kein Jurist war.
00:07:47: voll befriedigend ist nicht eine schwache Dreie, sondern... Aber auch so Sachen wo man vielleicht mal fragen kann das habe man ja alles nicht wenn man aus dem Elternhaus kommt, dass sie halt völlig neuer Stoff eigentlich selbst trakt und es ist etwas was man nicht im Leistungskurs hatte.
00:08:00: Also war das irgendwie am Anfang?
00:08:02: Ja ich fand's glaube ich wirklich sehr hart also sehr anders.
00:08:08: Das habe ich sozusagen auch dem Studium immer vorgeworfen, dass die quasi die ganze Großartigkeit dieser Materie nicht vermitteln und zwar wirklich so gut wie nie.
00:08:18: Also man hat ein paar Professoren, die ja dann Chorephäen waren, die das mit großem Engagement gemacht haben.
00:08:25: aber sozusagen wir sehr uns recht.
00:08:27: unser Leben formt also tägliche Leben, die Gesetzgebung hier in Berlin zum Beispiel Unser, das Strafrecht natürlich die Leute fasziniert.
00:08:38: Also nicht umsonst sind denn die ganzen Touka im Podcast ganz vorne mit dabei?
00:08:43: Also rechts schärft unser Leben gibt dem Ganzen Würze und das finde ich wurde im Studium nie deutlich.
00:08:50: also man muss sich wirklich sehr stark Man muss intrinsisch motiviert sein und darf nie quasi das Licht am Ende des Tunnels aus dem Auge verlieren.
00:09:01: Und wie hat dir das Jurastudium dann bei den Stationen, die du ja vor der FAZ schon hattest geholfen?
00:09:06: Oder war es dann erst richtig voll aufgeblüht in der Wirtschaftsredaktion, oder kann man schon sagen das war immer richtig und nützlich
00:09:15: was ordentliches
00:09:16: gemacht zu haben.
00:09:17: Ja es war nie verkehrt.
00:09:18: ich habe ja danach die Journalisten Schule.
00:09:21: das war wirklich sehr schön.
00:09:22: zwar Anfang des Jahrtausends bin ich ja fertig geworden und gleich in die erste Medienkrisen reingerutscht.
00:09:29: Also als zum ersten Mal, die FHZ
00:09:32: z.B.,
00:09:32: auch die Süddeutel Leute rausgeschmissen hat oder betriebsbedingend gekündigt hat natürlich auch schweren Herzens.
00:09:39: Und dann stand ich da mit meinen tollen Abschüssen und konnte damit nicht viel anfangen.
00:09:44: Dann habe ich mich in den amerikanischen Journalismus gerettet nämlich zu Bloomberg.
00:09:49: Da wurde ich innerhalb von wenigen Monaten legal eagle Also zuständig für die Rechtsberichterstattung, weil sie das auch Händeringen gesucht haben.
00:10:00: Man war ja natürlich eine lustige Station in meinem Leben, weil ich ja quasi Außernskorrespondentin war im eigenen Land.
00:10:07: Ich habe sozusagen für die amerikanischen Medien geschrieben oder auch die amerikanischen Kunden, die Bloomberg so hat und hab über Gerichtsverfahren in Deutschland geschrieben.
00:10:19: Zum Beispiel den Mannesmann-Prozess, wo zum ersten Mal der Chef der Deutschen Bank einfach monatelang vor Gericht saß auf der Anklagebank und das fand die natürlich total skurril und auch faszinierend.
00:10:30: Und braucht einer definitiv jemanden, der sich auskennt – und das ist heutzutage immer noch so, ne?
00:10:39: Das ist keine Materie, wo man sich sehr schnell reinarbeitet als Journalistin oder als Journaliste.
00:10:47: Aber auch die Art zu denken, wenn man feststrukturiert argumentativ.
00:10:53: Also es ist weil man ja immer quasi die Gegenargumentation mitdenken muss.
00:10:57: also der Gutachtenstil den wir so gelernt haben wo man immer für und wieder ist eigentlich echt gesagt finde ich auch ein tolles tollen Ansatz.
00:11:07: Du machst ja jetzt auch nicht nur recht in der Wirtschaft, sondern so eine solche Bahn.
00:11:10: Also knallharte Wirtschaftssachen ist das manchmal dann auch schwierig?
00:11:14: Wenn man nicht VWLBWR gemacht hat oder wird das durchaus aufgefangen also dass man manche Sachen zwar vielleicht nicht weiß aber andere dann eben schon
00:11:23: durch Jura... Ja es müssen natürlich dann die Kollegen sagen ob sie da harte Defizite ... Ich skaff hier immer
00:11:28: mit einer Hankfahrt Theologe oder ist Theologee?
00:11:31: Das war ja gar selber wieder, aber man isst in der Minderheit eigentlich
00:11:34: oder?!
00:11:35: Ja, richtig.
00:11:37: Genau also vor allen Dingen weil ich mich ja so ein bisschen auch von der Rechtsberichterstattung entfernt habe und also kann mir gut vorstellen Ich meine nun sind viele Studiengänge nützlich.
00:11:48: Also Volkswirtschaft natürlich auch.
00:11:51: da würde ich in der Tat sagen Da hink ich vielleicht in der einen oder anderen Argumentation mal hinterher, aber dann wiederum wird man ja auch von den Kollegen in der Wirtschaftsredaktion so geschult.
00:12:04: Dass man sozusagen Learning by Doing auch viel volkswirtschaftliches und betriebswirtschaftliches wissen.
00:12:11: Dann all hoffen kann, aber ich würde auch sagen... Das ist ja zum Beispiel auch das Schöne bei der Bahn, dass es auch noch Kollegen in den Firmen gibt die sich dann um die harten Kennzahlen sozusagen kümmern und ich brauche vor allen Dingen diesen dem politischen Blick drauf.
00:12:26: Und das große Thema war es ja auch Juristenmitteil zu sehr heute anders als früher KI Die Frage welche Stellen also nicht nur bei Juristen natürlich generell wird unserer Berufe noch eine Zukunft haben.
00:12:40: wie siehst du das von dem Hintergrund der Juristenausbildung?
00:12:43: braucht man noch Juristen.
00:12:45: Ja, ich kann mir das gar nicht anders vorstellen oder?
00:12:48: Wie würdest du das sagen?
00:12:49: Klar also weil ich genau aus dem Grunde man muss strukturiert denken können auch
00:12:53: um
00:12:54: die KI zu überwachen und so weiter klar.
00:12:56: aber man merkt ja schon und ich würde sogar sagen wir werden auch am meisten gebraucht ist vielleicht eine Arroganz des Juristen aber es haben ja viele... Also man fühlt sich bestätigt wenn die jüngere Generationen auch weiterhin Jura studiert.
00:13:10: Genau, aber das ist ja schon so eine Frage die viel beschäftigt jetzt die Justiz beschäftigt, die Unternehmen beschäftigt ganz leiden beschäftigt.
00:13:16: Es gibt halt wirklich genau einschlagenes Argument dafür dass das Juristen über lange lange Zeit also eigentlich gar nicht wegzudenken sind im Schicht und greifen weil es immer diesen Beratungsbedarf gibt.
00:13:30: Also
00:13:31: zwei individuelle Berater.
00:13:32: Individuelle egal ob das sozusagen der kleine Straftäter ist oder der große Konzernchef.
00:13:41: Ich meine, ich habe das gerade auch bei den großen Strafverfahren gesehen.
00:13:45: Also selbst Konzertschefs werden ja vor Gericht ganz klein und da geht es nicht darum, denen zu erklären wo die jetzt genau, wo die Strafbarkeit liegt der Tatbestand erfüllt ist oder wie man dabei im Vorsatz argumentieren will, sondern die brauchen echte Lebenshilfe vor Gericht.
00:14:03: Wie benimmt man sich?
00:14:04: Was sagt man?
00:14:06: Wann ist es klug den Mund zu halten und wann sollte man sich äußern?
00:14:10: Ich glaube da ist ganz viel psychotherapeutische Hilfe dabei oder auch bei Unfällen.
00:14:20: Autounfällen und selbst wenn es nur ein Blechschaden ist aber sind die Leute erst mal durch einen Wind Und dann ist es gut, wenn du einen Anwalt hast oder eine Anwältin die dich ein bisschen an der Hand nimmt.
00:14:31: Die das erklärt wie die Abläufe so sind was jetzt klug ist taktisch wie man da vorgehen kann.
00:14:40: also ich finde da gibt's unendlich viele Situationen wo die Leute noch unabdingbar sind und dass jetzt irgendwie die KI durch Akten geht.
00:14:49: Das finde ich ja also mehr als erfreulich, ne?
00:14:52: Also diese ganzen... Wir machen
00:14:53: Verfahren oder...?
00:14:54: Total.
00:14:54: Also machen wir vorhin... ...brauche ich ja wirklich kein
00:14:56: Bildschirm.
00:14:57: Oder diese ganz komplexen Suche, die früher vielleicht hoch bezahlt ist, so was sie jetzt gemacht haben.
00:15:01: Ja.
00:15:01: Nach Begriffen oder nach bestimmten
00:15:03: Problemen.
00:15:03: Total!
00:15:04: Genau, also das war eine reizvolle Aufgabe.
00:15:07: Und wenn das jetzt die KI erledigt ist ja auch nicht schlimm und umgekehrt.
00:15:11: Also wenn Anwälte die einsetzen, um ihre Schriftzätze zu machen und die dann immer länger werden und immer umfangreicher und ehrlich gesagt auch immer langweiliger?
00:15:19: Dann brauchst du natürlich auf der anderen Seite eine KI, die das genauso intensiv analysiert.
00:15:25: aber schließlich braucht es ja immer noch die Anwältel, die vor Gericht streiten oder die Richterin dann letztendlich entscheidet.
00:15:33: Das
00:15:33: heißt, wenn junge Leute jetzt kommen, ob aus dem eigenen Stall oder nicht und sagen, was soll ich studieren?
00:15:39: Würdest du weiterhin unangeschränkt sagen, wenn sie irgendwie den Themen dafür haben natürlich...
00:15:45: würde ich total sagen!
00:15:46: Und zwar übrigens auch weil es klingt immer so ein bisschen pathetisch aber weil es auch Lebenshilfe ist.
00:15:53: Also ich finde das eigentlich Harnbüchen, dass das nicht in der Schule auch schon gelehrt wird aber sozusagen die wenigsten Mitarbeiterahnung von ihren Rechten und Pflichten als Arbeitnehmer haben oder gegenüber ihrem Arbeitgeber ja?
00:16:05: Oder das Verbraucherschutz so wenig kennt das vorhandenes oder Straßenverkehrsrecht also zieht sich ja auch da durch's ganze Leben.
00:16:14: Ich finde das einfach komplette Allgemeinbildung Schließe auch Staatsrecht, also wie funktionieren unsere Institutionen?
00:16:23: Welche Rolle hat das Bundesverfassungsgericht?
00:16:26: Ich finde ich einfach total spannend.
00:16:29: Aber nochmal ganz zum Schluss oder anstehend anders als du am Anfang gesagt hast mit dem es konnte nicht so gut erklärt werden oft.
00:16:36: Das heißt da bist weiterhin wie schon seit zwei Hundert Jahren Verbesserungsbedarf bei der Vermittlung.
00:16:42: Total!
00:16:43: Also ich finde dann müssen sich... Auch die Unis, insbesondere Professorinnen und Professoren und deren wissenschaftlichen Mitarbeiter mal Gedanken machen.
00:16:50: Wie kann ich eigentlich sozusagen den Reiz von Jura nochmal genauer erklären?
00:16:55: Damit die Leute auch wirklich mitgehen.
00:16:56: Ich halte einmal... Vielleicht darf ich diese Anhängdrote noch erzählen, weil das so schön war.
00:17:01: Wir haben mal Berufungsschancen und es ist wirklich Jahre her einmal eine Serie gehabt.
00:17:06: da sind wir alle in unsere Eimer Marta gegangen und haben uns nochmal eine Vorlesung gesetzt jeder in seinem Studiengang Und ich war in der Humboldt natürlich, da habe ich studiert Und das war gerade die Zeit, wo wahnsinnig gesprochen wurde über dieses Tarifeinheitsgesetz.
00:17:23: Also die Frage wie geht man mit mehreren Gewerkschaften um in so großen Konzernen?
00:17:27: Wie Lufthansa oder auch die Deutsche Bahn und so weiter.
00:17:30: Das war natürlich also ein großer politischer Streit.
00:17:34: Andrea Nahles damals als Bundesarbeitsministerin usw.
00:17:38: Das füllte die Seiten... der Tageszeitung und der Medien.
00:17:47: Klaus Wieselski war auf der Zinne von der GDL usw.
00:17:50: und dann setzte ich mich in diese Vorlesung, das war tatsächlich die Grundrechte.
00:17:57: Und ich kam los sehr weise gerade irgendwie rein zwischen wo die Artikel acht neun und zehn gebracht haben.
00:18:05: und es kam eben in diesem Moment zu der Frage Koalitionsfreiheit.
00:18:11: Also was ist die Koalitionsfreiheit, also das Recht und die Möglichkeit Gewerkschaften zu gründen, Arbeitgeberverbände usw.
00:18:19: Und sich zu organisieren arbeitsrechtlich?
00:18:22: Und ich dachte Boah es ist so die Gelegenheit jetzt mal den aktuellen Bezug zu ziehen und zu sagen Das ist das Grundrecht über das sie gerne zu reden!
00:18:31: Und dann sagte wirklich der Prof, das war anderthalb Minuten, sagte Acht Artikel neun das kommt im Examen sowieso nicht ran können Sie vergessen.
00:18:40: Und weiter ging es zur Artikel zehn, wo ich dachte das ist mal eine Chance verpasst Jura wirklich sehr handfest zu machen.
00:18:51: Also die Münster studierte viel grad die Mauer und da muss ich auch sagen hätte ich bei einigen etwas mehr Aktualität hatte nicht einfach sache recht weitermachen obwohl Sachen recht vielleicht nicht so relevant war beim Fall der Mauer.
00:19:01: aber da dachte ich auch dass eigentlich zeigt den Juristen auch die praktische Kompetenzzeitgeschichtliches, Interesse.
00:19:08: Und da machen sich, finde ich die Unices auch ein bisschen einfach.
00:19:11: Ich meine sie sagen ja auch mal sehr zurecht.
00:19:12: Ich hoffe auch immer noch also lese die FZ oder hört den Einspruch Podcast und
00:19:17: den Podcast für Deutschland
00:19:18: genau damit man einfach sozusagen dem Bezug kriegt zum aktuellen Leben.
00:19:23: aber ich finde so ein bisschen könnten Sie es eben in der In meiner eigenen Vorlesung auch mal.
00:19:28: Wobei ich jetzt offen gestehen muss, das ist jetzt schon Jahre her ne?
00:19:32: Also mehr Culpa an alle Professoren und Professoren die für sich in Anspruch nehmen können dass sie das schon längst tun.
00:19:38: ja also denen die dürfen uns natürlich gerne schreiben und die könnte
00:19:42: man ja dann auch
00:19:44: mal lobend hervorheben.
00:19:45: vielleicht hab' ich auch völlig im Dunkeln und weiß überhaupt gar nichts mehr darüber.
00:19:51: aber das war mein Eindruck
00:19:53: Wunderbares Schluss von Aufforderungen an alle sich aktuell, genau.
00:19:57: Auch in der Vorlesung als Lehrende, aktuell zu halten mit der FAZ im Zweifel.
00:20:01: Absolut!
00:20:02: Vielen Dank liebe Kurna.
00:20:03: Gerne, wir haben
00:20:04: ein großes Vergnügen.
00:20:08: Jeder, der einmal im Journalismus gearbeitet hat kennt dieses Gefühl.
00:20:12: man recherchiert schreibt veröffentlicht und im Hintergrund gibt es Menschen die einem den Rücken frei halten.
00:20:18: Menschen, die dafür sorgen dass das was gesagt werden soll auch gesagt werden darf.
00:20:24: Timon Winterling ist einer davon.
00:20:25: Er ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, und seit ... ... Jahr bei der Frankfurter allgemeinen Zeitung.
00:20:33: Wie man dort landet, woran man arbeitet... Und wie der juristische Alltag in so einem Medienhaus eigentlich aussieht?
00:20:39: Darüber wollen wir jetzt sprechen!
00:20:41: Hi Timon
00:20:42: Hallo Finn
00:20:43: Wir beide haben jetzt ja nicht nur denselben Arbeitgeber, sondern wir haben tatsächlich auch in derselben Uni studiert.
00:20:48: Was war deine Intention als du damals in Münster angefangen hast?
00:20:52: Wolltest du schon von vornherein mal irgendwann in der Medienwelt landen oder hattest du ganz andere Ziele?
00:20:57: Tatsächlich war es bei mir eher so dass ich am Anfang keinen festen Fahrplan hatte, sondern ganz offen geschaut habe wo ich lande und bin im Rahmen des Schwerfenstudiums auch eher im Medizinrecht erst mal beheimatet gewesen.
00:21:14: Und ich habe auch nach dem ersten Examen ja in der Kanzlei für den Medizinericht gearbeitet, hatte auch einen Promissionsvorhaben in diesem Bereich gestartet und hab da aber gemerkt vielleicht ist das gar nicht unbedingt das wo ich mich zukünftig nur noch sehe.
00:21:29: und dann lag die Überlegung Na ja, was finde ich denn eigentlich spannend?
00:21:33: Und bei mir ist es vor allem auch aus privatem Interesse immer schon Literatur gewesen.
00:21:37: Dann dachte ich dann nicht sehr nahe im Medienbereich zu gehen und dann find' ich – bei Juristen kann ich das immer wieder gerne sagen – dieses Referariat eigentlich als tolle Spielwiese, die ich genutzt habe.
00:21:49: Ich bin da mit meiner heutigen Frau nach Hamburg gezogen.
00:21:53: Ich hab gesagt okay, dann probier ich das jetzt einfach aus!
00:21:55: Das ist die Gelegenheit, einfach mal zu gucken.
00:21:57: Ist das ein Bereich, den mich Spaß macht oder einen anderen Bereich kennengelernt hat wo ich mich eben nicht so zu Hause gefühlt habe, hab dann meine Station im Referentariat soweit das möglich war entsprechend gewählt.
00:22:06: Ich war zum Beispiel in der Verwaltungstation bei der Kulturbehörde in Hamburg, ich war bei einer Kanzlei die vor allem Werba-Geturn vertreten hat aber auch kleinere Verlage und Autoren, war an der Warstation noch mein München bei einer Konzlei, die vor allen Dingen für den Filmbereich bekannt ist.
00:22:19: da war ich aber tatsächlich eher auf meinen Wunsch hin auch mehr mit Literaturverlagen beschäftigt und so bin ich dann reingeraten weil ich gemerkt hab, das ist tatsächlich das, wo ich mich gut fühle.
00:22:30: Was mir Spaß macht und da finde ich so platt dass dann zu weinen klingen mag.
00:22:35: es ist so wenn einem das inhaltlich Spaß macht macht einem auch meistens die arbeit spaß und tatsächlich also mit Leuten wie dir zu tun hauptberuflich.
00:22:43: Das ist schon sehr angenehmes arbeiten.
00:22:46: Ich find's total spannend was du vorhin gesagt hast ne?
00:22:48: Also das Referendariat sozusagen nutzen als Chance um mal ein bisschen auszutesten was man eigentlich mag Ne?
00:22:53: Also ich kann ja auch nur aus einer Erfahrung sprechen.
00:22:55: bei mir war es ganz ähnlich wie bei dir mit dem Journalismus.
00:22:59: Ich bin damals auch in der Wahlstation erst beim Journalismus gelandet, die habe ich in der ARD Rechtsredaktion gemacht und hab da dann quasi erst sozusagen in der letzten Station erst den Entschluss gefasst, den Journalismus tatsächlich zum Hauptberuf zu machen.
00:23:13: Und du hast ja gerade Ähnliches geschildert.
00:23:15: also Medienrecht hat irgendwie... bis zum Ref noch nicht so eine große Rolle in deiner Ausbildung gespielt.
00:23:21: Und dann aber das Ref als Chance nutzen, um mal ein bisschen über den Tellerrand hinaus zu schauen und seine Fühle auszustrecken was man eigentlich nach dem Studium machen will.
00:23:31: Lass uns noch mal kurz über die Uni Münster sprechen.
00:23:33: Da gibt's jetzt diesen ganz bekannten Lehrstuhl, das Bekannte Institut, das ITM für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht.
00:23:41: Du hast ja jetzt Medizinrecht im Schwerpunkt gemacht.
00:23:44: Geh also davon aus, dass du diesen Schwerpunkten nicht belegt hast?
00:23:47: Werder ist denn was, was du Angenienjuristen raten würdest, die sich mal dafür interessieren, eines Tages auch im Justizariat von dem Medienhaus zu arbeiten?
00:23:56: Also mich quasi korrigieren.
00:23:57: Medizinrecht war gar nicht der Schwerpunkt, sondern ich habe noch viel Allgemeinerin gemacht.
00:24:01: Das war so Vertragsgestaltung und Streitbeilehnung hieß ja glaube ich.
00:24:05: Und da konnte man aber sehr frei sich dann die Sachen zusammen wählen.
00:24:09: Dann hat sich das bei mir rauskristallisiert, dass ich jeden zu einem medizinrechtlichen Schwerpunkten gemacht hab auch damals bei der Wahl des Seminarhasen usw.. Für mich war das total passend, weil ich mir das eben noch so offen halten wollte und viel ausprobieren wollte.
00:24:24: Ich finde aber wenn man das schon weiß... Wir haben ja auch bei uns in der Rechtsabteilung häufig Referenzare die auch sagen, ihr könntet es schon im Schwerpunkt.
00:24:30: Wenn man das jetzt schon weiß und vertiefen will ist das sehr genau das was ich später mit Referenzariaten gemacht habe und eigentlich eine hervorragende Gelegenheit.
00:24:38: Und diese Ängste, die man vorher hat oder manche Welt vorher hatten, die auch ich so ein bisschen hatte, dass man denkt oh Gott ich lege mich dann zu sehr fest und da komme ich nicht mehr raus muss ich ganz ehrlich sagen, der sollte man das machen was einem Spaß macht.
00:24:50: und aus der Brille jetzt des Praktikers.
00:24:53: Der halt eben auch mit Leuten von der Jahr zu tun hat oder wenn es da um die Auswahl geht würde man nie sagen ja er hat damals einen Schwerpunkt gemacht.
00:25:00: das passt bei uns nicht rein.
00:25:02: viel mehr würde ich jetzt sagen.
00:25:03: dass haben wir ganz häufig bei Referendaren die genau auch das machen die viel breiter noch ausprobieren die sagen ja ich habe strafrecht gemacht in der Amelsstation.
00:25:11: jetzt wollte ich mal Medienrecht machen Verwaltung fand ich das, und das spannende war ich im Eisenbahnbundesamt.
00:25:18: Einfach nur um möglichst breit mitzubekommen.
00:25:20: was gibt es in der Bandbreite von juristischem Rufen?
00:25:24: Jetzt hast du ja gerade schon gesagt dass du nach dem zweiten Examin nicht sofort bei der FHZ gelandet bist sondern erst mal in einer Kanzlei gearbeitet hast Mit Schwerpunkt auf Mandate in der Literatur Szene.
00:25:33: Wie war das für dich damals so in den ersten Berufsjahren?
00:25:36: Hast du dich schnell eingegroovt?
00:25:37: Das ist ja schon eine recht spezielle Branche dauert das erstmal ein bisschen?
00:25:41: wie war das bei dir?
00:25:42: Das war total toll, muss ich sagen.
00:25:43: Ich habe in einer kleinen Einheit damals zehn Wusträgern gearbeitet die auch genau dieses Interesse von mir aufgegriffen haben.
00:25:51: Ich hab das schon im Vorstellungsgespräch deutlich adressiert.
00:25:54: Das ist das was mich am meisten interessiert und wie gesagt dann werden wir zusehen dass du auf diesen Mandaten hauptsächlich bist.
00:26:01: Auch da kommt einem leicht zu pass weil es natürlich nicht für alle Rechtsgebiete gilt dass eben die Mandanten mit denen man arbeitet alles Kreative sind, relativ locker sind, offen sind.
00:26:13: Man ist sehr schnell in der Regel quasi direkt vom Start per Du.
00:26:17: Das macht das Ankommen sehr leicht.
00:26:20: und dann hatte ich eben Kollegen die mehr Erfahrungen hatten, die einen an die Hand genommen haben und gesagt hat pass auf wir setzen uns jetzt einmal ganz konkret hin die ersten Wochen und sprechen die Standardthemen durch.
00:26:31: Und dann ist man tatsächlich schneller im Job als man vorher in der Ausbildung so denkt.
00:26:37: Jetzt kennt man so ein bisschen, wenn man das von außen betrachtet wie ich.
00:26:40: Dass gerade im Medienrecht oft mit ziemlich harten Bandage gekämpft wird.
00:26:43: also Wenn man sich jetzt mal bestimmte Fälle anschaut wo zum Beispiel Prominente nicht mit der Berichterstattung über sich oder mit veröffentlichen Fotos Einverstanden sind die so gedruckt und verbreitet wurden Dann geht es ja teilweise schon ziemlich hart her ne?
00:26:58: Werden gegen Darstellung gefordert Artikel sollen unterlassen werden da kann's schnell mal ziemlich ruppig werden.
00:27:04: War das bei deinem ersten Job auch so?
00:27:06: In der Literaturstehne wird da auch mit harten Bandagen gekämpft, oder ist es eher eine andere Atmosphäre in der man sich auffällt.
00:27:14: Wenn du es so sagst, ist es im Presserecht mit haten Bandagen gekämpft.
00:27:18: Auch weil es eben ... Es sind häufig Promis, es geht ganz häufig um das Privatleben und das Bild von einem selbst in der Öffentlichkeit.
00:27:28: Natürlich ist das noch mal eine andere Wichtigkeit, als mein Handelvertrag wurde nicht gekündigt und O'Toole von mir noch zu ein Fünfzig Euro haben.
00:27:35: Also da kommt einfach aufgrund der Sache schon eine gewisse Emotionalität rein die andere Sachen nicht haben.
00:27:41: Medienrecht ist ja aber natürlich nicht nur Presse-Rech.
00:27:44: Ein großer Schwerpunkt war immer schon bei mir so das klassische Urheber-Recht.
00:27:47: Das war dann auch einfach Vertragsrecht.
00:27:49: oder man spricht über einzelne Themen im Vorfeld.
00:27:51: also darf ich das schon schreiben wie wir das jetzt auch bei der FAZ machen?
00:27:57: Beratung des Mandanten, das sind zum Teil dann Vertragsfeindlungen.
00:28:00: Aber das ist nicht konfrontativ, sondern es ist eher begleitend und angenehm.
00:28:04: Diese Härte kommt eher an Presserecht rein, die ist auch ziemlich normal.
00:28:08: Das muss man aber so ein bisschen trennen einfach.
00:28:10: Dann kann man das quasi.
00:28:11: verschiedene Workstreams hat man dann, wo man weiß hier bin ich der nette kumpelige Typ, der seinen Mandanten berät und da muss sich eben in diese andere Rolle schlüpfen.
00:28:21: Da ist man halt der harte Interessenvertreter.
00:28:23: Das bleibt ja nicht aus!
00:28:24: In den letzten Jahren hast du einen Fachanwalt für Urheber und Medienrecht gemacht.
00:28:27: Ist das in der Branche eigentlich Standard, wird das vorausgesetzt oder eher nice to help?
00:28:32: Ich glaube ich habe keine genauen Zahlen.
00:28:34: Ich glaube der Fachanwald über Medienrecht ist eher so ein exoten Fachanwand.
00:28:39: die meisten in dem Bereich machen eher den für gewerblichen Rechtsschutz was der noch breiter aufgestellt ist.
00:28:44: Das ist dann viel noch Wettbewerbsrecht, Markenrecht was bei mir zum Teil auch mit drin ist in der täglichen Praxis aber nicht so schwerpunktmäßig.
00:28:53: Das wird schon gerne gesehen, zeigt natürlich auch nach außen einfach eine gesicherte Kompetenz in diesem Bereich.
00:29:00: Ob jetzt tatsächlich für Mandanten das entscheidend ist, dass sie sagen ich gehe zu einem Fachanwalt und brauche einen Fachanwald, weiß ich nicht genau einzuschätzen.
00:29:09: aber tatsächlich merke ich das selber wenn ich Mandate nicht annehmen kann oder um Empfehlungen gebeten werde.
00:29:14: ich sage immer guck mal ob es ein Fachanweit gibt Schaut einfach mal im Bundesrechtsanwaltsverzeichnis und dann guckt mal.
00:29:20: Und sucht euch eben den Fachanwalt für Erdrecht oder was auch immer, weil ich dann auch in der Empfehlung weiß naja eine gewisse Grundexpertise wird er schonmal da sein.
00:29:29: Jetzt kam es an zwanzig Dreiundzwanzig endlich dazu dass du bei der FAZ angefangen hast im Justizariat.
00:29:35: Nimm uns mal in die Hand wie kam's dazu?
00:29:37: Wie bist Du hier in Frankfurt gelandet?
00:29:39: Erst stand tatsächlich einfach der private Umzug von Hamburg nach Hessen davor als Bedingung Und dann war es tatsächlich so, dass ich sah die FAZ sucht und so viel Selbstlob sei jetzt unserem Arbeitgeber oder bzw.
00:29:54: soviel Lob sind bei unseren Arbeitgebern zugestanden.
00:29:58: natürlich muss man sich als Jurist in diesem Bereich für so ein Job bewerben wenn man ernsthaft daran Interesse hat.
00:30:04: was mich vor allem gereizt hat ist tatsächlich auch dieser Perspektivwechsel wann das vorher anwalt und geht dann rein in den Unternehmen das heißt man berät ganz anders.
00:30:12: übrigens Ganz toll, dass man vorher draußen war und beide Brillen dadurch kennt.
00:30:18: Deswegen habe ich mich beworben und arbeite jetzt in einem hervorragenden Team mit wirklich hervoragenden Kolleginnen und Kollegen was große Freude macht.
00:30:28: Und es ist tatsächlich so, dass auch gerade diese Stellen immer weniger in Deutschland werden also das generell Verlagshäuser noch eine eigene Rechtsabteilung haben Wie bei uns auch gar nicht klein sind ist, wir sind ja drei Vorjuristen und eine Assistentin.
00:30:42: Und noch zwei Datenschutzmanager.
00:30:45: Deswegen war klar, dass ich probieren muss.
00:30:46: Und es hat glücklicherweise geklappt!
00:30:48: Ich bin jetzt seit über drei Jahren da sehr zufrieden.
00:30:52: Wie sieht so ein typischer Arbeitsalltag bei euch aus?
00:30:54: Wir haben unseren Jour Fix am Dienstag, wo sich die Anspruchredaktion mit dem Justizariat trifft... ...und wir uns über alles Mögliche juristische... Austauschen, aber ich habe immer schon gefragt was macht ihr eigentlich zwischen diesen Dienstleister?
00:31:06: Wie sieht so euer Work-Leute aus.
00:31:08: Was macht ihr den ganzen Tag?
00:31:09: Also wir sind natürlich auch in Haus im Endeffekt wie externe Anwältedienstleister nur eben Dienstleisters für unsere Kolleginnen und Kollegen Und wir bearbeiten das weg was von außen an uns rangetragen wird.
00:31:22: Das sind dann ganz klassisch wie man sich es vorstellt Natürlich Abmahnungen aus dem Presserecht das sind urlberechtliche Fragen.
00:31:29: Das ist in Teilen, ich hab's eben schon mal kurz gesagt auch immer mal so ein bisschen Mitbewerbs- und Markenrecht mit dabei.
00:31:34: Und ich würde sagen das ist so ungefähr also je nachdem weil wir alle drei Vorjuristen immer so eine andere Schwerpunkte haben.
00:31:40: aber Ich würde sagen es ist so ein Drittel des Workloads und dann ist ein Drittel tatsächlich einfach ein Kesselbundes, dass kann alles sein.
00:31:48: Also das ist tatsächlich manchmal Fragen aus dem Mietrecht, das sind Fragen aus den Kaufrecht Sachen die man manchmal... Also das jetzt kürzlich, wo ich dachte, das habe ich seit dem ersten Examen mehr nicht mehr Gedanken drüber gemacht, wo man so ein bisschen ... Na ja, man muss schnell sein.
00:32:02: Man muss dann auch mal spontan sein und muss sich einfach ... Man muss Freude haben, dich da wieder einzuerbeiten.
00:32:07: Und das letzte Drittel ist tatsächlich eher sowas wie Compliance würde man große Überschrift darüber schreiben.
00:32:14: Das könnten dann Datenschutztämen sein.
00:32:16: Das sind aber auch irgendwelche spannende neuen EU-Verordnungen zur Transparenz von politischer Werbung, woman sich mit beschäftigen muss, womann sich neu einarbeiten muss.
00:32:25: So kriegt man dann tatsächlich den Arbeitsdach.
00:32:27: insgesamt relativ gut gefüllt und angenehm rum.
00:32:30: Wie viele von den Fällen landen dann später vor Gerichten?
00:32:33: Also das ist ja auch immer ganz interessant zu wissen, wie viel sozusagen jenseits der Gerichte ausgefochten wird und wie viele der Fälle dann tatsächlich eskalieren und dann von dem Richter entschieden werden müssen.
00:32:44: Die Abmahnung ist hier an sich dafür da, dass man sich außergerichtlich einigt.
00:32:47: Und ich habe mal nicht einmal irgendwie in einem Kommentar gelesen, dass angeblich neunzig Prozent dieser Fälle tatsächlich ausgerichtig gelöst werden.
00:32:54: Bei uns sind es erfreulicherweise erstmal, weil wir natürlich mit hervorragenden Journalisten zusammenarbeiten relativ wenig Abmahnungen von denen dann wiederum ein Großteil tatsächlich weder gerichtlich wird noch sonst dass da irgendwie was dran ist.
00:33:08: Das heißt die Gerichtsverfahren, die wir im Jahr betreuen.
00:33:11: in der Rechtsabteilung würde ich jetzt ehrlicherweise sagen das kann man zwei Händen erzählen also wirklich übersichtlich.
00:33:18: Jetzt bist du ja neben deiner Tätigkeit als Justizjahr in der FHZ auch noch als selbstständiger Rechtsanwalt zugelassen.
00:33:25: Das ist ein Modell, das kenne ich von vielen meiner Freunde die auch Unternehmens-Juristen sind, dass man nebenbei noch eine Kanzlei hat und seine eigenen Mandate betreut.
00:33:32: Was war für dich der Grund?
00:33:34: Warum hast du dich für das Modell entschieden?
00:33:36: Was sind die Vorteile?
00:33:37: Also einer der Vorteile ist tatsächlich dadurch, dass ich schon sieben Jahre Anwalt war bis ich zur FH ZPARM dass man einen gewissen Mandantenstamm hat, der gewachsen ist.
00:33:46: Von dem ein Paar hat, die man nicht wegschicken will.
00:33:50: Dann ist bei mir auch im Bereich so... Vor allem weil man mit denen gerne arbeitet und das Spaß macht und man in den Themen drin ist und es dadurch relativ schnell geht.
00:33:58: Das ist tatsächlich eine Bereiche, die mich arbeite so, dass es häufig projektweise.
00:34:02: Also wenn das ein Autor ist, der neuen Buchvertrag verhandelt dann verhandle ich ihn heute, schrabe hier sein neues Buch.
00:34:08: bis der nächste Buchvertag kommt sind es zwei drei Jahre Und das eilt dann in der Regel auch nicht.
00:34:12: Das heißt, dass kann man relativ gut zwischen seiner anderen Arbeit dazwischen passen, da sind keine starren Fristen.
00:34:20: und dann ist es natürlich so, dass ich mir da noch den Kontakt zum Buchbereich nicht ganz verliere, den ich ja so schätze, obwohl ich die Arbeit bei der FHZ sehr schätze und dem Pressebereich sehr schetze.
00:34:29: Das heisst, das ist ein bisschen wie eine Liebhaberei oder ein Hobby noch nebenher wobei das natürlich Hobby mit dem Arbeitsaufwand, der sich dahinter steckt, nicht ganz gerecht.
00:34:39: Lass uns gegen Ende unseres Gesprächs nochmal kurz den Blick nach vorne richten.
00:34:42: Also der Journalismus, aber auch die ganze Kultur Szene im Allgemeinen das sind ja Branchen, die ziemlich unter Druck stehen also durch die ganzen wirtschaftlichen Veränderungen, durch neue Plattformen vor allem aber auch durch künstliche Intelligenz ist ja so ein bisschen die Frage wohin sich das alles entwickelt?
00:34:58: Was ist dein Blick in die Zukunft?
00:35:00: wie krisenfest schätzt du unsere Jobs gerade als Juristinnen und Juristen in der Branche?
00:35:07: Also die riesige KI-Anges kann ich nachverziehen, also jetzt mit dem Fokus auf die Juristen aber natürlich auch nicht ganz ausgeblendet in welchem Bereich wir zwei arbeiten.
00:35:16: Ich sehe das häufig und das ist etwas was mir zuweilen Sorge bereitet sich vielleicht wieder ein bisschen angleichen dass wenn ich mit Kollegen und Freunden aus den Bereichen, also Front die Ebenfahrtsrechtsanwälte sind Spreche die dann sagen bevor ich mir einen wissenschaftlichen Mitarbeiter einstelle baue ich mich lieber bei Klorten Assistenten.
00:35:34: Das führt natürlich dazu kurz, mittel und langfristig dass diese leute die eigentlich wissen mit wären irgendwo das nicht lernen.
00:35:44: Und dann hat man eben Dann hat man eine associate der halt nicht irgendwo ein bisschen zu viel Mitarbeiter war den wieder was fehlt.
00:35:49: Und dann ist vielleicht der nächste Schritt dass man sagt beziehungsweise der der ist ja schon da dass die Leute sagen naja bevor ich mir jetzt noch eine associate einstelle Ja dann mache wir noch einen zweiten assistenten bei claude.
00:35:58: Das ist etwas wo man tatsächlich sorge haben muss wo es aber glaube ich nur ein Gegensteuern gibt, wenn man selber als derjenige, der theoretisch ersetzt werden kann sagt ich habe einen Profil das macht eben keine Maschine und der Anwaltsberuf oder den Juristen beruf an sich ist halt eben.
00:36:13: nicht nur gibt mir die Antwort A B oder C aus sondern es ist eben Vermittlungsarbeit mit Leuten sprechen.
00:36:20: Es ist ein Stück weit Netzwerken und dass man dahin kommt, dass nur noch Anwalt a sagt hier meine Maschine hat gesagt und schickt das an Anwaltung b der wieder seine Maschinen antwort zurück schickt Und am Ende entscheidet die Maschine vom Gericht darüber, das sehe ich nicht.
00:36:35: Dafür ist es ein viel zu kritischer und sensibler Bereich.
00:36:39: Ich hoffe nicht dass es so weit kommt.
00:36:41: aber natürlich verstehe ich dass wenn junge Leute in der Ausbildung gerade sagen Das macht mir für die Zukunft Angst.
00:36:47: Aber ich glaube mit entsprechender Profilbildung kann man da aktuell noch gut gegen ankämpfen.
00:36:53: Das zählt schon direkt auf die nächste Frage ab.
00:36:55: Wie kann man dem her werden?
00:36:56: Beziehungsweise mit Blick auf die Zukunft, würdest du trotzdem jungen Juristinnen und Juristen dazu raten den Job zu machen?
00:37:02: Also jetzt auch speziell in der Kultur- und Medien-Szene wie du zum Beispiel als Oheber und Medienrechtler?
00:37:09: ist da in der Zukunft noch was zu holen?
00:37:11: Ich habe jetzt schon so viel diese Branche gelobt und will die noch weiter loben.
00:37:15: Tatsächlich ist es so, dass diese Brange lebt ja davon, dass sie Leute Persönlichkeiten sind Und das kann in viele verschiedene Richtungen gehen, also dass man nette kumpelige Anwälter hat oder dass man extreme harte Runde als Anwälder hat.
00:37:27: Ich glaube Leute die auch Lust haben dieser Branche zu arbeiten sind in irgendeiner Form besonders als Persönlichkeiten.
00:37:34: wenn man das hat und daran Spaß hat dann würde ich immer sagen ja klar gehen die Branche versucht da reinzukommen Dass die Brange aber an sich aufgrund von Kostendruck immer enger wird uns super wenige Stellen gibt.
00:37:46: Das ist tatsächlich so und das erleben wir auch mit vielen Leuten, die vorher bei uns Referentar waren.
00:37:50: Wenn man dann sagt hier sieht es aus nach dem zweiten Examin.
00:37:53: Zum Teil hervorragende Juristen, die dann sagen ja trotz Doppelvb Es gibt halt irgendwie aktuell gefühlt fünf Stellen und es gibt aber halt fünfzehn Leute mit Doppelfrb.
00:38:03: Also das wird tatsächlich enger und ist auch ein Stück weit bedenklich.
00:38:06: Jetzt hast du gerade schon die perfekte Überleitung hergestellt.
00:38:09: Stichwort Referendare bei der FAZ, du bist ja auch unter anderem für die Ausbildung der Referendäre hier im Haus so ein bisschen zuständig.
00:38:16: Wir machen am Ende unseres Podcasts auch immer fleißig Werbung dafür in Justizzeriat der FA Z seine oder ihre Wahlstation zu machen, wer sich dafür interessiert, der findet alle Infos unter frankfutterallgemeine.de-referendariat.
00:38:31: Zum Ende kannst du vielleicht nochmal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern.
00:38:33: was lernen Referendare so alles bei euch im Justizariat?
00:38:36: Warum lohnt es sich sich zu bewerben?
00:38:38: Wir versuchen tatsächlich die Referendaren ziemlich ungefiltert alle Sachen machen zu lassen.
00:38:42: also man muss natürlich auch einfach ein bisschen schauen wie ist da drauf hat ja gewisse Interessensschwerpunkte aber eigentlich sollen sie alles, was bei uns auf dem Schreibtisch liegt mitmachen können und da was lernen.
00:38:55: Das heißt es ist genauso breit gefächert wie ich das vorhin gesagt habe.
00:39:00: Ich bin immer derjenige deswegen kann man sagen ich bilde damit aus wir machen mit unserer Vendant Übung für Aktenvorträge das mache ich mit denen dann gemeinsam dass so ein Angebot in der Regel alle ganz toll finden auch wenn natürlich keiner gerne Aktenverträge hält.
00:39:15: und ich glaube das führt eben auch dazu Dass ich zuerst gesagt habe, dass sie also alles mitmachen.
00:39:20: Man sitzt nicht nur im stillen Kämmerlein, sondern man sieht okay so ist es tatsächlich in der Praxis.
00:39:24: Ich finde das auch nicht schlecht genauso wie ich eben gesagt hab, dass es gut ist bevor mein Rechtsabteil anwalt war umgedreht, dass man auch im Rahmen dieser Spielwiesereventariat testen kann, ist denn vielleicht ja der Job in der Rechtsabteile?
00:39:37: und was für mich?
00:39:38: Und natürlich ist die FHZ als Arbeitgeber etwas Besonderes aber am Ende des Tages auch ein Unternehmen und man sieht dann schon gewisse Abläufe, die bei anderen mit Sicherheit zuhundert Prozent anders sind.
00:39:49: Also ist das auch auf jeden Fall gut, um rauszufinden kann ich mir generell sowas
00:39:53: vorstellen.".
00:39:54: Das war Thielmann Winterling, Fachanwalt für Urheber und Medienrecht und Justizjahr bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
00:40:00: Lieber Thielman vielen Dank dass du dir Zeit genommen
00:40:02: hast.
00:40:02: Sehr sehr gerne!
00:40:03: Damit sind wir schon am Ende unserer Sendung angelangt dem ersten Sommerspezial.
00:40:13: Schöne Folge, eine gelungene Folge und ein schöner Auftrag zu dieser siebenteiligen Serie.
00:40:17: Wir können ja schon mal verraten worum es in der nächsten Woche geht.
00:40:20: Da haben wir uns nämlich die Verwaltung vorgeknüpft und wir werden mit einigen spannenden Behörden beziehungsweise Juristen, die in einer Behörde arbeiten sprechen.
00:40:29: mehr dazu dann nächste Woche Mittwoch.
00:40:31: Ja und da noch der übliche Hinweis aber nicht ganz unwichtig auf unseren Instagram-Account, unseren Auftritt unter FZ.Einspruch.
00:40:41: Ferner können Referendare, die auch schon angesprochen wurden unter frankworter meine.slashreferendiat Informationen über eine Möglichkeit eines Referendiats im Hause finden.
00:40:54: Ja wir bedanken uns fürs Zuhören hoffen auf eine glückliche Loswahl für den zehnten September.
00:40:59: aber unabhängig davon machen wir natürlich auch weiter live Podcast und sonst freuen wir uns auf das zuhören um die Beteiligung an diesem podcast.
00:41:10: Auf einmal eine schöne Woche
00:41:11: und
00:41:11: bleiben Sie Anspruch treu.