00:00:04: Herzlich willkommen zu Folge.
00:00:05: vierhundert und drei schon des FAZ Einspruch Podcasts, des Podcast der FAZ Zu Recht Justiz und Politik.
00:00:13: Heute ist der neunzehnte August zwei tausend sechsundzwanzig.
00:00:16: ich bin Reinhard Müller und wir gegenüber sitzt mein bewährter Kollege Frederik Orlovsky.
00:00:20: Guten Tag Herr Orlovski.
00:00:22: Hallo Herr Müller.
00:00:23: Unser Sommerspecial Was kann Ich mit Jura Machen?
00:00:27: Etwas Lapp sich formuliert geht in die sechste Runde.
00:00:29: Wir waren schon beim Thema mit Jure an den Jurismus in die Verwaltung, in die Justiz.
00:00:33: Ganz originell und zuletzt jetzt... ...die Tätigkeit in einer Großkanzlei!
00:00:38: Worum geht es heute?
00:00:40: Ja, heute sind wir etwas traditioneller unterwegs denn es geht um Wissenschaft und Lehre und Tradition ist ja auch das Stichwort Denn die Wissenschaft und Leere findet ja traditionell eben an den Universitäten statt.
00:00:49: Und deswegen fangen wir genau da auch an, an der Universität.
00:00:53: Ich habe mit Philipp Overkamp gesprochen.
00:00:55: Philipp OverKamp ist Juniorprofessor an der Ruhr-Universität Bochum ist das gerade auch erst geworden und deswegen ist er der ideale Gesprächspartner um mir zu erklären, ja wie wird man eigentlich Juraprofessor?
00:01:05: Und was macht man da eigentlich als Jurapprofessor?
00:01:07: also ganz konkret, wie sieht eigentlich Forschung auf dem Gebiet der Rechtswissenschaft aus.
00:01:14: An der Uni lernt man aber nicht nur forschen sondern muss sich irgendwann auch aufs Examen vorbereiten.
00:01:19: Das geht an der Universität Aber traditionell gibt es seit hunderten von Jahren etwas grob gesagt jedenfalls schon für Goethe und Bismarck aktuell den sogenannten privaten Repetitor.
00:01:32: Und auch dem wollen wir uns nicht verschließen, weil sehr viele Juristen da hinlaufen und deswegen sprechen wir noch mit wem?
00:01:41: Mit Christian Sommer.
00:01:42: und Christian Sommer ist – Sie haben es schon verraten – Repetitor, und zwar bei Altmann Schmidt in Münster….
00:01:47: Also ein ganz alter eingefahrene Repetito!
00:01:50: Ganz alt, genau.
00:01:51: beziehungsweise Herr Sommer selbst ist noch nicht so alt.
00:01:53: Aber im Gespräch weißt ihr auch darauf hin dass es Altmann-Schmidt ja schon seit siebzig Jahren mittlerweile gibt.
00:01:57: also so alt wie die Bundesrepublik ist auch Altmann Schmitt und hier im Podcast hat er mir dann erzählt was er als Repetitor eigentlich so macht warum es Repetitoren seiner Meinung nach braucht?
00:02:07: Und wir haben natürlich auch über das Thema Geld gesprochen.
00:02:09: ganz konkret Wie viel verdient man eigentlich als repetitor?
00:02:14: Wunderbar!
00:02:15: An dieser Stelle noch ein kurzer Hinweis der September rückt näher Feiern und selbst, aber auch Sie alle mit einer Sonderfolge auf die wir schon hingewiesen haben aus Anlass unserer vielnützten Einspruch Podcast Folge.
00:02:28: Und nach Frankfurt kommt in die FHZ der Präsidenten des Bundesverfassungsrichts Stefan Habert und sie können live dabei sein!
00:02:48: Bekannte und bewährte e-mailadresse redaktioneinspruchatfrz.de Und dann landet ihr Name im Loostopf, und mit etwas Glück sind sie dann am zehnten September live hier in Frankfurt bei der Aufnahme mit dabei!
00:03:03: Eine gute Examsnudel kann man nicht gewinnen aber wie immer wenn man kommt und weiterhin zuhört erhöht man seine Chancen sehr.
00:03:11: Bei mir zu Gast ist jetzt Philipp Overkamp, Juniorprofessor für Öffentliches Recht und Energierecht an der Ruhr-Universität Bochum.
00:03:18: Und Herr Overkump ist erst Mitte dreißig, hat aber bereits ganz unterschiedliche berufliche Stationen hinter sich.
00:03:24: Er war unter anderem schon wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Puzzerius Law School und ebenfalls als wissenschaftlichem Mitarbeiter am Bundesverfassungsgericht tätig und danach zog es ihn kurz in die Anwaltschaft eher zuletzt wie er in die Wissenschaft zurückkehrte.
00:03:38: Und mit ihm spreche ich jetzt darüber, wie der Weg in die Wissenschaft aussehen kann.
00:03:41: Was man dort im Alltag eigentlich so alles macht und welche Möglichkeiten sich mit Jura in Forschung und Lehre eröffnen.
00:03:47: Herzlich willkommen bei FZ Einspruch, Philipp Overkamp!
00:03:50: Vielen, vielen herzlichen Dank!
00:03:51: Danke für die Einladung!
00:03:52: Ja Herr Overkampf Sie haben obwohl... Ich habe es gerade schon mal kurz angesprochen ihr Examin jetzt noch gar nicht so lange zurückliegt bereits ganz unterschiedliche Dinge mit Ihren Jura Abschlüssen gemacht.
00:04:02: Warum haben Sie sich dann jetzt zuletzt dazu entschieden, die Anwaltsruhe an den sprichwörtlichen Nagel zu hängen und zurück in die Wissenschaft
00:04:08: zu kehren?
00:04:09: Das ist letztlich ein Zusammenspiel von ganz verschiedenen Faktoren gewesen.
00:04:17: Ich muss vielleicht mal sagen ich war sehr gerne Rechtsanwalt.
00:04:20: das hat mir große Freude gemacht und ich war auch sehr gern – Sie haben es ja gerade angesprochen im gerichtlichen Kontext also als Mitarbeiter des Verfassungskriegs tätig.
00:04:28: das ist ja eine sehr justiznahe Tätigkeit Möglichkeiten, die eine juristische Ausbildung bietet, durchaus mal sehen können.
00:04:38: Aber ich hatte eigentlich schon seit meiner Dissertation und vielleicht sogar schon davor dabei stündliche Hilfskraft an einem Lehrstuhl in Münster immer
00:04:49: das Gefühl
00:04:51: dass es der Bereich, also die Uni und die wissenschaftliche Tätigkeit und auch die Lehre ist der Bereich indem am meisten zu Hause fühle, wo auch meine Stärken am besten zur Geltung kommen, wo ich einfach die allergrößte Freude an der Arbeit empfinde.
00:05:04: Wie äußert sich das jetzt konkret?
00:05:06: Der eine ganz große Faktor ist die Lehre.
00:05:09: Wir haben ja glücklicherweise ein ganz enges Zusammenspiel von Lehren und Forschung und Lehre ist einfach etwas was mir riesige Freude macht, was wahnsinnig bereichert ist weil man das Gefühl hat man kann jungen Menschen in der Situation sind, in der man selbst auch mal war vielleicht auf was mit auf den Weg geht.
00:05:27: Ich sage selbst gerne an Professorinnen und Professoren zurück die mich damals sehr geprägt haben in meinem Verständnis letztlich des Rechts und auch das Rechtsstaats.
00:05:36: Und Der andere Faktor neben der Lehre Die ich auch immer weiter betrieben habe also auch als ich nicht in der Wissenschaft empengeln und sind tätig war hab' ich mich immer darum bemüht dass ich ein bisschen Lehre machen konnte einfach weil ich das so toll fand.
00:05:48: und der andere Fektor ist eben dass man in der Wissenschaft natürlich das Privileg hat, an Themen zu arbeiten die man zu einem guten Grad selber auswählen kann.
00:05:58: Dass ich sehr gezielt und aber auch sehr sehr objektiv auf die Sachen draufschauen kann als Anwalt bin ich natürlich viel eher als Interessenvertreter tätig und dass sich ja auf diese Art und Weise einfach am Ende mit ganz spannenden Fragen zu tun habe und idealerweise auch ein Stück weit zu gesellschaftlichen Diskursen und zu Fragen beitragen kann, die mir persönlich wichtig sind am Längenende.
00:06:17: Das ist auch durchaus ein Gefühl von Selbstwirksamkeit.
00:06:20: Und obwohl ich also diese anderen juristischen Berufe ausspannend und auch toll fand, und auch total dankbar bin, dass ich diese Erfahrung gemacht habe, hab' ich dann im Gesamtpaket in der Wissenschaft einfach das für mich gefunden was mir am besten liegt und mir am meisten Freude bereitet.
00:06:37: Ich habe es ja gerade in einer Anmoderation schon mal ganz kurz gesagt Sie sind ja als Junior-Professor an der Ruhr Uni Bochum tätig.
00:06:43: Können sie unseren Hörern vielleicht einmal ganz kurz... Erklären, was es mit dem Konzept Junior-Professur auf sich hat.
00:06:48: Weil dieses Modell gibt es in Deutschland zumindest ja noch gar nicht so lange?
00:06:52: Die Junior-professur kann man sich – das liegt bei dem Namen auch nahe – ein bisschen als kleine Professor vorstellen.
00:06:58: Es wurde irgendwann in den Zweitausendern mal eingeführt und hatte eigentlich die Zielsetzung hochschulrechtlich, dass man damit dieses Habilitationsverfahren – das ist ganz klassische Verfahren wie man Professor wird – ersetzt.
00:07:11: Das ist jetzt in der Sache nicht so wahnsinnig gut gelungen, weil zumindest im juristischen Bereich die allermeisten Unionprofessoren und Unionprofessionen trotzdem noch parallel habilitieren.
00:07:18: Aber es geht darum dass man einen Postdoc also einen promovierten Wissenschaftlerin auf eine kleine Professur gewissermaßen setzt eine deutlich geringere Ausstattung an Mitarbeitenden Stellen, an Mitteln als das jetzt eine richtige Vollprofessur gewissermaßen hätte.
00:07:37: Aber eben schon mit eigener akademischen Verantwortung, mit einem eigenen wissenschaftlicher Selbstständigkeit, mit eigenem Möglichkeit Themen zu setzen und auch mit einer eigenverantwortlichen Beteiligung in der Lehre.
00:07:48: Das heißt man ist Professor aber man ist es natürlich noch nicht im umfassenden Sinne wie man sich das vielleicht vorstellt.
00:07:53: Das Ziel ist natürlich dass man irgendwann kein Junior-Professor, sondern einfach nur noch Professor ist.
00:07:59: Das wird bei einigen Stellen über sogenannte Tenure Tracks sichergestellt.
00:08:03: das heißt dass man gewisse Voraussetzungen erfüllt und dann falls man diese Voraussetzung erfüllt hat nach Ablauf von sechs Jahren kein Junior Professor sondern einfach Nur noch Professor is.
00:08:13: in anderen Fällen hat man nicht diesen ganz sicheren Weg.
00:08:16: also das ist dann ohne Tenure Track da in diesem Situation es ist dann so Mit der Evaluation der eigenen Juniorprofessur durch die Fakultät so ein Habilitationsäquivalent hat, also es entspricht dann der Habitation.
00:08:31: Aber wie schon angesprochen, die allermeisten Kolleginnen und Kollegen
00:08:34: verfassen
00:08:34: trotzdem eine Habitationsschrift.
00:08:35: das gilt auch
00:08:36: für mich.
00:08:37: Sie haben sich gerade schon mal ganz kurz angesprochen ihre Hauptaufgabe sind ja Wissenschaft und Lehre um mal auf die Wissenschaft zu sprechen, zu können.
00:08:44: Was macht man als Jurist eigentlich in der Wissenschaft?
00:08:47: Weil das muss man ja vielleicht ein bisschen erklären weil es ist ja anders als beispielsweise bei Biologen wo man ja ich spreche jetzt mal aus meiner Idealvorstellung vielleicht durch ein Mikroskop guckt und Pantoffeltierchen sieht oder Zählen die sich teilen.
00:09:00: Das kann der Jurist ja nicht machen.
00:09:01: also wie forschen Juristen Und was erforschen Jurister eigentlich?
00:09:05: Das eine eine spannende und kein zweckstriviale Frage.
00:09:09: Wir beschäftigen uns, ich fange mal ganz einfach an.
00:09:11: Wir beschäftige uns wissenschaftlich mit Recht.
00:09:14: Das heißt das kann ganz verschiedene Perspektiven einnehmen.
00:09:18: Es kann die Frage sein was ist das geltende Recht?
00:09:21: Also letztendlich eine Tätigkeit, die sehr nah am Ende an dem auch ist womit sich Gerichte beschäftigen, womit es sich Anwälte und Anwältin beschäftigen müssen.
00:09:28: also dass ich zum Beispiel eine Kommentierung schreibe und mir ja die Fragestelle wie folgende Regelung zu verstehen.
00:09:38: Wie wirkt das geltende Recht?
00:09:40: Welche Wirkungsbedingungen hat es, wie kann recht geschaffen werden.
00:09:45: Was sind die Einflüsse auch aus anderen Disziplinen und da geht's dann natürlich in Richtung wo wir auch die Erkenntnisse von Nachbarwissenschaften also Soziologie Psychologie usw.
00:09:54: Und sofort mit einpreisen müssen in unsere umfassenden Befassung damit was recht eigentlich für den Steuerungsmodus unserer Gesellschaft ist weil das aber am Ende in der Fragestellung sehr heterogen ist.
00:10:06: Also wenn man diese Fragen aus ganz verschiedenen Blickwinkeln stellen kann und aus ganz vielen Blickwinken recht schauen kann, lässt sich auch die Frage wie forsche ich eigentlich gar nicht so ganz einheitlich beantworten?
00:10:17: Weil das natürlich extrem am Ende mit der Forschungsfrage zu tun hat.
00:10:20: Die wird immer mit dem Recht zu tun haben in irgendeiner Form, ganz theoretisch oder relativ praxisnah – das ist dann immer eine unterschiedliche Seite.
00:10:26: aber sie hat natürlich damit zu tun, dass ich und es ist dann das Wesen der Wissenschaft.
00:10:30: Das gilt für den Biologen genauso wie für den Rechtswissenschaftler, dass sich irgendeine Form von von Wahrheitversuche systematisch zu ergründen auch und das wissen wir alle, wenn es diese ganz absolute Wahrheit im juristischen Kontext natürlich nicht gibt.
00:10:44: Die ist ein Ideal.
00:10:46: Ihre Spezialisierung liegt ja jetzt in den Energierechten des Energierechtes was jeder der zur Tageszeitung im Idealfahrt natürlich zu FHZ greift.
00:10:54: Der weiß okay dass es ein hochpolitisches Feld irgendwie weit.
00:10:57: lassen sich an Beispiels energierechts eigentlich Recht und Politik überhaupt trennen?
00:11:01: bzw.
00:11:02: Was ist eigentlich die Rolle der Wissenschaft im Kontext der Politik?
00:11:06: Es gibt Bereiche, die sind sehr klassisch juristisch.
00:11:10: Da ist natürlich ein politischer Gesetzgebungsprozess etwa vorgeschaltet.
00:11:14: und in der letzten Frage, die wir uns dann stellen ob irgendein Absatz irgendeiner abseitigen Regelungen noch unter irgendeinen Tatbestand oder mit irgendeim Tatbestands zusammengeht, da spielt an das was wir uns klassischerweise unter Politik vorstellen keine große Rolle mehr sondern das Streiten an Juristen über Wort- und Überauslegungsmethoden müssen nicht zwangsläufig Rechtswissenschaftlerinnen und Rechts- wissenschaftler sein, aber die tun das dann am Ende mit wissenschaftlichen Methoden.
00:11:41: Der auch durchaus spannende und reizvolle Teil – und es ist nicht nur eine energierechtliche Frage, das betrifft insbesondere auch das ganze öffentliche Recht, was sich ja immer mit dem Verhältnis von Staatlichkeit, von Politik, von Rechtssetzungen oder auch von Rechtsdurchsetzung beschäftigt – ist natürlich der Bereich wenn wir etwa in einem Bereich von Gesetzeschöpfung sind, also wenn wir im Gesetzgebungsverfahren sind, aber auch wenn man zum Beispiel das bestehende Recht einfach aufgrund seiner Dysfunktionalität kritisieren.
00:12:05: Und da ist es natürlich schon so, dass wir aus einer wissenschaftlichen Perspektive in der Lage sind objektiv also nicht so Interessen geleitet wie das jetzt zwangsläufig etwa eine Anwaltskanzlei oder ein Verband wäre im einerseits und andererseits aber auch mit ausreichend Zeit und Ausreichender Durchdrehungstiefe uns mit Fragen auseinanderzusetzen.
00:12:24: und da kann man natürlich auch eine beratende Rolle am Ende einnehmen und kann die Politik Leitlinien zeigen.
00:12:31: wenn die Regelung funktional sein sollte, dann muss sie so ausgestaltet sein.
00:12:34: Wenn sie verfassungskonform sein soll, da muss sich so aus gestaltet sein... Also das ist eine Rolle, die man natürlich auch immer stärker oder die man, was halt immer stärk aber die man sehr stark im öffentlichen Recht in der Allgemeinheit sieht, auch wenn man sieht wie sich Staatsrechtslehrerinnen und Staatsreichtslehrern teilweise auch öffentlich positionieren, teilweise auch in der Tagespresse, dann wird diese Bratungsrolle teilweise sehr proaktiv wahrgenommen und ganz oft natürlich aber auch ja in Sachverständigen Kontexten und ähnlichen sodass man auch angefragt wird durch die Politik und dass die Politik natürlich bewusst Wert darauf legt, wissenschaftliche Erkenntnisse einzubeziehen.
00:13:04: Weil sie natürlich einen sehr rundstellenden Wert haben richtigerweise in Gesetzgebungsprozessen oder im politischen Prozess nicht mehr gemeint.
00:13:11: Wir haben die Frage gerade schon mal ein bisschen gestreift aber jetzt vielleicht einmal ein bisschen konkreter wie wird man eigentlich Professor?
00:13:16: Und ist dieser Weg ein Stück weit auch planbar?
00:13:19: oder ist das vielleicht auch von Zufällen ergeben?
00:13:23: oder wie sieht das aus?
00:13:24: Also, wie sieht es vielleicht so der klassische Weg vom Jurastudium zur Professur aus.
00:13:29: Ich glaube richtig planbar ist das zumindest aus meiner eigenen Erfahrung heraus nicht.
00:13:35: man kann sich ja nicht an der ein oder anderen Stelle in seinem Werdegang Dinge tun die die Chance erhöhen dass es am Ende klappt.
00:13:42: aber Es ist immer noch einen Weg der von der ganzen ganzen Reihe an Zufälligkeiten und auch ehrlich gesagt an Glück abhängig ist.
00:13:50: Das muss ich ganz offen sagen.
00:13:52: Der ganz klassische Weg wäre der, dass man vielleicht nach dem zweiten Examen oder vor dem zweiten examen Dissertationsschrift anfertigt.
00:14:00: Das ist wohl ganz zwingend und das man dann mit dieser Disservationsschrift irgendwann in eine Postdoc-Phase geht zum Beispiel als akademischer Rat oder auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter.
00:14:10: Dass man in der Zeit dann das zweite Buch schreibt die Habilitationsschrift und dass man sich dann irgendwann auf Professuren bewirmt.
00:14:21: Die Junioprofessur, das hat mir gerade schon angesprochen.
00:14:23: Die verkürzt quasi oder die zieht diesen zweiten Aspekt vor.
00:14:27: Da bewirbt man sich ohne fertige Abilitationen auf Juniorprofessuren.
00:14:31: aber letztlich sind das natürlich alles Wege bei dem man sich zu einem gewissen Zeitpunkt einfach auch für die Wissenschaft sehr stark in der Regel committen muss und sehr viel aufwenden muss, weil man im Kontext dieser Bewerbung auf Professor natürlich nur dann eine Chance hat wenn man entsprechend viel wissenschaftlich in die Wagschale werfen kann.
00:14:51: Das beginnt bei der Dissertationsschrift aber da natürlich auch bei sonstigen Publikationstätigkeiten, bei Lehrerfahrungen und bei Gremien arbeiten usw.
00:15:01: Im klassischen wissenschaftlichen Entweg wird man irgendwann die Entscheidung treffen müssen.
00:15:04: Das ist jetzt der Weg, den ich gehe und das natürlich auch ein Stück weit.
00:15:06: das Risiko was ich gehe dass es dann vielleicht eines Tages doch nicht klappt mit der Professor dafür ist es dann auch zu sehr von Zufällen abhängig das auch zum richtigen Zeitpunkt etwas ausgeschriebenes was vielleicht mit meinen Spezialisierungen mit meinen Interessen usw.
00:15:21: zusammenhängt.
00:15:22: also es lässt sich jetzt nicht einfach nur mit Leistung oder mit einem objektiven Kennzahl vergleichen.
00:15:27: das ist im wissenschaftlichem Kontext letztlich nicht möglich.
00:15:30: Das heißt ein Stück weit Mut hat das zumindest bei mir, kann ich aus eigener Erfahrung sagen durchs Erfordert diesen Weg einzuschlagen.
00:15:38: In diesem Sommer sprechen wir ja auch immer über Geld und fragen unsere Gäste auch mal was sie denn so grob verdienen?
00:15:44: Bei ihnen ist es jetzt so als Professor da kann jeder nachgucken welche Besoldungsstufe man da hat und was am Ende bei rauskommt.
00:15:50: Meine Frage ist daher weniger wie viel Sie auf Euro und Cent genau verdient sondern viel mehr die Frage ist die Besoldung von Professorinnen in Deutschland eigentlich angemessen, weil Professoren haben ja einen sehr langen Bildungsweg hinter sich.
00:16:02: Also sie haben es ja schon angesprochen.
00:16:03: Erstes Zweites Examen Promotion und Habititation also zwei Bücher, die man noch schreiben muss on top.
00:16:08: Und man muss sicherlich auch immer zu den Top-Absolventen des Jahrgangs gehören.
00:16:12: Dass mal alles in die Werkstelle geworfen, ist die Beseudung von Professoren angemessene?
00:16:17: Ich kann natürlich verstehen wenn man jetzt irgendwie das mit irgendwelchen oder wenn man da jetzt irgendwelche Großkanzlei Gehälter gegen rechnen will oder so.
00:16:24: aber Ich war auch als Rechtsanwalt tätig.
00:16:28: Der große Gegenwert, den ich als Professor habe ist dass sich das große auch aus der Verfassung ableitbare Privileg hat, dass ich sehr frei bin in dem was ich tue, frei in Forschung und in der Lehre weitgehend also dass ich eine Freiheit hab die mir nahezu keinen anderer Beruf oder vielleicht auch kein anderer Beruf so in dieser Form bietet bei gleichzeitig einer sehr hohen individuellen wirtschaftlichen Sicherheit.
00:16:52: Ich bin verbeamtet, ich habe ein planbares Gehalt das auch sehr gut zu überleben, weil es uns ja auskömmlich ist.
00:16:58: und bei all den Sachen glaube ich auch dass die Triebfeder – das kann ich für mich sagen – vor allem dieser Status der wissenschaftlichen Freiheit in dem man sich auch ohne existenzielle Sorgen mit sehr spannenden Probleme auseinandersetzen kann viel mehr als der Antrieb möglichst wie Geld zu verdienen mit den Qualifikationen, die man mitbringt und mit den Möglichkeiten, die auch die juristische Ausbildung einem dann an die Hand gibt.
00:17:25: Natürlich nicht die richtige Entscheidung, wenn man sagt, man möchte möglichst viel Geld verdienen, dann sollte man wahrscheinlich einen anderen Weg einschreiten.
00:17:30: aber das wäre also ja.
00:17:33: ich bin davon überzeugt dass das so wie es ist auch sich fair anfühlt oder es fühlt sich fern.
00:17:40: Wir haben jetzt ganz lange über ihre wissenschaftliche Tätigkeit gesprochen.
00:17:43: wir wollen natürlich noch auf die zweite Säule ihrer Tätigkeiten die Lehre schauen.
00:17:47: Die Frage, die ja dieser Tage viele umschreibt ist.
00:17:50: Wie weit ist mein Job in Zukunft überhaupt noch relevant und welche Rolle spielt möglicherweise die künstliche Intelligenz?
00:17:56: Und wenn jetzt möglicherweise ihre Studenten sie auch fragen, lohnt es sich überhaupt nach Jura zu studieren oder macht uns die KI möglicherweise im Zukunft arbeitslos?
00:18:04: was können Sie ihren Studenten damit auf dem Weg geben beziehungsweise Was kann man da gut antworten?
00:18:09: Das ist eine schwierige Frage denn wir sitzen gerade beim Thema KI am Ende alle im selben Boot.
00:18:17: Wir können eine Aussage zum Statusquot treffen.
00:18:21: Heute brauche ich in jedem Fall noch in großer Zahl gute Juristinnen und Juristen, weil ganz viele Bereiche des juristischen Alltagslebens eben auch ganz viele bereiche des Juristischen Schreibens usw.
00:18:34: nicht sinnvoll von der KI übernommen werden können.
00:18:38: aber das ist natürlich keine tragfähige Prognose für in drei Jahren und es kann technisch auch am Ende nicht seriös einschätzen.
00:18:44: Ich bin also durchaus davon überzeugt und das lässt sich ja gerade schon beobachten, dass sich der juristische Berufsbilder sehr verändern.
00:18:53: Weil KI natürlich als Arbeitstour in vielen Kontexten schon unersetzlich geworden ist weil es gewisse Prozesse extrem beschleunigt, weil auch die Anforderungen gestellt werden sehr verändert.
00:19:02: Und deshalb würde ich schon immer den Rat geben, dass man auch als oder grade als Studentin als Student bei denen Möglichkeiten die KM Ausbildungskontext oder im generellen Arbeitskontext bietet versucht up to date zu bleiben.
00:19:15: Dass man also versucht sich nicht völlig gegen die Entwicklung zu sperren, auch wenn sie einem vielleicht unbequem ist oder wenn Sie einem unheimlich sein mag das könnte ich gut verstehen.
00:19:25: und gleichzeitig hat das Recht.
00:19:27: aber auch da hat das Berufsbild des Juristinnen der Juristen auch schon verschiedene technologische Wänden in verschiedenen Art und Weise überlebt natürlich unter völlig anderen Arbeitsbedingungen.
00:19:36: Der Jurist aus dem Jahr zweitausend arbeitet auch ganz anders als der erst im Jahr neunzehntfünfzig und so weiter, insofern bin ich dadurch da durchaus einen großen Grundoptimismus, den ich auf versucht meinen Studentinnen und Studenten mitzugeben.
00:19:47: Und man muss natürlich auch sagen eine Sache die KI glaube ich auch noch den künsten Vision nicht völlig ersetzen kann ist eine Sache für die Juristen in jedem Fall gebraucht werden nämlich den Menschen das Recht zu erklären und auch den Menschen die in Kontakt mit dem Rechtssystem kommen beispielsweise weil sie angeklagt sind oder weil sie sich in persönlichen Krisensituationen befinden, die dann in irgendeiner Form vor Gericht enden mit Expertise auch beizustehen und menschlich beizustehen.
00:20:11: Und das kann am Ende ein Computer- und eine KI sicherlich nicht vollumfänglich ersetzen, auch wenn sie vielleicht in ein paar Jahren noch viel stärker und viel leistungsfähiger ist als es heute der Fall ist.
00:20:22: Insofern ich glaube wir brauchen weiter gute Juristen und Touristen aber ich würde schon empfehlen diese Entwicklung nicht auszublenden.
00:20:30: Das gilt für die Wissenschaft, was gilt auf jeden anderen Bereich an sich.
00:20:35: Im zweiten Teil unseres Podcasts sprechen wir heute gleich noch mit einem Repetitor.
00:20:38: und jetzt ist es ja so, in der juristischen Ausbildung gehört der Gang zum Repetitor für viele möglicherweise vielleicht schon seit Generationen fest dazu.
00:20:46: würden sie die These teilen dass die Lehre an den Universitäten möglicherweise auch immer ein Stück weit zu kurz kommt?
00:20:54: Nicht in dieser Partialität.
00:20:56: ich kann das natürlich nur für die Universitäten sprechen an denen ich gearbeitet habe oder auch studiert hab, also wo ich selber die Erfahrung gemacht habe.
00:21:05: Aber ich kann zum Beispiel aus meiner Zeit... Ich habe ein Münster studiert und eine Uni Münster damals... keinen kommerziellen Repetitor besucht, sondern damals ein schon sehr leistungsfähiges Unirep.
00:21:16: Das ist wirklich toll ausgebaut worden und das ist jetzt inzwischen auch schon erschreckenderweise über zehn Jahre her.
00:21:21: Ich kann das für mein Gegenwert hängen oder für meine für meine Universität Bochum sagen dass es dann ein leistungfähiges universitäres Repetiturium gibt und ich kanns da sicherlich noch mal einen Spezialfall als private Bildungsanrichtungen.
00:21:32: aber ich kann's auch für die Bozehreis-Losgultagen wo ich wissenschaftlicher Mitarbeiter war.
00:21:38: Insofern würde ich meinen, also konkret auf die Examsvorbereitung besprochen.
00:21:41: Das ist wahrscheinlich auch von Standort zu Standort ein Stück weit unterschiedlich ist und das es auch ein Stückweit sicherlich damit zu tun hat was die Studierende preferieren.
00:21:49: allerdings man darf sich als Uni auf diesem Zustand dass natürlich und das war im Münster damals zum Beispiel auch nicht anders das natürlich viele viele studierende privaten Bildungseinrichtungen gehen weil sie das Gefühl haben zu Recht oder zu Unrecht, dass die Universität diesen Bildungsauftrag, den sie eigentlich hat nicht erfüllt.
00:22:07: Dass es die Universitäten sie nicht adäquat aufs Staatsexamen vorbereitet, auf gar keinen Fall ausruhen sondern man muss das als Impuls nehmen um das Bildungseingebot noch weiter zu verbessern und möglichst vielen Studierenden die Möglichkeit zu bieten und auch das Gefühl zu bieten Sie werden adäqat durch die universität vorbereitet auf das juristische Staatsexam.
00:22:23: Das ist am Ende auch eine soziale Frage weil Repetitorium nochmal Räschchen viel Geld zusätzlich kostet.
00:22:29: Und dass es da ein Problem gibt Das will ich auf gar keinen Fall verhehlen, weil das sehen wir an den Zahlen und dass sehen wir in der gewachsenden Tradition.
00:22:37: In Deutschland ist man eben sagt, naja, ich bereite mich dann auch im zweiten Examin am übrigen beim privaten Repetitor vor statt bei den Einrichtungen die eigentlich dafür vorgesehen sind.
00:22:46: Die zweite große Debatte, die es ja dieser Tage gibt, ist nicht nur die über die KI sondern auch über die russische Ausbildung als solche also gerade auch hier in LVZ.
00:22:56: Also jede Woche... Beziehungsweise alle zwei, drei Wochen kommt ja ein neuer Gastbeitrag wo juristische Reform gefordert werden bzw.
00:23:03: zum Teil auch gesagt wird das was zum Teil gefordet wird sei totaler Quatsch und viel mehr sei das andere richtig.
00:23:08: daher ob meine Frage an Sie sehen Sie Reformbedarf bei der juristischen Ausbildung oder sollte alles so bleiben wie es derzeit ist?
00:23:16: Es sollte nicht alles sobleiben wie's derzeit is.
00:23:19: ich glaube was erst mal Sehr, sehr gut ist.
00:23:22: Das habe ich auch in der eigenen Biografie deutlich erlebt, dass das unsere Ausbildung sehr generalistisch ist und es natürlich die große Grundfrage, die man sich stellen kann.
00:23:31: Man kann natürlich auf eine sehr viel schlankere und spezialisierte Ausbildung setzen aber persönlich finde dieses Modell des juristischen Generalisten, der in der Lage ist in verschiedensten Rechtsbereichen Probleme zu lösen immer noch sehr überzeugend unser sehr schlagkräftig und pd auch stark dafür dem Grunde nach beizubehalten.
00:23:50: Wir entsehen aber eine Entwicklung, die ich auch jetzt in den vergleichsweise wenigen Jahren, in denen ich selber in der Ausbildung war und mich dann mit der Ausbildung befasst habe nachvollziehen kann.
00:24:02: Dass der Prüfungsstoff immer dichter wird, dass es immer herausfordernder wird, das auch der Druck immer größer wird.
00:24:07: Das psychische Erkrankungen zunehmen
00:24:09: usw.,
00:24:10: da gibt's ja ganz viele Zahlen zu.
00:24:12: Und wir sehen ein System was strukturell sehr, sehr große Vorbehalte gegen Veränderungen hat.
00:24:18: Was mitunter auch daran liegen mag dass diejenigen, die am Ende in der Entscheidungs oder die entscheidenden Rollen da spielen ob sich etwas verändert sagen naja gut mir hat sie auch nicht geschadet und bei mir ist es ja auch gut gelaufen.
00:24:29: und da hören wir glaube ich auch viel zu oft auf die Leute die als Gewinner aus diesem Bildungsweg rausgehen, die natürlich dann auch in der Justizpolitik oder einer Rechtspolitik eine entsprechende Rolle einnehmen können und die das Ganze vielleicht als gar nicht so belastend oder sogar als Erfolgsgeschichte wahrgenommen haben.
00:24:47: Und da halten nicht so sehr die im Blick, die in diesem System auch untergehen, obwohl sie supertalentierte und eigentlich auch qualifizierte junge Menschen sind.
00:24:56: Was muss ich jetzt konkret ändern?
00:24:57: Ja, dass ist dann natürlich immer die Gretchenfrage!
00:24:59: Ich glaube man muss erstens natürlich drüber nachdenken ob man den Exansstoff entschlagt und verschlankt, sodass man in der Lage ist statt einer Vielzahl an Einzelproblemen.
00:25:10: Und teilweise auch gerade im ersten Examen irgendwelche Fragen von spezifischer Rechtsprechungskentnis wieder mehr auf... Ja das ist natürlich leicht gesagt aber wieder mehr Aufragungsgebung, ich prüfe letztlich da Systemverständnis ab und nicht so sehr einzelfall Wissen und Stunden langes Büffeln.
00:25:29: Der zweite Punkt, das ist die andere große Frage.
00:25:31: Ist es in meinen Augen tatsächlich das Grundlagenwissen?
00:25:34: Oft wird auf die Grundlagenfächer gerade geschimpft aber dass das Grundlage-Wissen eher zu kurz kommt ja in so einem generalistischen Sinne was eine sehr gute Entwicklung ist.
00:25:43: im Kontext den ich gerade angesprochen habe ist die Einführung des integrierten Bachelor Systems ganz klar weil das natürlich ein Fallnetz bietet.
00:25:51: Aber ich würde dafür plädieren das vielleicht noch zu verstärken als man sagt wir sehen zu dass am Ende deutlich weniger Leute im Examschreitern und vielleicht dafür dann lieber die ersten Semester sogar noch etwas schwerer gemacht werden, einfach weil das weniger starke biografische Disruption mit sich bringt.
00:26:12: Das sind jetzt alles keine konkreten Antworten sondern nur grobe Ideen, weil es natürlich auch eine hochkomplexe Debatte ist und man nicht einfach an einer Stellschraube drehen kann.
00:26:19: aber ich glaube wir müssen ja ganz aufmerksam draufblicken dass die Ausbildung mit der Zeitschritt halt muss und wirklich angehend, die sich darstellen.
00:26:28: und dann der letzte Punkt will ich noch ansprechen.
00:26:30: Der andelgroße Treiber, der natürlich jetzt kommt und dem wir ganz stark berücksichtigen müssen ist auch die Frage wie gehen wir in der Lehre?
00:26:37: Wie gehen wir eine Ausbildung mit KI um?
00:26:39: Weil das verändert natürlich auch Prüfungsformate komplett.
00:26:42: also kann ich heute noch sinnvolle Hausarbeitsstellen, die am Ende einem Gutachten resultiert.
00:26:46: was für Knowledge will ich eigentlich abprüfen?
00:26:48: Wie prüftet zum Beispiel auch ab oder wie bereite ich Juristinnen und Juristen zb auch in der Ausbildung auf den Berufsumfeld vor, indem eben keine gutachterliche Lösungen vielleicht in ganz vielen Fällen gefragt ist.
00:26:57: Sondern zum Beispiel auch der Einsatz von KI-Tools also das natürlich nochmal.
00:27:00: zusätzlicher Brandbeschleuniger will ich mal sagen.
00:27:05: Aber der Elefant im Raum bei der Diskussion über die Reform ist ja immer das Staatsexamen.
00:27:10: würden Sie sagen dass Staatsexam so wie wir es jetzt haben und so wie es ja schon seit fast Jahrhunderten erprobt ist noch zeitgemäß?
00:27:20: Das Staatsexamin als Abschluss ist das in meinen Augen, dass hat schon so seine Berechtigung.
00:27:30: Ich glaube wir müssen darüber sprechen.
00:27:31: was sind dann die Inhalte des Staatsexamts?
00:27:33: Was verlang ich von den Studierenden im Kontext des Staatxams?
00:27:36: also was ist das Antwortungsprofil im Staatsexamen?
00:27:40: und ich glaube da sind wir in einem Bereich in dem wir zu sehr aber es ist natürlich immer schwer einzelne Sachen dann wieder rauszunehmen.
00:27:47: das sehe ich total ja.
00:27:48: also das ist kein Patentrezept.
00:27:50: damit nehmen wir zu Ja, in ganz viele kleine Partikulareiche inzwischen reingehen und ganz viel Detailwissen irgendwie abverlangen.
00:27:58: Und ich glaube das ist nicht das was am Ende uns aufzeigt, ist jemand ein guter Jurist oder nicht?
00:28:05: Also ich glaube der Modus an sich, der funktioniert schon und hat sich ja... Das muss man sagen dass es mehrere hundert Jahre alt ist, ist ja am Ende auch nicht unbedingt nur ein Zeichen dafür, sondern kann ja auch sein, dass er sich bewährt hat funktioniert schon.
00:28:24: Aber in die Art und Weise, wie man ihn interpretiert auf wenn man sich anguckt dass diese Sachen immer länger geworden sind der ist sicherlich einer über den man grundlegend nachdenken muss.
00:28:35: Alles klar ich halte fest Jurastudien lohnt sich auch weiterhin noch weil die menschliche Dimension wird voraussichtlich auch in Zukunft noch gebraucht.
00:28:43: das war Philipp Oberkamp von der Uro-Universität Bochum und wir haben über seine Tätigkeit als Juniorprofessor gesprochen und worauf es jeweil ankommt.
00:28:51: ganz herzlichen Dank und viele Grüße nach Bochom.
00:28:53: Vielen lieben Dank.
00:28:54: Danke schön!
00:28:58: Bei mir zu Gast ist jetzt Christian Sommer.
00:29:00: Christian Sommer ist Geschäftsführer, Gesellschaftler der Zentrale von Altmann Schmidt und unterstützt als Repetitor Jurastudenten bei der Vorbereitung auf das Staatsexamen.
00:29:08: Mit ihm spreche ich darüber was ein Repetitur eigentlich so macht, warum der Weg zum Examen für viele ohne Repetitors kaum vorstellbar ist und welche Rolle private Examsverbreitung neben der universitären Ausbildung auch heute noch spielt.
00:29:20: Herzlich willkommen bei FAZ Einspruch, Christian Sommer.
00:29:23: Ja vielen Dank, danke dass ich da sein darf.
00:29:25: Ja, sehr gerne.
00:29:26: Herr Sommer, Sie arbeiten als Repetitor?
00:29:28: Was hat sie eigentlich ursprünglich mal in dieser Tätigkeit gereizt beziehungsweise was reizt sie heute noch an der Tätigkeiten und wie sind Sie zu diesem Job gekommen?
00:29:37: also es ist für mich jetzt aus heutiger Sicht fange vielleicht einmal damit an einer der genialsten juristischen Jobs die ich mir vorstellen kann ich wirklich sogar fast dazu versteigen zu sagen das eine der schönsten juristen jobs der welt die man so aus sich nehmen kann einfach weil man leuten Also, Jura Studierenden in einer der schwierigsten Phasen ihrer juristischen Ausbildung beistehen kann und auch vor allen Dingen unmittelbaren Impact sieht.
00:30:05: Man kann halt Sachen gerade rücken die nicht so gut verstanden worden sind und kann unmittelbare Hilfe leisten und ist halt immer dankbar wenn man halt sieht dass es auch tatsächlich einen Effekt hat bei den Leuten ankommt.
00:30:16: Wie ich dazu gekommen bin ist schnell erzählt und leider ziemlich unspektakulär weil absoluter Zufall.
00:30:23: Ich habe tatsächlich im dritten Semester meines Studiums hier in Münster einen Nebenjob gesucht und bin so damals noch völlig unbeleckt, was Altmann Schmidt eigentlich ist, hier im Verlag als Korrekturassistent gelandet.
00:30:34: Habe mich dann ein bisschen da umgetan, bin offensichtlich wohl aufgefallen und irgendwann wurde eine Stelle für Klausurbesprechungen frei Und die Frage kam dann auch mal, wollen Sie das nicht mal eben machen?
00:30:45: Ich hätte damals von mir gesagt Dass ich eigentlich eher jemand bin, der nicht so gut von Leuten spricht beziehungsweise sogar.
00:30:52: Dem das gar nicht so gelegen hat.
00:30:53: aber er hat es dann trotzdem gemacht weil's mich irgendwie gereizt hat.
00:30:55: und dann ist es so ja ein Drogenvergleich ist immer irgendwie fies Aber es macht schon bisschen süchtig wenn man davor stehen darf diesen diesen Impact sieht den man auf die Leute haben kann.
00:31:05: Und wenn man da ein bisschen bisschen Spaß dran hat Dann ist das wie gesagt eine der geilsten Tätigkeiten die man sich vorstellen kann.
00:31:11: Und wie kann man sonst Repetitor werden, weil repetitor ist jetzt nicht so ein klassischer Ausbildungsberuf bzw.
00:31:16: also nicht sowas wie den Fachanweislehrgang, den man dann mal noch im zweiten Examen macht?
00:31:19: Also gibt es einen klassischen Weg vom Studenten zum Repetitor?
00:31:23: Ich frotze an der Stelle immer und sage niemand studiert die Hure um Lehrer zu werden.
00:31:28: Was aber nicht stimmt was man ja in unserem Berufsbild sieht, sondern das ist tatsächlich so wenn wir jetzt darüber sprechen, wann bin ich da eigentlich dafür geeignet mich denn einmal Gedanken drüberzumachen?
00:31:38: Die meisten bei uns haben das schon mehr oder weniger im Studium bemerkt, wenn die gesagt haben so ich war irgendwo in der Lerngruppe unterwegs und Ich war eigentlich immer der dass den anderen erklärt hat.
00:31:47: Und es hat immer ganz gut funktioniert Dann hat man schon mal ein bisschen lunte gerochen ja und dann geht's einfach darum sich quasi an uns zu wenden.
00:31:56: denn Ich sag mal der der alters wandel oder der alterst wechsel generationen wechsel macht auch vor uns nicht halt.
00:32:02: Das heißt irgendwo wird es immer eine kollegin einen kollegen geben die sich dann mal in den nächsten Lebensabschnitt verabschieden und deren Tätigkeit man übernehmen kann.
00:32:10: Deswegen initiativ bewerben auf unserer Homepage gucken, ob gerade was ausgeschrieben ist.
00:32:15: Und dann gibt es nicht so den klassischen Ausbildungslehrgang zum Repetitor.
00:32:19: Sie haben gerade den Fachanwaltslehrgang angesprochen.
00:32:21: Es ist ja nicht so dass wir jetzt eine Repetitorschool oder Ähnliches hier hätten, wo wir die Leute ausbilden, sondern das funktioniert dann wirklich im one-on-one, dass man die Leute mal zu hospitieren mit einem kleinere Klausurbesprechungen macht Und dann langsam aber sicher an die Hand genommen wird und dabei begleitet wird, bis man dann den ersten Hauptkurs tatsächlich unterrichten darf.
00:32:41: Das Repetitorium ist ja – wenn man jetzt mal andere Studienfächer vielleicht mit einbezieht so ein bisschen ein juristisches Unikum also das Einhorn – woran liegt es eigentlich?
00:32:51: Also warum gehen Juristen zum Repetitor und warum ist das so etabliert über Generationen vielleicht schon hinweg?
00:32:58: Es ist ja angelegt, wenn ich die Historie richtig überblicken kann in dem seinerzeitigen Wandel.
00:33:03: Dass man die juristische Ausbildung, die an Universitäten stattfindet und die Prüfung auseinandergezogen hat.
00:33:10: Denn das ist ja das nächste Fast-Unikum.
00:33:13: Ich will jetzt nicht sagen dass wir die einzigen sind.
00:33:15: ein paar andere Studiengänge gibt es auch noch Aber es ist einer der wenigen Studiengange wo ich an der Universität studiere aber der Staat die Prüfung abnimmt.
00:33:23: So dazwischen klafft natürlich dann automatisch eine Lücke, weil die Universität auch im Sinne von Lehre und Forschung natürlich eine ganz andere Zielrichtung hat als ich sage mal jetzt sozusagen behaupten relativ
00:33:35: stumpf
00:33:36: auf das Examen als am Ende stehende Prüfung vorzubereiten.
00:33:39: Die Realität ist aber dass dieses Examen jede Jurastudentin jeder Jurastudent durch exerzieren muss also schreiben und mündlich geprüft werden muss.
00:33:50: Und dann gibt's halt diese Lücke, die schon seit jeher, wenn man den Erzählungen glauben darf.
00:33:55: Seit anno dazu mal durch Leute wie mich, also durch Repetitorinnen und Repetitoren gefüllt wird, die halt dann diese andere Zielrichtung haben.
00:34:03: Das unterscheidet uns auch von einem Universitätsprofessor oder einer Universitätersprofessurin.
00:34:09: Die halten einen klaren Fokus auf der Forschung auch haben.
00:34:13: Bei denen mag das eine oder andere Mal die Lehre nur by the way erfolgen?
00:34:19: das Hauptaugenmerk.
00:34:20: Wir schreiben nichts, um irgendwo im Kommentar zitiert zu werden sondern wir schreiben etwas, um es den Jurastudierenden einfacher zu machen durch ihre Prüfung zu kommen.
00:34:28: Sie haben's jetzt schon angesprochen?
00:34:29: Es gibt ja mal so einen parallelen Lauf von Universität und Repetitorium.
00:34:34: was ist denn das, was das Repetiturium noch on top liefern kann?
00:34:37: zur Universität beziehungsweise was kann vielleicht die Universität besser als das Repettitorium und umgekehrt?
00:34:43: Ich will das gar nicht werten, sondern für mich ist es mehr oder weniger ein aufeinander aufbauender Prozess.
00:34:49: Niemand fängt im Repetitorium an Jura zu studieren.
00:34:53: Sondern jeder fängt und so ist es auch gut und richtig erstmal in der Universität annimmt da seinen Kontakt zum juristischen Stoff aus wird ausgebildet.
00:35:03: Und dass wahrscheinlich wenn ich mir die ganzen Grundlagen, Fächer und die ganzen Vorlesungen anschaue, dies dazu gibt Auch mit Sicherheit, dass ein oder andere mal breiter ausgebildet als das für das Examen erforderlich ist.
00:35:15: Umgekehrt fallen dank des Credit Systems einige Bereiche auch hinten runter wo die Studierenden freiwillig eine Vorlesung besuchen könnten es dann aber nicht tun weil sie ihre Credits vorher zusammen haben.
00:35:26: So und da setzt dann unsere Aufgabe an zu fokussieren was an Stoff schon da ist zu wiederholen.
00:35:32: Repetitorium davon kommt es ja auch ursprünglich mal, dass man wiederholt was schon da griffig und handhabbar macht für die Prüfungsumgebung in der man das Wissen dann niederlegen muss.
00:35:44: Da geht es eben nicht mehr um eine Facharbeit, um wissenschaftliches Arbeiten sondern da geht es um die Begutachtung und Lösung eines konkreten Falles.
00:35:52: Das ist einer der Gründe warum Altmann Schmidt mit der Fallmethode mehr oder weniger angefangen hat um zu sagen so wir vermitteln nicht abstrakt Jura Sondern wir vermitteln Jura so, wie es halt in der Falllösung und damit in der juristischen Anwendung in diesem Zeitraum erforderlich ist.
00:36:08: Und darauf bereiten wir vor, schließen also die Lücken, die die Universität – wie gesagt das ist kein Vorwurf!
00:36:13: – sondern nur eine Feststellung an des Credit-Systems gelassen hat und schärfen das schon vorhandene Wissen nach um den Leuten halt zu ermöglichen dann tatsächlich eher Examen zu bestehen.
00:36:24: Jetzt gibt's ja mal vor allem von Kritikern im Vorwurf dass Repetitorien mit der Angst der Studentengeld verdienen würden.
00:36:31: Ich habe das schon fast auf den Vorwurf gewartet.
00:36:33: Stimmt denn dieser Vorwurf?
00:36:34: Also ist da was dran, weil ich sage mal diese belastende Situation vor dem Examen die kennt jeder Jurastudenten also ein bisschen Angst geht man da ja schon mit rein.
00:36:42: so dass die Angst da ist will ich gar nicht bestreiten.
00:36:48: Die Mental Load die die Leute abkaspern müssen ist immens gerade wenn man sich verorgen führt dass das halt die letzte Prüfung dann vor dem Abschluss ist.
00:36:57: Es ist der letzte Schritt und alle wissen, dass es halt auch auf die Note am Ende ankommt.
00:37:02: Dass also eine gewisse Belastung da ist, ist vollkommen klar – will ich gar nicht abstreiten -, dass sich unsere Kundinnen und Kunden vielleicht aus diesem Respekt von der Aufgabe, die vor ihnen liegt für das private Repetitorium entscheiden, mag vielleicht auch noch stimmen?
00:37:20: Ich hatte nur deshalb gerade schon so spaßig reagiert!
00:37:23: weil ich diesen nieerschwelligen Vorwurf nicht so ganz mag.
00:37:26: Wir würden das Geschäft mit der Angst machen.
00:37:28: Keiner von unseren Dozentinnen und Dozenten stellt sich irgendwo auf den Marktplatz und sagt, wenn
00:37:32: ihr nicht zum
00:37:33: privaten Repetitorium geht, fällt ihr auf jeden Fall durch?
00:37:36: Nee!
00:37:36: Das wäre dieses typische... Ich reize das an um jetzt noch gehörig Druck zu machen.
00:37:41: Das wollen wir gerade nicht machen.
00:37:42: uns gibt es halt seit jeher und ich sag mal so da es uns so lange gibt.
00:37:47: Wir feiern dieses Jahr mal ganz nebenbei siebzigjähriges Bestehen zeigt ja auch, dass wir eine gewisse Position eingenommen haben.
00:37:55: Auch ein gewisses Vertrauen uns erworben haben bei der Studierendenschaft die halt Generationen und Generationen wieder zu uns kommt.
00:38:03: Und ich würde nicht sagen das wir das Geschäft mit der Angst machen sondern klar, der Respekt vor der Aufgabe zeigt einmal halt, dass man die Examsvorbereitung nicht auf die leichte Schulter nehmen darf.
00:38:14: Aber jetzt ist es so, dass die Unis auch ein Stück weit aufgeholt haben.
00:38:17: also es gibt an fast jeder Universität mittlerweile einen Ja, Repetitorienkurs, die ja zum Teil auch diese Masterferien durchlaufen.
00:38:24: Also ganz ähnlich wie ein kommerzielles Repetatorium.
00:38:27: Macht sich das bei Ihnen bemerkbar bzw verändert das möglicherweise auch Ihr Geschäftsmodell?
00:38:31: Die Geschäfts-Modelle verändern?
00:38:33: soweit würde ich nicht gehen.
00:38:34: Macht es sich das bemerkt.
00:38:35: also ist klar!
00:38:35: Es ist halt ein Player mehr auf dem Markt hätte man jetzt was sagen können.
00:38:40: aber am Ende muss ich mich als Jurastudierender fragen, was ich am Ende möchte.
00:38:46: Ich kann meine gesamte Vorbereitung auf die Uni fokussieren und bei der Uni durchführen – das geht!
00:38:53: Oder ich
00:38:54: kann halt die etwas familiärere und zugewandtere Umgebung in kleineren Gruppen nehmen, die wir dann letztlich bieten können?
00:39:03: Es ist nicht der Hörsaal, wo wieder mehrere hundert Leute drin sitzen, sondern die Gruppen sind deutlich kleiner.
00:39:11: persönlicher sein, weil der ein oder andere vielleicht ein bisschen schiss hat.
00:39:16: Aber ein bisschen zu viel Respekt hat um dem Professor dann noch eine individuelle Frage im Nachgang zu stellen.
00:39:21: das ist bei uns halt halt flacher.
00:39:23: da mögen wir zugewandter sein.
00:39:24: Man kann am Ende den Vorurteilen sein ich weiß es nicht aber dass es das nach wie vor nebeneinander gibt zeigt ja einfach dass es unterschiedliche Modelle gibt was auch für die einzelnen Studierenden die einen völlig unterschiedlichen Fokus haben von Vorteil ist.
00:39:39: letztlich hält uns dann, glaube ich aufrecht dass wir immer noch sagen können na ja wenn der identische professor Ich sage jetzt mal ganz ganz kätzlerisch bei dem ich es in der vorlesung noch nicht verstanden habe Dann auch das das universitäre Repetitorium hält.
00:39:51: Dann laufe ich halt gefahr dass ich sie wieder nicht verstehe.
00:39:52: vielleicht ist dann gerade dieser Impuls Es erklärt mir jemand anders nochmal aus einem anderen blickwinkel Ja dieses zusammenspiel was es am ende braucht um vernünftiges examen zu machen.
00:40:03: Und dann hat man den Beruf des Repetitors jetzt in dem Blick zu nehmen.
00:40:06: Jetzt ist es ja so, um Repetitor zu sein muss man ja beide Examiner haben in der Regel auch ganz gut bestanden bzw.
00:40:11: das ist ja auch Teil des Geschäftsmodells beziehungsweise da wird ihr auch immer mit geworben mit welchem Abschluss man dann dementsprechend die Staatsexaminer abgelegt hat und dann eröffnen sich ja viele Türen.
00:40:21: also als Repetitore kann man sich den Job hier aussuchen.
00:40:24: vor diesem Hintergrund lohnt sich denn der Beruf des repetitors auch finanziell weil man hat ja die Auswahl man könnte ja auch Partner einer Großkanzlei werden.
00:40:31: Warum entscheidet man sich dann, doch repetitur zu werden?
00:40:35: Also erstmal bestimmt natürlich wenn ich
00:40:38: Leuten
00:40:39: in die Richtung oder Studierenden in die richtung helfen möchte dass sie Examen gut bestehen.
00:40:44: Dann ist schon mal ein guter Indikator wenn ich selber nicht allzu schlecht abgeschnitten habe.
00:40:47: das heißt bei uns haben die Dotsierenden sehr ordentliche Examiner sonst würden Sie den Job nicht machen.
00:40:53: Das trifft zu.
00:40:54: und natürlich trifft halt auch zu dass ihr sagen könnt ja dann könnte ich auch Partner einer Großkanzlei werden ist am Ende die Frage, wo man seinen individuellen Fokus sieht und auch die Lebensumstände.
00:41:05: Ich will jetzt nicht wieder mit den Vorurteilen von Großkanzleien kommen.
00:41:11: Es ist eine andere Zielrichtung der Tätigkeit Und insofern sind wir mit Sicherheit auch Überzeugungstäter.
00:41:16: Deswegen hatte ich vorhin noch gesagt diesen unmittelbaren Impuls bei den Studierenden sehen zu können Ist halt auch ne Befriedigung.
00:41:23: Wenn ich umgekehrt sage, ich ziehe meine Befriedigungen nur aus meinem Montustand dann Könnte das schwierig werden?
00:41:30: Ich würde nicht sagen, wenn Nagen am Hungertuch so schlimm ist es nicht.
00:41:33: Aber es werden mit Sicherheit auch keine Gehälter aus Großkanzlei Partnerstellungen sein, wenn wir da ganz oben reinpacken.
00:41:41: Dafür ist es aber auch viel planbarer.
00:41:43: Das ist eine Geschichte die man vielleicht noch mal betonen kann.
00:41:47: ich weiß wann ich Kurs habe und ich kenne den Ablauf meines Stoffes, den ich in einem Jahr vermitteln muss.
00:41:57: Das heißt, bei mir ruft dann eben nicht abends um achtzehn und dreißig der Mandant an.
00:42:02: Und sagt ich brauche aber bis morgen früh einen Schriftssatz oder ein Vertragsentwurf damit Ich das passiert halt nichts sondern ich hatte heute Morgen um neun Uhr Kurs und ich werde auch nächste Morddienste wieder im neuen Urkurs haben.
00:42:14: Das ist halt völlig planbar so dass einem auch ja ausreichend Zeit bleibt für das was man als Repetitor halt auch machen muss.
00:42:22: Man muss halt ständig abzudehnt sein.
00:42:25: Das heißt ein großer Teil unseres Tages bringen wir auch damit zuzugucken, was ist gerade neu entschieden worden?
00:42:30: Welche neuen Vorschriften gibt es die wieder in die Kursunterlagen einbauen müssen?
00:42:34: und dafür braucht der letztlich auch Zeit.
00:42:37: Sondern die ist halt da.
00:42:38: Ich hätte fest als Repetitor erstmal ein Stück weit einen gut bezahlter Lehrer und weniger, weniger Großkanzleranwalt.
00:42:45: Ja auf jeden Fall das ist ja so.
00:42:47: also wir haben meistens noch eine Anwaltszulassung nebenbei ich bin ja auch als Rechtsanwaltung parallel tätig Aber das auch nur, um quasi das erworbene Wissen noch praktisch anwenden zu können.
00:42:56: Es ist halt so dass wir hauptsächlich hauptberuflich Lehrende sind und eben dann nicht davon abhängig von dem Zeitplan den der Mandant aufmacht sondern von unserem eigenen Zeitplan.
00:43:08: Das macht die Tätigkeit dann auch ein bisschen freizeitvereinbarer.
00:43:12: Ja jetzt ja so, dass sie qua ihrer Tätigkeiten relativ nah dran sind noch am Studium beziehungsweise mit den Studenten tagtäglich Kontakt haben bis mit verfolgen die Reform-Diskussion um das Studium, dies ja derzeit so gibt.
00:43:25: Ist Ihrer Meinung nach das Studiumsreform bedürftig und wenn ja an welchen Stellschrauben lohnt es sich möglicherweise ein bisschen zu schrauben?
00:43:34: Das ist natürlich schwierig.
00:43:35: zur Antwort weil es eine provokative Frage ist sehe ich.
00:43:40: Dass man immer wieder was anpassen müsste oder sollte
00:43:47: wird glaube ich auch
00:43:48: fast jeder bejahen können, weil die Zeiten und unsere Umwelt verändert sich.
00:43:53: Damit ändert sich auch die Art und Weise wie wir Juristinnen und Juristen arbeiten.
00:43:58: Nehmen Sie das große Thema im Moment in aller Munde KI wird auch die Anwaltschaft und die anwaltliche Tätigkeit beispielsweise oder auch die richterliche Tältigkeit irgendwann ordnungsgemäß reformieren.
00:44:10: wenn ich mir aber überlegen würde zum Glück ist es heute nicht mehr so dass wir bis vor je wenigen Jahren unsere Examensklausuren alle behandelt geschrieben haben Merkt man schon, dass das etwas aus der Zeit gefallen ist.
00:44:19: Zum Glück fangen da jetzt einige Bundesländer oder die meisten Bundesländern haben es sowieso schon auf die schriftliche oder die maschinschriftliche also die computergestützte Anfertigung der Klausone umgestellt.
00:44:28: Das wird auch nach und nach noch auf die Arbeit mit Kommentaren und Gesetzen sich durchsetzen.
00:44:33: dann gehe ich schon von aus.
00:44:34: aber solche neuen Strömungen sollte man abbilden und sollte man auch im Examen irgendwo abbildet ob dann die Diskussion immer über den Pflichtfachstoff geführt werden muss und ob der jetzt umfangreich genug ist oder was noch dazukommen soll, oder was weg.
00:44:47: Ich glaube das ist eine Konstellation, die kann man immer diskutieren.
00:44:52: aber man wird auch sagen müssen von einigen Spitzen- und Ausüchsten mal abgesehen wir haben in Deutschland einen so rohen Stand der juristischen Ausbildung weil es auch eine so umfangreiche und breit angelegte Ausbildung gibt dass das dann irgendwo auf Schwierigkeiten stößt und man sagen kann, kann man das nicht irgendwie tatsächlich verschiedene Reformvorstöße auch schon gegeben?
00:45:14: Kann man es nicht irgendwie auch abbilden, dass man die Arbeitsweise verändert.
00:45:18: Die Anzahl der Klausuren geändert?
00:45:19: aber ich glaube am Ende ist die Diskussion so alt wie das Jurastudium selbst.
00:45:24: Aber noch mal Ich würde dann eher den Fokus darauf setzen zu sagen aktuelle Themen und die Arbeitsweisen sollten sich niederschlagen weniger jetzt die Diskussion im Einzelfall, dann würden wir glaube ich den Rahmen hier auch sprengen.
00:45:35: Darüber führen welche Themen man aus dem Pflichtfachstoff rausnehmen und welche man dafür wieder reinsetzen sollte.
00:45:41: Ja worüber wir aber auf jeden Fall noch kurz sprechen müssen.
00:45:43: Sie haben es gerade selber nochmal angesprochen ist natürlich die künstliche Intelligenz und viele fragen sich ja dieser Tage vor allem wenn sie grad vielleicht das Abitur gemacht haben.
00:45:51: lohnt es sich überhaupt noch Jura zu studieren weil künstlich Intelligenzen ja auch viele arbeiten mittlerweile sehr gut übernehmen kann die ja klassischerweise auch Anwälte machen bzw andere juristische Berufe abdeckt, können Sie das Jurastudium noch empfehlen?
00:46:07: Uneingeschränkt ja.
00:46:09: Ich kann es gerne erklären.
00:46:10: ich habe gerade Ihren verdutzten Sichtsausdruck
00:46:11: gesehen.
00:46:12: Immer zu!
00:46:14: Einfach aus der Konstellation.
00:46:16: natürlich kann die künstliche Intelligenz eine Frage beantworten.
00:46:19: Die künstliche Intelligenze kann aber auch bei Schilderung einzelne Symptome in Diagnose stellen.
00:46:23: dann könnten wir über Medizin auch noch reden.
00:46:25: da gibt's erste Studien die sagen Rundgenbilder werden von KI besser ausgewertet als von Menschen.
00:46:30: Was man aber nicht unterschätzen darf, ist mit wem sprechen wir dann?
00:46:34: Wir haben ja gerade.
00:46:35: wenn sie die anwaltige Tätigkeit ansprechen sind wir ja quasi jetzt mal außerhalb der justiziellen geltenden Machung.
00:46:42: Sind wir ja die Vermittler für eine Position.
00:46:46: Ich kann mir schlecht vorstellen dass alle Krankenpersonen demnächst vorm PC sitzen ihre Symptome eingeben und sagen ich hätte jetzt von der KI gerne in die Diagnose.
00:46:57: Ich kann mir genauso wenig vorstellen, dass alle Leute gerade in komplexen Fällen dann wirklich ein Interesse daran haben zu sagen ich gebe mal meine Frage in die KI ein.
00:47:05: Die wird mir schon sagen was die juristische Lösung ist und danach gehe ich vor.
00:47:09: Irgendwer muss es den Leuten vermitteln, irgendwer muss die Leute auch mit sehr persönlich belastenden Situationen begleiten und muss da sein!
00:47:22: Insofern schließt sich vielleicht, wenn Sie mir die Parallele erlauben auch der Kreis wieder zum Repetitor.
00:47:27: Ich könnte ja genauso fragen können sie noch jemandem empfehlen auf das Berufsbild des Repetitors oder der Repetitoren zu schielen?
00:47:34: Weil ich kann meine juristische Nachfrage auch in die KI ein Tipp um mir eine Antwort geben lassen.
00:47:38: Die Antwort ist da genau so unangeschränkt Ja weil wir auch ein Stück weit kümmerer und begleiter sind.
00:47:46: Wir helfen den Leuten als Anwälte in einer schwierigen juristischen Situation als Repetitoren in einer schwierigen beruflichen Situation, was halt um den Ausbildungsabschnitt gibt und nehmen dann auch ein gewisses Vertrauen für uns in Anspruch.
00:48:00: Wir sind da, um vertrauensvoll zusammenzuarbeiten.
00:48:05: Die Leute sehen, da ist jemand an dem ich mich anlehne, den ich fragen kann.
00:48:09: Und ich glaube einfach, dass man diesen Faktor Mensch der da eine große Rolle angeht auf das Thema Motivation beispielsweise anbelangt gar nicht außen vorlassen dürfen.
00:48:20: Ich bin dann vielleicht das beste Beispiel, ich unterrichte im öffentlichen Recht und jede Juristin oder jeder Jurastudent der uns gerade zuhört wird sagen ÖH-Recht oh Gott wie langweilig!
00:48:30: Ja klar wenn ich halt bret hart bin und sage ja was hat die Wahl des Bundeskanzlers mit der Lebenswirklichkeit der Studierenden zu tun?
00:48:38: Nichts.
00:48:39: Aber es geht um die Frage wie ich das dann darstelle was sich daraus an Problemen, an Klausurkonstellation und auch vielleicht an interessanten Informationen ergeben können.
00:48:48: Das
00:48:49: kann die KI zumindest aus meiner Sicht heute noch nicht.
00:48:51: Da spielt der Faktor Mensch ne Schlüsselrolle und dann glaube ich auch einfach, dass bestimmte Sachen ja eine höhere Akzeptanz erfahren wenn sie von einem Menschen quasi aus berufenem Munde geäußert werden als wenn Sie vom Computer Bildschirm kommen.
00:49:06: Aber hatten die KI mittlerweile auch schon das Repetitorium erreicht?
00:49:08: Weil sie haben ja gerade das Beispiel genanntes Röntgenbild was ausgewertet werden kann.
00:49:12: klar also im Repetitoren geht es nicht um die Ausbildung von Röentgenbilder ist mir schon klar.
00:49:15: aber Beispielsweise bei der Klausur Korrektur, beispielsweise wäre doch auch ein guter Anwendungsbereich für KI.
00:49:22: Ja total!
00:49:23: Ist auch eine Sache die wir tatsächlich erforschen und proben.
00:49:27: weil eins kann man nicht verhehlen KI liefert ne wahnsinnige Beschleunigung.
00:49:32: KI ist letztlich in der Lage Texte schneller zu erfassen und schneller zu überprüfen.
00:49:36: Es gibt ja schon einige Studien an Universitäten die quasi dann eine digitale Korrektor machen auch um diesen Faktor Mensch, der in einer Bewertung ja immer eine Rolle spielt quasi ein bisschen rauszunehmen und Bewertungen fairer zu machen.
00:49:48: Die Schwierigkeiten die im Moment noch bestehen das mag sich dann in Zukunft vielleicht verändern sind einfach.
00:49:54: dieser Faktorsprache ist halt sehr auslegungsbedürftig ne Darstellungsart.
00:49:57: es ist sehr unterschiedlich und kann aber trotzdem zur ähnlichen Ergebnis führen.
00:50:01: Es kommt ja bei uns Juristinnen und Juristen nicht wie in der Mathematik auf das Ergebnis an.
00:50:05: Das eins und ein zweis ist klar, sondern es kommt auf den Weg dahin an und da gibt's halt eine große Variationsbreite was in Ordnung ist und was auch gut bewertet werden könnte.
00:50:15: Und ob dass die KI schon so in allen Feinheiten abbilden kann?
00:50:19: Da bin ich noch skeptisch.
00:50:20: wahrscheinlich hätten sonst viele JPAs auch schon um eine KI Prüfung abgestellt und würden sich dann beispielsweise das Hin- und Her senden der Dateien oder auch der Klausuren ersparen damit die nicht auf postwege verloren geht.
00:50:31: aber das haben wir ja tatsächlich auch noch nicht.
00:50:32: deswegen da wird man noch weiter daran arbeiten müssen um dann halt Ja ein endlich gutes ergebnis zu erzielen ähnlich faires Ergebnis wie dass heute bei menschlichen bewertungen der fall ist.
00:50:41: vielleicht zum abschluss also ich habe ja mitgenommen sie waren schon selber auch beim repetitor und Haben ja damals auch ihren beruflichen grundstein da schon gelegt.
00:50:49: Haben Sie ihn vielleicht noch etwas anderes aus ihrer zeit im repetitorium mitgenommen wovon sich heute vielleicht noch zähren?
00:50:55: Ja, kann man ganz einfach zusammenfassen.
00:50:57: Das wird mein damaligen Repetitor falls er die Folge hört sehr freuen.
00:51:01: Die Begeisterung für ein mir damals völlig verschlossenes Rechtsgebiet.
00:51:06: Ich bin von der Uni gekommen und hatte keinerlei Interesse an überrecht aber wirklich gar keins Und habe es dann tatsächlich erst im repetitorium lieben gelernt.
00:51:15: deswegen ist auch mein ansatz bei jedem kurs wenn ich es schaffe dass von den Kursteilnehmenden die Neubau uns anfangen, am Ende einer rausgeht und sagt, Öerecht ist doch gar nicht so uninteressant und so trocken.
00:51:24: Wie ich immer gedacht habe, dann hab' ich einen guten Job
00:51:27: gemacht.".
00:51:27: Und das ist der Punkt, den ich damals mitgenommen hat.
00:51:29: natürlich – und das werden Ihnen alle sagen -, dass das grundlegende und übergreifende Systemverständnis kommt halt auch aus der Zeit.
00:51:36: Man macht während des Studiums viel, ja wir nennen es immer Inselhopping, man guckt mal ein bisschen BGBAT, ein bisschen Strafrecht-AT, hier ein bisschen da Aber die Zusammenhänge, wie diese einzelnen Rettchen ineinandergreifen.
00:51:48: Dieses Verständnis stellt sich eigentlich erst im Repetitorium ein und wenn man dann bei aller guten Dinge sind drei sind Dann ist es halt gerade aus dem Repetiturium Die Erkenntnis dass man sich eigentlich in jedes einem vor noch so unbekannte Rechtsgebiet vernünftig einerarbeiten und das am Ende verstehen kann.
00:52:05: Ja wunderbar ganz herzlichen Dank!
00:52:06: Das war Christian Sommer Geschäftsführer, Gesellschaftler der Zentrale von Altmann Schmidt und wir haben über seinen Job als Repetitor gesprochen.
00:52:13: Ganz herzlichen Dank!
00:52:14: Und viele Grüße nach Münster!
00:52:15: Ja ich danke Ihnen!
00:52:16: Grüße da Frankfurt zurück!
00:52:18: Damit sind wir auch schon am Ende unserer Sendung angekommen.
00:52:21: Wer uns eine Hörerfrage stellen möchte oder Feedback geben will kann das gerne unter redaktioneinspruch etfaz.de tun und die Hörervrage gern als Sprachnachricht senden.
00:52:31: auf Instagram sind wir unter faz.einspruch auf LinkedIn unter fazz.einspruch ebenfalls vertreten.
00:52:39: Und wenn Sie das Referendariat noch vor sich haben, können sie sich hier bei der FAZ auch einbringen.
00:52:44: Konkret findet die Ausbildung dann im Justizariat statt.
00:52:47: aber wir haben ja schon über Wege in den Journalismus und das Jurastumel gesprochen.
00:52:51: Ein solcher Weg ist eben auch die Referendariumstationen bei der FFZ denn wenn sie im Referendariat sich für die FAZ entscheiden sind sie zwar justiziatätig, können sich aber auch in eine Einspruchredaktion einbringen.
00:53:03: ich wünsche Ihnen fürs erste eine schöne Woche!
00:53:05: und bleiben Sie einspruch-toll.