00:00:04: Herzlich Willkommen zur Folge Vierhundert des FAZ Einspruch Podcasts, des Podcast der FAZ zu Recht Justiz und Politik.
00:00:11: Heute ist der neunzwanzigste Juli zwei tausend sechsund zwanzig.
00:00:14: Mein Name ist Frederik Olowski und mir gegenüber sitzt mein Kollege Finn Hohenschwert.
00:00:18: Hallo Finn!
00:00:19: Hi Frederick Ja heute ist ein ganz besonderer Tag für uns in einer Einspruchredaktion.
00:00:23: Du hast es gerade in einer Moderation schon angekündigt vierhundert Folgen Unseres Podcasts sind hiermit erschienen.
00:00:30: Wir werden deswegen heute Abend in der Redaktion ordentlich die Korken knallen lassen, jetzt gerade im Podcaststudio gibt es erst mal nur Kaffee aber das wird sich im Laufe des Tages noch ändern.
00:00:39: später kommt der Sekt dazu.
00:00:41: so sieht's aus.
00:00:42: wir wollen jetzt grade nochmal den Moment nutzen wo wir hier im Podcast sind, um kurz innezuhalten und Danke zu sagen an Sie alle draußen hinter den Kopfhörern und Lautsprechern die uns seit ganz langer Zeit schon begleiten und diesen Podcast über all die Jahre möglich gemacht haben.
00:00:59: Ja dem kann ich mich nur anschließen.
00:01:01: deswegen auch von mir ein ganz herzliches Dankeschön für Ihre Treue liebe Hörerin und Hörer!
00:01:06: Und ja als sie am November zwei tausendsevente mit FAZ Einspruch gestartet sind der hätte sich wohl niemand so richtig vorstellen können dass wir dieses Jubiläum folgen, ja neun Jahre später einmal feiern würden und viele Hörer haben uns ja über die letzten Jahre, über lange Strecken dieses Podcasts begleitet.
00:01:23: Und der Podcast hat dann wiederum natürlich auch die Lebensphasen der Hürer begleitet, sei es das Jura-Studium, seien es die beiden Examinahe, sei ist der Riffender Ayers Alltag oder dann später auch der Berufseinstieg.
00:01:34: Und ja, nicht alle haben Examen gemacht in dieser Zeit.
00:01:37: Wir beide da schon aber andere haben eben auch einfach nur eingeschaltet um sich Woche für Woche über das zu informieren was gerade so in der Welt des Rechts so interessant ist und was es da eben mitzuschneiden gibt.
00:01:49: Besonders beeindruckend finde ich persönlich dass es auch Hörer gibt.
00:01:52: Das lernen wir immer wieder aus den Zuschriften die uns tatsächlich von Anfang an also die gesamte neun Jahre durch begleitet haben was ja wirklich sehr sehr beeindruckender ist.
00:02:00: Und wenn wir von uns sprechen, dann meinen wir natürlich nicht nur uns beide hier im Studio am Mikrofon sondern das gesamte Team vom FAZ Einspruch.
00:02:08: Im Moderationsteam gehören dazu natürlich neben uns beiden auch Randall Müller, Katharina Iskander und Patrick Banas aber auch viele andere Menschen die jenseits des Mikrofons diesen Podcast möglich machen.
00:02:19: an die alle gilt natürlich auch Unser Dank und dieses Team hat sich über die Jahre immer wieder etwas verändert.
00:02:26: Wer ganz früh dabei war, erinnert sich vielleicht noch an die ersten Folgen in einer ganz anderen Konstellation.
00:02:32: Das gehört ja auch so ein bisschen zu einem Podcast der über so lange Zeit wächst.
00:02:36: das ist auch immer wieder ein bisschen Dynamik und Veränderung drin ist.
00:02:39: wer sich an die allerersten Folgen erinnerte damals noch unter anderem mit Corinna Budras Die ja heute Hauptstadtkorrespondentin für die Wirtschaftsredaktion unserer Zeitung in Berlin ist Und die war ... Man könnte meinen, es sei abgesprochen gewesen.
00:02:53: Vorletzte Woche bei uns im Podcast.
00:02:56: Ganz knapp das Jubiläum verpasst aber trotzdem natürlich herzlich gegrüßt an dieser Stelle?
00:03:00: Genau und mit ihr haben wir damals gesprochen in der Folge über ihren Weg aus dem Jurastudium in den Journalismus.
00:03:06: Das war die Auftaktfolge unserer Sommerserie, indem wir uns über juristische Berufe unterhalten, in denen man ebenso alles tätig sein kann.
00:03:16: Mit ihr haben Wir die Auftakfolge gemacht!
00:03:19: Genau.
00:03:19: Und Jubiläne sind natürlich auch immer ein ganz guter Moment, um mal innezuhalten und mal zurückzuschauen also quasi in den Rückspiegel.
00:03:25: Besonders gut kann man das natürlich mit Zahlen machen und wer sich fragt ja wie lange brauche ich eigentlich um Einspruch einmal komplett durch zu hören dem sei diese Frage jetzt hiermit beantwortet.
00:03:34: rund fünfhundert Stunden wird man wohl damit beschäftigt sein alle Einspruchfolgen hintereinander zu hören.
00:03:39: Also wenn das Sommerloch wirklich groß sein sollte hiermit sei es nun gestopft Und wer das tatsächlich tun sollte, der befindet sich in sehr guter Gesellschaft.
00:03:47: Denn unser Podcast wurde alles zusammengerechnet über elf Millionen Mal gestreamt.
00:03:52: Natürlich haben wir uns gefragt wie wir diesen runden Geburtstag begehen wollen abgesehen davon dass wir heute Abend noch alle zusammen anstoßen werden.
00:03:59: aber es ist natürlich auch eine gute Gelegenheit das nochmal im größeren Rahmen zu feiern.
00:04:04: aktuell läuft ja hier im Podcast, ich habe es gerade schon gesagt unser Sommer Spezial in dem wir uns die juristischen Berufsfelder anschauen.
00:04:12: Diese Reihe wollten wir jetzt nicht für das Jubiläum unterbrechen.
00:04:16: allerdings verschieben wir die Feier dafür und holen sie am zehnten September danach.
00:04:22: Und natürlich macht so ein Jubilänum am meisten Spaß wenn man ist nicht allein im Studio wie wir beide jetzt hier feiert sondern gemeinsam mit Ihnen liebe Hörerinnen und Hörern und Sie sind dementsprechend auch ganz ausdrücklich und herzlich zu unserer großen Jubilæumsfolge eingeladen.
00:04:35: Wir verlosen zehn Tickets für die Veranstaltung am zehnten September hier im FAZ Tower in Frankfurt.
00:04:40: Wenn Sie dabei sein möchten, schicken Sie uns eine kurze E-Mail mit einem Screenshot Ihres aktiven FAZ Premium Accounts an.
00:04:47: Redaktioneinspruch at FAZ.de.
00:04:50: Mit etwas Glück sehen wir uns dann Anfang September persönlich in Frankfurt.
00:04:55: Wichtig ist natürlich noch das Seil hinzugefügt dass das Abo auch noch zum Zeitpunkt der Veranstaltungen gültig ist
00:05:00: Und so viel sei versprochen.
00:05:02: es wird natürlich auch Sack geben.
00:05:03: Damit ist erst mal alles gesagt zu unserer großen Jubiläumsfolge Anfang September.
00:05:07: Wie gesagt, wir freuen uns auf Sie und deswegen machen wir jetzt hier aber erstmal weiter mit unserem Sommerspezial.
00:05:13: Und in der schauen wir uns heute die Bereiche an, die für ganz viele Juristinnen und Juristen eine ziemlich naheliegende Option ist nämlich die Justiz!
00:05:23: Genau jeder, der vielleicht Jura auch studiert hat, erkennt das.
00:05:25: Wenn man gefragt wird ja was machst du denn später einmal?
00:05:28: Und dann kommt natürlich die Vorstellung ja möglicherweise Richter oder Staatsanwältin und deswegen wollten wir uns diese beiden Berufsfelder natürlich auch in unserem Sommerspezial einmal anschauen und deswegen habe ich sowohl mit einem Richter als auch mit einer Staatsanwelt hingesprochen.
00:05:42: Einmal dem Dennis Rose und einmal der Anna Uhrbahn!
00:05:47: Ja, mich hat interessiert was diese beiden Berufe im Alltag eigentlich so ausmacht.
00:05:51: Weil man hat ja möglicherweise damit Berührungspunkte schon mal gehabt.
00:05:54: es reicht allein den Tatort zu gucken da kommen immer Richter und Staatsanwälte vor.
00:05:58: aber wie sieht der Beruf jenseits dieser klassischen Vorstellungen aus?
00:06:01: Und was macht diesen Job möglicherweise auch ein bisschen besonders?
00:06:05: Was sind die Vorzüge, aber was ist möglicherweise auch belastend?
00:06:08: Also es gibt ja immer wo Licht ist.
00:06:10: Es ist auch Schatten.
00:06:11: und was hat unsere beiden Gäste möglicherweise überrascht als sie in den Job eingestiegen sind?
00:06:17: denn das vielleicht auch für viele junge Hörerinnen und Hörern interessantes?
00:06:20: beide sind noch relativ jung also der Berufseinstieg liegt noch gar nicht so lange zurück und deswegen können Sie eben auch ganz gut erzählen wie sie damals eigentlich diesen Job gestartet sind und welche Hürden es da vielleicht zu nehmen gab
00:06:32: Klingt auf jeden Fall nach spannenden Einblicken, ich würde sagen dann hören wir mal rein.
00:06:40: Bei mir zu Gast ist jetzt Dennis Rose Richter am Amtsgericht Düsseldorf und bevor Dennis auf die Richterbank gewechselt ist war er als Rechtsanwalt tätig Und mit ihm spreche ich darüber.
00:06:50: ja wie wird man eigentlich Richter?
00:06:51: Was macht dem Beruf des Richters im Alltag aus und welche Fähigkeiten muss man für das Richteramt neben dem Juristischen können natürlich mitbringen um hier erfolgreich sein zu können?
00:07:02: Lieber Dennis, herzlich willkommen bei FHZ Einspruch.
00:07:05: Hallo Frederik!
00:07:06: Vielen Dank für die Einladung.
00:07:07: Ja sehr gerne.
00:07:08: Dennis bevor du auf die Richterbank gewechselt bist warst Du ja erstmals Rechtsanwalt tätig.
00:07:13: aber was hatte ich denn dazu bewogen die Rechtsanwaltsruhe gegen die Richterobe einzutauschen?
00:07:20: Ich war ungefähr ein Jahr lang als rechtsanwält tätig und ich wollte eigentlich im Referendariat schon auch nach dem Referendariats schon in Richtung Richterbank gehen.
00:07:34: Dann war es bei mir aber so, dass ich ganz schnell, also innerhalb von ungefähr einer Woche auf zwei eine Zusage von einem mittelständischen Kanzlei im Baurecht bekommen habe und ... Ich weiß nicht, ob zu dem Zeitpunkt meine Bewerbung fürs Richteramt schon angekommen ist.
00:07:48: Man steht dann nach einem zweiten Examen da, man hat auf einmal einen Jobangebot.
00:07:52: Und ich war dem Ganzen jetzt auch nicht negativ gegenüber eingestellt.
00:07:57: Ich hab auch im Referentariat eine Station gemacht in einer ähnlichen Kanzlerin.
00:08:01: Und deswegen habe ich das dann erst mal angenommen, also nach dem Motto was man in der Tasche hat.
00:08:06: Ich wusste auch nicht wie es mit der Bewerbung weiterläuft.
00:08:09: Deswegen habe ich meine Bewerbungen als Richter zurückgezogen und bin dann ja erstmal in das ganz Leileben eingestiegen.
00:08:16: Okay, also die Justiz war quasi zu langsam bzw.
00:08:19: privat.
00:08:19: Wir schaffen einfach schneller.
00:08:21: aber was hat denn für dich den Ausschlag gegeben?
00:08:23: Du hast dir gesagt du warst ein Jahr als Rechtsanwalt tätig.
00:08:27: Ja, die Bewerbung doch noch mal aufrecht zu erhalten oder dann doch nochmal die Seiten zu wechseln.
00:08:32: Ich hatte das
00:08:33: natürlich die ganze Zeit noch im Hinterkopf.
00:08:35: also im Referentariat hat man ja auch schon Einblicke da rein und es hat mich immer fasziniert.
00:08:41: Es hat mir immer Spaß gemacht wenn ich dort mit den Richtern reden konnte Wenn auch eben als Referendar dann neben dem Richter sitzt und zuguckt.
00:08:50: Und der Anwaltsberuf hat mir auch Spaß gemacht.
00:08:54: aber es hat natürlich.
00:08:57: Also der Anwaltsbuch hat mir Spaß gemacht, aber das ist natürlich eine sehr einseitige Interessenwahrnehmung und Muster.
00:09:03: Das ist ja auch richtig als Anwalt so für die Interessen seines Mandanten einstehen unabhängig davon ob man selber der Meinung ist dass er recht hat.
00:09:11: jetzt in rechtlicher oder menschlicher Hinsicht und das hat mich nicht so gefallen wie im Richterberuf, dass man dann eben dort sitzt und versucht erst mal mit beiden Parteien zu reden und irgendwie eine Einigung hinzubekommen.
00:09:27: Mir gedacht, jetzt versuche ich es einfach nochmal und hab mich dann aus dem Anwaltsberuf heraus noch mal beworben.
00:09:33: Und wie sieht sein Alltag als Richter aus?
00:09:37: Ich stelle mir vor, am Montags wann beginnt die Woche und wie sieht so ein klassischer Montag-Vormittag aus?
00:09:42: vielleicht?
00:09:43: Das kommt immer sehr darauf an in welcher Abteilung man gerade sitzt.
00:09:47: Wenn man an den Arbeitsalltag von einem Richter denkt, denkt man wahrscheinlich die meisten erstmal an Sitzungen und Robe.
00:09:54: Man sitzt dann in seinem Saal und es kommen verschiedene Leute rein, es werden Fälle verhandelt.
00:09:58: Aber das ist natürlich nur ein ganz kleiner Bereich des Alltags.
00:10:03: Bei mir ist es zum Beispiel so, ich habe aktuell eine Zivilabteilung als Einteil meiner Arbeitskraft.
00:10:07: Da hab' ich einmal die Woche Sitzungen.
00:10:09: Es gibt aber auch Abteilen, wo man zweimal oder am Land kriegt kann's auch sein, dass man mehrfach die Woche so einen Sitzungs-Tag hat.
00:10:16: Aber eigentlich ist der Hauptpartearbeit Büroarbeit.
00:10:19: Ich geh also mal im Büro mit der PC hochgefahren.
00:10:23: Ja, werden Urteile geschrieben die man verkünden muss.
00:10:26: Dann werden Sitzungen vorbereitet die man demnächst hat und natürlich muss auch so eine Abteilung im Laufen gehalten werden.
00:10:33: also Ladungen müssen gemacht werden Termine müssen bestimmt werden Schriftsetzer zur Stellungnahme raus oder an der Teil schon mal vorbereitend Hinweise.
00:10:42: Also ist es auch sehr viel wirklich Aktenarbeit und Papierarbeit.
00:10:46: Aber ist der Job dann überhaupt kommunikativ?
00:10:48: oder ist es eher so, dass man das für sich macht und man sitzt dann seine Stündchen da im Kämmerchen.
00:10:53: Und dann geht man wieder nach Hause?
00:10:54: Oder hat man auch Kontakt mit Kollegen oder wie muss man sich das vorstellen?
00:10:57: Also das kommt auch wieder darauf an wo man isst.
00:10:59: am Amtsgericht sind wir ja alleine in so einer Abteilung.
00:11:03: die wird also
00:11:03: zu viel
00:11:04: bearbeiten unsere Fälle alleine Wir bereiten die vor um und am Landgericht bin ich ja Teil einer Kammer.
00:11:12: Da habe ich also einen Vorsitzenden zwei Beisitzer Das Ich sag mal über die rechtlichen Fälle sehr viel Kommunikation, also sehr viel mehr Kommunikations als am Amtsgericht.
00:11:20: Aber man hat natürlich im Amts-Gericht auch Kollegen widersitzen und wenn wir mal was rechtlicher Erörter muss, geht man dann eben nicht zu seinem Beisitzer in der gleichen Kammer sondern zu seinem Zimmernachbarn zum Beispiel.
00:11:31: Also es ist da immer noch ein sehr kommunikativer Job wo man eben auch vier Kontakte den anderen Kollegen am Gericht hat.
00:11:39: Jetzt ja so du warst ja vorher jetzt anwalttätig und gibts vielleicht zur Bereiche wo du denkst Okay, es war vielleicht ganz gut vorher schon mal als Anwalt tätig gewesen zu sein.
00:11:46: Also ist das ein Vorteil?
00:11:48: Ist das möglicherweise später auch wenn ich mich dann bewerbe und möglicherweise als Rechtsanwalt tätig bin und feststelle okay, vielleicht ist das doch ganz anders, als ich mir dachte Justiz wäre vielleicht doch schöner.
00:11:57: Ist das ein Vorteil möglicherweise auch, wenn ich ja schonmal die Justiz von anderer Seite gesehen habe?
00:12:03: Das kann auf jeden Fall ein Vorteils sein!
00:12:05: Es ist jetzt keine Einstellungsvoraussetzung dass man vorher schon einmal anwalt war.
00:12:10: Aber man sieht natürlich auch mal, wie arbeiten die Leute, die dann nachher mit die Schriftsetze schicken und auf der Bank mitsitzen.
00:12:17: Es kann nicht schaden, dass man den Prozess mal aus allen Seiten betrachten kann.
00:12:23: Und Stichwort Einstellungsvoraussetzung?
00:12:25: Wie werde ich denn ganz konkret richter?
00:12:26: Also klar es gibt natürlich so feste Notenstufen, die kann man ja immer nachschauen weil ich glaube sie sind ja von Land zu Land beziehungsweise zum Teil sogar vom URG Bezirks-URG bezirk verschieden.
00:12:35: aber Gibt es darüber hinaus so Kriterien, die eine Rolle spielen, wenn ich richter werden möchte?
00:12:40: Beziehungsweise welche Kenntnisse bzw.
00:12:44: welche Eigenschaften muss ich denn selber als Bewerber mitbringen.
00:12:46: also was ist das Vorteil hat, wenn Ich Richter werden Möchte?
00:12:49: Also das wird schon gesagt dass läuft es am Anfang erst einmal über die Not.
00:12:53: Ich Muss also eine gewisse Note Mitbringen.
00:12:55: Das sind hier mindestens sieben Komma Sieben Sechs Punkte im zweiten Examen Am besten noch ein VB also den neuen Kommando Punkte in Zweiten Examen und Das ist die erste Hürde, die muss man nehmen.
00:13:07: Dann wird man eingeladen zu einem Assessment-Center.
00:13:11: Die finden dann jeweils an dem Oberlandesgericht statt und werden mehrere Kandidaten eingeladen.
00:13:15: Da wird noch mal ein persönliches Gespräch geführt.
00:13:18: Da sitzt ein Gremium, das meistens der Personaler aus der Leitungsebene jemanden Gleichstellungsbeauftragte.
00:13:25: Man sitzt dann divers in Personen gegenüber und dann wird erst mal ein persönliches Gespräch mit allen Bewerbern noch ein Gruppengespräch.
00:13:32: Und da geht es ... eben weniger um die fachliche, sondern um die persönliche Ereignung.
00:13:36: Man muss natürlich eine gewisse Entscheidungsfreude mitbringen in diesem Beruf.
00:13:39: Es hat keinen geholfen, wenn ich einen Tag acht Fälle verhandle und dann sitze ich aber die nächsten zwei Tage und überlege erst mal wie ich den ersten Fall denn entscheide.
00:13:48: Und man muss halt irgendwann auch das rechtlich durchdenken natürlich und am Ende dann eben die Entscheidung treffen.
00:13:55: Aber es geht auch sehr um das menschliche.
00:14:01: Fällen, Strafsachen zum Beispiel.
00:14:02: Da ist ja nicht nur die Straftat, sondern da ist eben auch der Täter an sich und oft sind das ja auch schwere Schicksale.
00:14:09: Sowohl auf Täter als auch Opferseite, die einem da begegnen können und so ein bisschen menschliches Einführungsvermögen kann da gar nicht schaden.
00:14:16: Und wenn ich dann dieses Gespräch überstanden habe danach kriege ich den Anruf oder bekomme ich das dann unmittelbar in dem Gespräch schon gesagt?
00:14:21: Top oder top oder wie muss man sich das vorstellen?
00:14:23: Genau!
00:14:24: Unmittelbar nach dem Gesprich.
00:14:25: Also es geht noch mal auf den Flur und dann werden wir nach und nach reingerufen.
00:14:28: Und dann bekommt man die Mitteilung, ob's geklappt hat oder nicht?
00:14:32: Okay!
00:14:33: Und wie viele Einfluss habe ich darauf, wo ich später arbeite?
00:14:37: Weil das ist ja immer so ein bisschen der Kritikpunkt wenn man sich für die ordentliche Gerichtsbarkeit bewirbt bzw.
00:14:41: also viele sagen das ja... Ich kann mir jetzt gar nicht so richtig aussuchen wo ich dann später arbeide.
00:14:44: Also ob ich jetzt zivilrechtlich tätig bin unter strafrechtlich Ist da was dran?
00:14:49: Ja, da ist schon was dran.
00:14:51: Im Einstellungsgespräch selber wird man erst einmal gefragt Gerichte gibt's zu denen man besonders gerne gehen möchte.
00:14:58: Man bewirbt sich ja in dem OLG-Bezirk, aber man wird in den OLG noch einen gewissen Gerichtsbezirk zugewiesen und natürlich kann man so Wünsche äußern, aber es ist auch immer davon abhängig wo jetzt plätzefrei sind ob man dann wirklich dahin kommt wie man hin möchte.
00:15:13: Und am Gericht selber ist es in den ersten Jahren so dass man meistens an allem das üblicherweise im Land gerichtet anfängt und danach einem Jahr wechselt man dann üblicherweise zum Amtsgericht Und dann im dritten Jahr wieder irgendwo hin.
00:15:27: Und intern kann man irgendwo Wünsche äußern, wo man hin möchte.
00:15:32: Es ist aber auch Teil des Berufs, das man eben in verschiedenen Rechtsgebieten einsatzbereit ist und auch in verschiedenen rechtsgebieten eingesetzt werden kann.
00:15:40: Deswegen hat man am Anfang weniger Einfluss darauf wohin man kommt.
00:15:44: Je länger man dabei ist, hat man natürlich vielleicht ein bisschen mehr Einfloss.
00:15:48: Aber man muss sich darauf einstellen dass wenn wir jetzt zum Beispiel nur zivilrecht machen schwer umzusetzen ist, weil man da noch irgendwann mal Strafrechtserfahrungen sammeln muss.
00:15:58: Also man muss flexibel aufgestellt sein?
00:16:00: Kann man das so zusammenfassen?
00:16:02: Ja und was ich mir noch gefragt habe, man hört ja immer wieder auch von vielen jungen Richtern dass die Arbeitsbelastung hier am Anfang gar nicht mal so ohne ist.
00:16:08: also kann man das über den Daumen peilen.
00:16:11: wie viel arbeite ich eigentlich jetzt Richter?
00:16:12: also komme ich so auf meine vierzig Stunden?
00:16:14: oder ist es eher so dreißig Stunden oder fünfzig Stunden?
00:16:16: also kann Man das in stunden möglicherweise messen.
00:16:21: Das ist sehr schwer zu sagen das hängt Natürlich auch irgendwo mit der Berufserfahrung ab.
00:16:25: Also jemand, der zehn Jahre dabei ist erfasst so einen Fall vielleicht schneller als jemanden die Akt jetzt zum ersten Mal liest.
00:16:32: und es hängt auch immer sehr davon ab wo ich arbeite.
00:16:34: Es gibt Kammern oder Abteilungen, die Fälle haben, wo man sehr lange daran arbeitet Wo man sehr in die Tiefe einsteigen muss.
00:16:43: Es gibt aber auch Abteilung, die kürzere Fälle habe.
00:16:46: Dann gibt's Abteilungsfälle, die sehr voll sind Abteilingsfälle die weniger voll sind.
00:16:50: also das hängt alles ein bisschen davon ab, wo man gerade ist und wieviel Erfahrung man in dem Bereich schon mal hat.
00:16:57: Aber am Anfang ist es üblicherweise auch aus der Erfahrung von mir und meinen Kollegen heraus so dass die Arbeitsbelastung gerade am Anfang natürlich etwas höher ist was aber auch an den Natur des der Arbeit liegt.
00:17:08: also wir haben ja jetzt keine festen Vorgaben, wie viele Stunden wir arbeiten müssen.
00:17:12: Sondern wir werden eine Abteilung zu gewesen oder in einer Kamera und dann gibt es eine bestimmte Anzahl von Fällen die neu reinkommen.
00:17:18: Und da sollte man natürlich dafür sorgen dass am Ende so viel Fälle erledigt werden wie neue Reinkommen damit sich das ungefähr die Waage hält.
00:17:24: Wenn ich am Anfang für so einen Fall bearbeite natürlich mehr Zeit brauche.
00:17:28: Ich will aber meine sagen mal fünf Fälle pro Woche erledigen arbeite ich davon natürlich mehr als wenn ich jetzt ähnlich gelagerte Fälle schonmal seit zehn Jahren verhandle.
00:17:37: Dadurch ist es wirklich so, dass am Anfang die Arbeitszeit etwas höher ist als später.
00:17:42: Wie viele Fälle arbeitet denn eine Zivilabteilung im Jahr ab?
00:17:45: Gibt's da Richtwerte bzw.
00:17:47: die vorgegeben werden oder...
00:17:49: Da muss ich auch wieder auf diese Juristen Antwort zurückgehen, das hängt davon ab!
00:17:54: Das hängt auch von der Art der Fälle ab.
00:17:56: Ich arbeite hier am Amtsgericht Düsseldorf und wir sind ein Amtsgricht am Ort eines Flughafens und auch am Sitz einer großen Fluggesellschaft Und wir haben zum Beispiel sehr, sehr viele fluggastrechte Sachen.
00:18:07: Man kommt ja – denke die meisten werden es kennen – wenn mein Flug verspätet ist und annuliert ist habe ich gegebenenfalls einen Anspruch auf eine Entschädigungszahlung.
00:18:17: Die Klage kann immer an dem Gericht eingereicht werden, an dem ich in Bezirk mit einem Düsseldorf auf den Flughafen starte oder lande, kann ich das eben auch als Richtdüsseldorff einklagen.
00:18:27: Dadurch haben wir sehr viel solcher Fälle, die sind natürlich Massenverfahren.
00:18:33: Dadurch habe ich jetzt so einen Fall schneller abgearbeitet als, was ich auch bekommen kann.
00:18:36: Zum Beispiel eine gigantische Klage über eine Nebenkostenabrechnung mit seventy-fünf Einzelpositionen in der jede Streit ist wo ich natürlich viel länger brauche als die Entscheidung.
00:18:45: wurde der Flug annuliert und durfte die Fluggesellschaft das.
00:18:49: Dadurch gibt es also eine allgemeine Zahl dazu.
00:18:52: wie viele Fälle
00:18:54: ich
00:18:55: pro Monat erledigen müsste gibt es nicht.
00:18:56: Ich kann aber zum Beispiel für mich sagen, ich hab eine halbe Zivilabteilung.
00:19:00: aktuell besitzt so ungefähr fünf Verfahren pro Woche und daneben laufen dann eben noch Urteile im schriftlichen Verfahren.
00:19:09: Wie gut ist ja Beruf des Richters eigentlich.
00:19:12: mit dem Rest des Lebens nenn ich es mal vereinbar, also Stichwort?
00:19:16: Ich möchte vielleicht eine Familie gründen, Stichworte.
00:19:18: Ich habe vielleicht auch noch Hobbys und komme dann vielleicht auf nachem Referendariat dazu mal sie auszuleben.
00:19:22: Also ist Richter so ein Job wo ich noch ganz gut eine Familie parallel zu haben kann oder ist das eher so einen twenty four seven Job?
00:19:30: oder wie verhält sich das?
00:19:32: Nein, das ist daneben auf jeden Fall gut möglich.
00:19:36: Wer mir die Richterliche frei hat, dann muss ich jetzt auch nicht mal jeden Tag um acht Uhr anfangen und höre um sechzehnunddreißig auf sein.
00:19:42: Das ist auch frei!
00:19:44: Mir kann niemand vorschreiben wann ich
00:19:45: ... dass
00:19:46: wird die Arbeit erledige.
00:19:48: Hauptsache sie wird erledigen Sie wird vernünftig erledigt.
00:19:50: Dadurch kann ich auch ja dann mal mittags nachmittags das Kind von der Kita kurz abholen oder vormittags dahin bringen und arbeite dann die Zeit vielleicht abends.
00:20:00: also Da ist man sehr, sehr frei und man hat auch die Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten.
00:20:06: Also in dem Bereich ist die Justiz wirklich sehr gut aufgestellt.
00:20:11: Worüber wir jetzt noch gar nicht gesprochen haben oder was natürlich auch viele Zuhörer interessiert ist das Thema Geld und im internationalen Vergleich wird ja immer relativ häufig gerügt dass die Richter-Gehälter in Deutschland zu niedrig sind.
00:20:22: und du hast ja nochmal vielleicht einen anderen Blick auf die Richtersbesäudung weil du warst ja selber als Rechtsanwalt vorher tätig.
00:20:27: Wie würdest du das Thema Einstufen Richterbesäudung?
00:20:30: Ist das angemessen für den Job, den man macht?
00:20:33: Weil Richter haben ja auch sehr viel Verantwortung oder ist es möglicherweise zu niedrig.
00:20:39: Und das ist jetzt eine sehr subjektive Wahrnehmung, würde ich sagen.
00:20:42: Ich habe in einer mittelständischen ganz leike Arbeit als Anwalt und da war mein Gehalt etwas niedriger als das Einschicksgehalt als Richter.
00:20:52: aber natürlich kommt man im In der Justiz jetzt nicht unbedingt an die Gehälter aus den Großkanzleien ran.
00:20:58: Also das muss man ganz klar sagen, die Großkatzleien zahlen natürlich deutlich besser.
00:21:03: Dafür ist dabei auch ein ganz anderes Arbeitsklima, so eine ganz andere Atmosphäre und anderer Druck der da ist.
00:21:10: Obwohl man natürlich in der Justiz auch erhebliche Verantwortung trägt.
00:21:16: Ich würde sagen, dass es sich nicht schlecht ist.
00:21:18: Da darf man auf keinen Fall drüber meckern.
00:21:20: aber wenn man jetzt sagt wir wollen gerne als Justiz die Leute ranholen die auch sonst in die Großkanzleien gehen, da wäre natürlich noch ein gewisser Verbesserungsbedarf.
00:21:32: Und wie ist das wenn ich jetzt feststelle?
00:21:34: Okay, ich werde vielleicht mit Mitte zwanzig gibt es ja manche, die sehr schnell Jura studieren und dann das Referendariat abschließen und Richter werden und sich dann vielleicht mit Anfang Mitte dreißig überlegen okay Richter kann nicht mehr grundsätzlich vorstellen aber ich möchte gerne nochmal was anderes machen.
00:21:49: also wie flexibel bin ich damit Richteramt, also gibt es noch Aufgaben möglicherweise innerhalb der Justiz die mir dann offen stehen.
00:21:55: oder bin ich quasi festgelegt auf meine richterinliche Kerntätigkeit?
00:22:02: Nein das ist auf keinen Fall.
00:22:03: Das ist auch ein sehr schöner Teil des Berufs.
00:22:06: man hat sehr viele Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln und das ist ja nicht nur eine andere Tätigkeit ausüben als Richter sondern man kann auch erst mal intern wechseln.
00:22:16: Man kann dann ins Strafrecht reingucken Man kann auch am Mannsgerichtensbetreuungsrecht oder familienrechtliche Verfahren reingucken.
00:22:23: Aber wenn man dann mal ganz weg möchte von der richterlichen, vom Rechtsprechung-Tätigkeit gibt es da sehr viel.
00:22:29: Es gibt auch Arbeitsstellen in der Verwaltung der Gerichte.
00:22:34: Dann leitet man die IT oder man verwaltet im Personalwesen des Gerichts etwas, um sich um Dienstaufsicht zu beschwerden.
00:22:44: Alles was an Verwaltungstätigkeit in so einem Gericht anfällt Das machen auch die Richter und das sind sogenannte Dezernentenstellen, in denen man dann eben auch solche Erfahrungen sammeln kann.
00:22:54: Andererseits kann ich eine Abordnung machen.
00:22:56: Dann geht es vor dem Gericht, indem ich eine Rechtsprechung arbeite zum Beispiel in verschiedenen Ministerien, in den ich dann mitarbeite.
00:23:04: Und es gibt... Auch das ist ein Manchen Bundesländern verpflichtend hier im Nordrhein-Westfalen nicht.
00:23:11: Das kann man hier machen.
00:23:12: Den Wechsel zwischen ... den Gerichten als Richter und der Staatsanwaltschaft.
00:23:17: Dann arbeite ich eben mal eine Zeit lang bei der Staatsaanwaltschaft, das Staatsanwalt... ...und dann geht es wieder zurück ans Gericht.
00:23:22: also auch da kann ich viele verschiedene Einblicke
00:23:23: sammeln.".
00:23:26: Und vielleicht so zum Abschluss nochmal die Frage angenommen?
00:23:29: Ich stecke jetzt mitten im Studium und merke schon okay Richteramt, dass ist genau mein Ding.
00:23:34: Gibt's einen Sohn Wege wie ich mich schon ein bisschen darauf... quasi spezialisieren kann bzw.
00:23:38: vorbereiten kann, also wie komme ich in den Richterberuf?
00:23:41: Also lohnt es sich einen speziellen Schwerpunkt zu machen oder... Wie kann man das forcieren?
00:23:49: Ja da sind wir ja schon bei dem Voraussetzungen so ein bisschen darauf eingegangen.
00:23:53: Ich denke das wichtigste ist erst mal die Examsnote.
00:23:55: Also ich sollte mich drauf fokussieren dass ich am Ende des Tages mit einem vernünftigen Exam dastehe.
00:24:01: Es kann sicherlich nicht schaden wenn man diesen Wunsch folgt und schon ein Praktikum am Gericht gemacht hat oder vielleicht in der Wahlstation auch mal sich das Ganze anguckt.
00:24:10: Auch wenn man wirklich sicher ist, dass man das denn machen möchte und ja... Das schadet jedenfalls im Ende des Tages nicht!
00:24:18: Okay wir halten fest die Note ist nicht ganz irrelevant.
00:24:21: Ja ganz herzlichen Dank, das war Dennis Rose.
00:24:23: Dennis Rose ist Richter am Ansgericht Düsseldorf und wir haben über den Richterberuf gesprochen und warum es sich lohnt richter zu werden.
00:24:30: Ganz herzliche Dank und viel Grüße nach Düsseldov.
00:24:32: Vielen Dank.
00:24:35: Bei mir zu Gast ist jetzt Anna Urbahn.
00:24:37: Anna Urban ist Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal und mit Anna Urband spreche ich jetzt über die Besonderheiten ihres Jobs, wie es so ist tagtäglich das Recht durchzusetzen.
00:24:48: Herzlich willkommen bei FAZ.
00:24:49: Einspruch.
00:24:50: – Anna Urbahn!
00:24:50: Ja
00:24:51: vielen Dank für die Einladung.
00:24:53: Ja sehr gerne.
00:24:54: Anna du bist ja Staatsanweltteam bei der Stadtanwaltschaft Wuppertaal.
00:24:58: war das eigentlich von Anfang an deinem Plan als du nach dem Abitur überlegt hast was du machen möchtest?
00:25:03: oder war das möglicherweise sogar dein Traum?
00:25:05: Nein, absolut nicht.
00:25:07: Also bis zu meiner Pflichtstation bei der Staatsanwaltschaft im Rahmen des Refereneriats bin ich also wirklich niemals davon ausgegangen dass sich im Bereich des Strafrechts tätig sein werde.
00:25:17: Ich habe es eher für ausgeschlossen gehalten.
00:25:20: Die Bearbeitung der Ermittlungsverfahren und die Wahrnehmung der Sitzungsvertretung im Rahmen der Station hat mir dann aber derartig Freude bereitet, dass ich dann meine Wahlstation auch bei der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf absolviert habe.
00:25:33: Und spätestens zu diesem Zeitpunkt waren wir dann klar, das ich unbedingt Staatsanwältin werden möchte.
00:25:38: Aber im Studium und auch zum Abitur hin habe ich niemals damit gerechnet, dass sich hier sitzen.
00:25:45: Aber gab's da so einen konkreten Moment, also wo es dann so Klick gemacht hat und du dir überlegt hast, hm, Staatsanwältin das wäre doch was für mich?
00:25:52: Ja im Referendariat gabs den.
00:25:55: Im Referendariat ist man ja erstmals mit den tatsächlichen Tätigkeiten befasst und in dem Rahmen nimmt man auch Sitzungsvertretungen wahr.
00:26:03: Und gerade die Sitzungsvertretung hat mir dann derartig Freude bereitet, dass ich das unbedingt machen wollte.
00:26:10: Eigentlich war mein Plan im Medizinstrafrecht tätig zu werden und ich hatte die Absicht im Rahmen meines Referendariats derartige Stationen zu absolvieren.
00:26:20: aber in der anschließenden Verwaltungstation war für mich schon klar Ich möchte wieder in Sitzungen tätig sein und ich möchte gerne als Staatsanwältin arbeiten.
00:26:31: Und wie sieht jetzt dein Alltag aus?
00:26:32: Also ist das tatsächlich so ein bisschen, wie im Sitzungsdienst.
00:26:34: Also viele die Jura studiert haben, die können sich da vielleicht ja selber noch dran zurück erinnern.
00:26:38: also ich weiß dasselbe auch noch erst mal als ich dann da plädiert habe, da mir kräftig die Knie geschlottert.
00:26:44: und diesen Sitzungstienst hat man jetzt wahrscheinlich auch in der Realität als Staatsanwältin?
00:26:48: Genau, den Sitzungsdienst hat man auch als Staatsanwältin.
00:26:52: Circa einmal pro Woche ist man als Sitzungvertreterin oder Vertreter am Amtsgericht oder Landgericht eingesetzt.
00:27:00: Der Berufsalltag ist ansonsten auf jeden Fall sehr abwechslungsreich, kein Verfahren gleich dem anderen.
00:27:06: Aber der überwiegende Teil der Arbeit wird natürlich im Büro verrichtet und der größte Teil der Arbeiter besteht darin die Ermittlungsverfahren zu leiten.
00:27:15: Wir entscheiden also welche Ermittlungen erforderlich sind.
00:27:19: wir bewerten Beweise und treffen Entscheidungen darüber ob Anklage erhoben wird oder ob ein Verfahren eingestellt werden soll.
00:27:28: Das ist also der größte Teil der Tätigkeit.
00:27:32: Ja, viele haben ja jetzt so ein Bild vom Staatsanwalt bzw.
00:27:34: der Staatsanwelten vielleicht aus dem Tatort, dass es immer so... Der Staatsanwald ist immer ganz vorne mit dabei zu ermitteln und schnappt den Täter am Ende fast noch selbst?
00:27:43: Ist das in der Realität auch so?
00:27:44: Also kommt man auch mal an die Tatorte und kann man was im Augenschein nehmen.
00:27:48: oder ist das tatsächlich so, wie du gerade schon ein bisschen das Ankleingen lassen, dass man sehr viel Zeit am Schreibtisch verbringt?
00:27:54: In der Praxis ist es natürlich so, dass wir die meiste Zeit am Schreibtisch verbringen.
00:27:58: Insgesamt ist man aber sehr flexibel in der Gestaltung und Strafverfolgung ist auf jeden Fall Teamarbeit.
00:28:04: Wir arbeiten eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen und begleiten die Verfahren von den ersten Ermittlungen bis zur Hauptverhandlung sowie dem Vollstreckungsverfahren auch.
00:28:13: Und der regelmäßige Austausch mit Polizei, Sachverständigen, Gerichten oder auch Ausländerbehörden macht den Beruf auf jeden Fall besonders interessant und trägt schlussendlich dazu bei, sachgerechte Entscheidungen zu treffen.
00:28:27: Und dann in diesem Rahmen gerade im großen Ermittlungsverfahren ist es also auch möglich dass wir die Ermittungsbehörde einsetzen wie Durchsuchungsmaßnahmen der Vollstreckung von Haftbefehlen oder Vernehmungen zu begleiten um direkt vor Ort Entscheidungen der Verfahren treffend zu können.
00:28:44: Also insofern manchmal gibt es auch Momente, die den Aufnahmen im Tatort
00:28:51: gleichen.".
00:28:52: Und ich denke mal das sind dann wahrscheinlich auch die Momente die besonders viel Spaß machen?
00:28:56: Ja auf jeden Fall!
00:28:56: Das macht auf jeden fall einen großen Teil der Tätigkeit aus und gerade die Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden, dem breitet auf jedenfall sehr große Freude.
00:29:06: Aber gibt's auch Teile an deinem Job wo du sagen wirst okay das macht jetzt nicht so viel Spaß dass ist eher so.
00:29:10: die lästige Pflicht.
00:29:12: Und ja, die gibt es natürlich auch wie vermutlich in jedem Job.
00:29:18: Es ist kein Geheimnis dass die Arbeitsbelastung in den Staatsanwaltschaften sehr hoch ist.
00:29:23: das die Staatsanwaltschaften überlastet sind ist keine Frage und geht ja auch regelmäßig durch die Medien.
00:29:31: Wir bearbeiten häufig eine Vielzahl vom Verfahren gleichzeitig, teilweise dauern die Ermittlungen über Jahre an weil überall Not am Mann ist.
00:29:41: Das ist natürlich auch in der täglichen Tätigkeit manchmal anstrengend und frustrierend Sachen gemacht werden müssten, die schlussendlich nicht so ausgeführt werden wie man sich das vorstellt und dadurch dann auch der Erfolg immer eingeschränkt wird.
00:30:00: Aber wie macht sich das denn konkret bei dir bemerkbar?
00:30:02: Du hast ja gerade schon gesagt es gibt eine Zahl die man durch die Medien geist hat ist ja die dass eine Million auf ne Strafverfahren derzeit bei den Staatsanwaltschaften bzw in der Justiz anhängig sind.
00:30:11: Und wie spürt man das an der Basis?
00:30:13: also
00:30:15: Also ich komme morgens ins Büro
00:30:17: und
00:30:17: mittlerweile sind wir ja auch überwiegend digital.
00:30:20: Und öffne mein Programm an der Arbeiter, E-IIa heißt das.
00:30:26: Dort verfüge ich dann über ein Pensum.
00:30:28: Das macht meine Dezernatsarbeit quasi aus.
00:30:33: Derzeit ist es beispielsweise so, dass ich über hundert Verfahren in meinem Pensum habe, welchen heute bearbeiten könnte oder sollte.
00:30:44: und das ist natürlich faktisch nicht möglich, weil nicht nur diese hundert sondern nebenbei gibt es dann auch noch Papierakten.
00:30:52: Nebenbei bin ich in Hauptverfahren tätig, nebenbei muss sich andere Ermittlungen führen und sich von diesen Zahlen dann runter zu arbeiten ist enorm schwierig.
00:31:02: Gibt's einen Licht am Ende des Tunnels?
00:31:04: Also ist irgendwie Apfel für in Sicht quasi davon auszugehen, dass dieses Pensum weiterhin so hoch bleiben wird?
00:31:11: Also ich glaube das Pensum wird grundsätzlich weiter hochbleiben.
00:31:14: Aber es ist auf jeden Fall Abhilfe dahingehend in sich, dass laufend hier eingestellt wird.
00:31:20: Hier bei der Staatsanwaltschaft Puppertal sind diverse Neueinstellungen in diesem Jahr vollzogen worden und auch noch angedacht.
00:31:26: Ich glaube alleine diesen Jahr wurden fünf bis zehn neue Staatsanwältinnen und Staatsanwelter eingestählt die dann auch gerade in den allgemeinen Bezernaten Entlastung schaffen sollen.
00:31:38: Stichwort Einstellung vom Staatsanwälten.
00:31:40: Wie wird man eigentlich Staatsanwelt hin?
00:31:42: Also klar, man muss erstes zweites Examen machen aber wie läuft dann dieser Prozess ab von?
00:31:47: ich habe mein Zweites Exam bestanden und ich hab meinen ersten Tag als Staatsanwelthin.
00:31:52: Man bewirbt sich bei den Generalstaatsanwaltschaften.
00:31:56: Derzeit ist es so, dass man sich nach dem zweiten Staatsexamen für den staatsanwaltschaftlichen Dienst bewerben kann.
00:32:02: So jedenfalls in Nordrhein-Westfalen.
00:32:04: Voraussetzungen hierfür sind im Zweiten Staatsexam mindestens sieben, sieben Sechs Punkte.
00:32:10: aber derzeit werden auch Bewerberinnen und Bewerbere eingestellt die mindestens Sieben Punkte im juristischen Staatsexamin, im zweiten Juristischen Staatsexamen erreicht haben und darüber hinaus über besondere Erfahrungen oder Kenntnisse im Bereich der Strafrechtspflege verfügen.
00:32:25: Das sind z.B.
00:32:26: absolvierte Praktika- oder absolvierte Referendarstationen, auch eine Tätigkeit im Bereich des Strafrechtspflegens oder eine Vortätigkeit als Strafverteidigerin oder Strafverteiliger.
00:32:39: Dann wird man bei den Generalstaatsanwaltschaften ein Gewehrungsgespräch eingeladen.
00:32:45: Das ist kein klassisches... Assessmentcenter, sondern einfach ein einfaches Gespräch mit dem jeweiligen Generalstaatsanwalt oder der Generalstaatesanwältin und dann sitzen meistens noch weitere Personen dabei.
00:32:58: Das Gespräch geht etwa eine Stunde und bereits nach dieser Stunde wird dann entschieden ob man in den staatsanwaltschaftlichen Dienst eingestellt wird oder
00:33:07: nicht.
00:33:08: Wie geht es dann nach weiter?
00:33:09: Ist das so ein bisschen wie im Referendariat, dass man bei der Staatsanwaltschaft sehr schnell ins kalte Wasser geworfen wird.
00:33:14: Also ich verweise noch mal auf den Sitzungsdienst und meine Schlottern den Knie.
00:33:18: oder ist das so, dass am Anfang so ein bissel an die Hand genommen wird und quasi in die Dezernatsarbeit eingeführt wird?
00:33:23: Man wird auf jeden Fall in die Dietsernatsarbeit angeführt.
00:33:26: dafür sorgt ja auch die Behördenleitung.
00:33:28: Man kriegt die ersten Monate einen Gegenzeichner an die hand, der einem helfen soll.
00:33:33: Das ist jeweils eine Oberstaatsanwältin die entsprechenden Abschlussverfügungen und die Verfügung gegenzeichen.
00:33:42: Und eben auch überprüfen bzw.
00:33:44: Hilfestellungen leisten, und man hat häufig auch eine Mentorin oder ein Mentor, die allgemeinen beim Ankommen hier in der Behörde hilft.
00:33:54: Insgesamt gibt es auf jeden Fall sehr viele junge Kolleginnen und Kollegen, die den Einstieg enorm erleichtern.
00:34:02: Was muss ich denn mitbringen um Staatsanwälte beziehungsweise Staatsanwalte zu werden?
00:34:06: Ich habe schon rausgehört, man muss sich jetzt nicht von Semester eins für Strafrecht brennend interessiert haben.
00:34:11: So wie es vielleicht bei dir auch der Fall war aber so ein Strafrechtsschwerpunkt hilft wahrscheinlich.
00:34:17: Das Studium vermittelt dann erst mal das juristische Handwerkszeug.
00:34:20: Ein bestimmter Schwerpunkt ist auf jeden Fall nicht erforderlich, so war es ja auch bei mir aber zumindest sich im Referendariat einmal dort einzufinden und zu schauen ob diese Tätigkeit für einen was ist.
00:34:32: Das ist auf den Fall enorm hilfreich weil man muss sich im Berufsalltag zurechtfinden und der Berufs Alltag muss einem Spaß machen.
00:34:42: Und insgesamt sollte man für den Beruf auf jeden Fall Freude an analytischen Denken haben, sorgfältig arbeiten können und vor allem auch entscheidungsfreudig zu sein um hier in den Massen klarzukommen.
00:34:55: Natürlich Belastbarkeit, Kommunikationsfähigkeit und die Bereitschaft sich ständig in andere Sachverhalte einarbeiten zu können.
00:35:02: Es sind auch notwendig aber insgesamt glaube ich wer sich durch das erste und zweite Staatsexamen gekämpft hat der bringt die notwendigen Voraussetzungen mit um sich hier gut einfinden zu
00:35:13: können.
00:35:14: Gab es denn da nach dem Berufseinstieg so etwas was vielleicht nochmal völlig anders war als im Referendariat?
00:35:19: Also irgendwas womit du so vielleicht gar nicht gerechnet hattest also vielleicht auch die Station bei der Staatsanwaltschaft gemacht hast?
00:35:25: Nee, also ich finde im Referendariat bekommt man auf jeden Fall einen sehr guten Einblick darüber.
00:35:32: Die Sitzungsvertretungen gestalten sich natürlich noch mal etwas anders als im Referentariat weil man vorwiegend nicht bei den Amtsgerichten und den jeweiligen Strafrichtern eingesetzt wird sondern In den Sitzungsdiensten.
00:35:46: hier wird man dann natürlich auch bei den Landgerichten und bei den Amtsgerichten- und Schöffengerichten eingesetzt.
00:35:52: Das ist natürlich nochmal eine andere Art von Sitzung, als die man im Rechtsreferendariat erlebt.
00:35:58: Man hat also in der Regel im Sitzungenalltag nicht die Masse zu bewältigen, die man als Rechtsrefrendarin oder Rechtsrefrontat absolvieren hat, sondern da hat man an den Tagen meistens nur eine oder zwei Sitzungeben.
00:36:13: Welche Perspektiven habe ich eigentlich, wenn ich Staatsanwält werde beziehungsweise Staatsanwelt hin?
00:36:17: Also nehmen wir mal an.
00:36:19: Ich bin durch mit meinem Studium so mit Ende zwanzig, entscheide mich dann, Staatsanwelten zu werden.
00:36:23: muss sich das da mein Leben lang bleiben oder kann ich mich dann möglicherweise auch noch einmal entwickeln?
00:36:27: innerhalb der Justiz
00:36:29: Nein, es gibt auf jeden Fall viele Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Behörde.
00:36:35: Man kann sich also neben den allgemeinen Strafsachen auch bestimmte Deliktsbereiche spezialisieren, etwa Wirtschafts- oder Kapitalstrafrecht oder beispielsweise im Betäubungsmittelkriminalität eingesetzt werden.
00:36:49: Es ist insgesamt auf jeden fall möglich Führungsaufgaben zu übernehmen oder auch an Generalstaatsanwaltschaften oder Ministerien zu wechseln.
00:36:57: Der Beruf bietet weil sehr viele Perspektiven, das merkt man auch hier an dem Kommen und Gehen der Staatsanwälte hin und Staatsanwelte.
00:37:05: Also jedes Jahr gehen viele der Kolleginnen und Kollegen in die Erprobung.
00:37:09: Das ist die Beförderung oder erst mal die Ausbildung zur Beförderung schlussendlich zu den Generalstaatsanwaltschaften, kommen dann teils als Oberstaatsaanwältinnen und Oberstaatanwälte wieder.
00:37:24: Meinst du, hier bleiben auch beide die Generalstaatesanwalschchaften, die natürlich auch noch mal einen anderen Aufgabenbereich haben als wir oder wiederum andere gehen.
00:37:33: zu den Ministerien?
00:37:35: Ja, nun hast uns jetzt viel über dein Alltag beschrieben über die ups and downs des Staatsanwaltsberufs.
00:37:41: Wenn du jetzt mal zurückblickst, wirst du die Entscheidung wieder so treffen und wieder Staatsanwältinnen werden wollen oder würdest du möglicherweise einen anderen Beruf anstreben?
00:37:50: Nein.
00:37:50: Ich würde auf jeden Fall den gleichen Beruf an streben und würde es immer wieder so machen.
00:37:56: Insgesamt bin ich sehr glücklich hier und bin auch sowohl in Duisburg als auch in Wuppertal sehr glücklich gewesen.
00:38:04: Ich war nämlich vorhin in Duiskburg eingesetzt, man hat hier sehr viele nette Kolleginnen und Kollegen und Mitarbeiter in den Behörden, die einen den Arbeitsalltag sehr positiv machen.
00:38:20: Ja, super.
00:38:21: Ganz herzlichen Dank!
00:38:22: Dann drücken wir fest die Daumen, dass die Aktenberge den Nähpferd etwas kleiner werden.
00:38:26: Das war Anna Obern.
00:38:27: Anna Oern ist Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal und mit ihr habe ich über ihren Berufsweg gesprochen und über Ihren Alltag als Staatsanwelt hin.
00:38:35: Ganz herzlich Dank und viele Grüße nach Wuppertaal.
00:38:37: Vielen Dank.
00:38:42: Damit sind wir schon am Ende unserer Sendung angekommen.
00:38:44: Wer uns eine Hörerfrage stellen möchte oder Feedback und Themenideen für unseren Podcast hat, der kann Sie gerne an redaktioneinspruch.de schicken.
00:38:53: Die Hörervrage senden Sie bitte als Sprachnachricht!
00:38:57: Und unter frankwurtherallgemeine.es-referendariat finden alle angehenden Referendare, alle Informationen für ein Referendariat im Justizjariate FAZ und wer möchte kann sich dann bei uns hier in der Einspruchredaktion natürlich auch einbringen.
00:39:15: fürs erste bedanken wir uns fürs zuhören.
00:39:17: ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!
00:39:19: Auch von mir eine schöne woche und bleiben Sie Anspruch treu.