F.A.Z. Einspruch

F.A.Z. Einspruch

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00:00:04: Hallo und herzlich willkommen zu Folge vierhundertvier des FHZ Einspruch-Podcasts, das Podcast der FH Z zurecht Justiz & Politik.

00:00:12: Heute ist der sechsohnzwanzigste August zweitausendsechsundzwanziger.

00:00:15: Ich bin Finn Hohenschwert und mir gegenüber hier im Frankfurter Studio sitzt mein Kollege Frederik Olowski.

00:00:20: Heil Frederick!

00:00:23: Mit der heutigen Folge beenden wir unsere kleine Sommerspezialserie.

00:00:27: In den letzten sechs Folgen haben wir uns viele verschiedene Berufe für Juristen angeschaut und mit Richtern, Staatsanwälten, Notaren, verwaltungsbeamten Großkanzlei anwelten und vielen anderen spannenden Juristen gesprochen.

00:00:41: Zum Abschluss haben wir die heutige Folge ein, wie ich finde besonders spannendes Thema rausgesucht.

00:00:47: Und zwar beschäftigen wir uns mit der Frage ... wie man als deutscher Jurist eigentlich im Ausland arbeiten kann.

00:00:55: Diese Frage stellen sich ja viele, weil aus eigener Erfahrung das wissen wir auch ist es so dass man mit dem deutschen Staatsexamen erstmal sehr auf den deutschen Arbeitsmarkt festgelegt ist, weil gerade wenn man das Referendariat gemacht hat dann kriegt man ja die Laufbahnbefehlungen für eine Karriere im deutschen Staatsdienst beziehungsweise in der Deutschen Justiz.

00:01:13: Etwas anderes ist es ja einem Commonlaw-System dass wir auch noch viele Länder dieser Tage haben und da ist es natürlich ein bisschen leichter zu switchen zwischen den jeweiligen Ländern und dann eben auch eine Karrière nahtlos aufzubauen.

00:01:25: Was natürlich nicht heißen muss, dass man mit einem deutschen Jura Abschluss zwangsläufig auch in Deutschland bleiben muss.

00:01:31: Es gibt da durchaus Wege ins Ausland und zwei Juristen, die das gemacht haben.

00:01:36: Allerdings ganz unterschiedlich vorgegangen sind.

00:01:39: Die haben wir heute zu Gast.

00:01:40: Frederik mit wem hast du gesprochen?

00:01:42: Ja, ich habe mit Leon Mutunayake gesprochen und Leon Mutuna Yake ist Jurist und arbeitet beim Auswärtigen Amt.

00:01:49: Und bevor er da angefangen hat, hatte er erstmal ganz klassisch wie viele andere auch Jura studiert, und zwar in Freiburg und Ebedin.

00:01:56: Danach hat der den Vorbereitungsdienst im Auswertigenamt angetreten und war jetzt zwei Jahre in der Zentrale in Berlin tätig, hat sich da vor allem mit völkerrechtlichen Fragen auseinandergesetzt.

00:02:06: Was ganz spannend ist seit diesem Juli ist ja ein Soul auf Posten und bekleidet da die Funktion... eines Referenten für Presse an der deutschen Botschaft.

00:02:14: Ja, ich bin schon sehr gespannt auf das Gespräch!

00:02:16: Das auswärtige Amt ist ja für viele Juristen ein mindestens mal interessanter potenzieller Arbeitgeber.

00:02:22: gefühlt hat jeder Jurist in seinem Rechtsreferenderjahr auch mal eine Auslandsstation bei einer Botschaft gemacht – du warst glaube ich in….

00:02:29: Ich war in Stockholm, ich kann mich da nicht frei vermachen.

00:02:31: Aber ich hatte eine super Zeit und habe auch viel gelernt und war auch da in verschiedenen Referaten also im Wirtschaftsreferat, ich war Impressereferat.

00:02:38: Ich war im Kulturreferate und natürlich im Politikreferats.

00:02:41: Da kann man wirklich viel lernen.

00:02:42: Genau macht ja total Sinn.

00:02:43: Diplomatie hat ja naturgemäß mit einer ganzen Reihe juristischer Fragen zu tun vom Völkerrecht bis zum Staatsangehörigkeitsrecht.

00:02:49: Da gibt es ja viele Fragen wo Juristen einfach gebraucht sind oder das zumindest mal sinnvoll ist Jura studiert zu haben.

00:02:57: Und dann hast du natürlich gleichzeitig die Möglichkeit, als Jurist im diplomatischen Dienst im Ausland zu

00:03:02: arbeiten.".

00:03:03: Genau!

00:03:03: Aber wir haben ja nicht nur mit einem Diplomaten gesprochen, sondern auch mit ...

00:03:07: Mit Prof.

00:03:08: Jürgen Brömer ist seit Jahrzehnte schon im Auslands und zwar als Jura-Professor an der Murdoch University in Perth, an der Westküste Australiens um genau zu sein.

00:03:20: Vorher hatte er in Deutschland eine ganz klassische Hochschulkarriere gemacht, würde ich mal sagen.

00:03:25: Also promoviert, habilitiert und auch schon gelehrt.

00:03:29: Mit ihm habe ich darüber gesprochen welche Möglichkeiten es für Juristen in der Wissenschaft gibt, eine Karriere im Ausland aufzubauen und was dabei vor allem anders läuft als hier in Deutschland?

00:03:39: Ja so man sieht heute sind wir sehr international unterwegs Australien und Südkorea.

00:03:43: Ich glaube das hatten wir bisher noch nie.

00:03:44: also eine kleine Pirmiere bei Einspruch.

00:03:47: Und bevor es aber jetzt losgeht, mit der Folge haben wir noch einen kleinen Hinweis in eigener Sache.

00:03:53: Genau!

00:03:53: Denn unsere Verlosung für die Teilnahme am Podcast mit Publikum bei dem der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Stefan Habert zu Gast sein wird, die läuft nur noch bis morgen den siebenundzwanzigsten August.

00:04:06: Wer bei der Veranstaltung dabei sein möchte, hat noch ein paar Stunden die Möglichkeit uns einen Screenshot seines FAZ Premium Abos an Redaktion Einspruch at FAZ.de zu schicken!

00:04:18: Also schnell sein lohnt sich.

00:04:20: und nochmal zum Hintergrund.

00:04:21: Was hat es mit dieser Veranstaltung auf sich?

00:04:23: Hintergrund ist der, dass wir unsere vierhundertste Einspruchfolge feiern und deswegen isst wie gesagt Stefan Habert am zehnten September bei uns im FHZ Tower hier in Frankfurt zu Gast und dann wird eben auch eine Live-Podcast Folge mit ihm aufgezeichnet und sie können wie gesagt mit etwas Losglück gerne dabei sein.

00:04:39: Uns besteht da natürlich die Möglichkeit auch mit Herrn Habert dem Anschluss an die Veranstaltungen selber auch mal zu sprechen und wir stehen natürlich auch für Gespräche bereit und freuen uns!

00:04:50: Bei mir zu Gast ist jetzt Leon Mutunayakel.

00:04:53: Er arbeitet seit Jahrzehnte und zwanzig beim Auswärtigen Amt, hat zuvor Jura in Freiburg und Aberdien studiert.

00:05:00: Und nach seiner Attaché-Ausbildung im Auswärtige Amt war er zunächst für zwei Jahre in Berlin im Referat für völkerrechtliche Fragen und internationale Gerichtsbarkeit eingesetzt.

00:05:09: Seit wenigen Wochen ist er jetzt in Südkorea auf Posten und als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Deutschen Botschaft ins Soul.

00:05:17: Und mit ihm spreche ich jetzt darüber, was man als Jurist im Auswärtigen Amt so macht.

00:05:21: Wie der Weg in die Diplomatie aussieht und was sich bei diesem Beruf besonders lohnt.

00:05:26: Herzlich willkommen bei FHZ Einspruch!

00:05:29: Vielen Dank!

00:05:30: Ja Herr Mutunayaka, Sie sind Jurist und arbeiten im Auswärtsamt.

00:05:35: Was hat sie denn ursprünglich an diesen Berufsbild gereizt?

00:05:38: Und gab es in Ihrem Leben irgendwann mal einen Moment wo Sie sich dachten, Diplomatie das ist es?

00:05:44: Ja total also... Für mich war das schon als Schüler immer ein großer Traum gewesen.

00:05:51: war schon immer sehr politisch interessiert.

00:05:53: Meine Eltern stammen aus Sri Lanka und auch so mit der Migrationsgeschichte war das eben auch ein Thema am Küchentisch, würde ich sagen wie sind die Zusammenhänge in der Welt?

00:06:03: Wie sind die Beziehungen zwischen Staaten und wer arbeitet da eigentlich?

00:06:08: Und das fand ich immer faszinierend.

00:06:10: und ich habe mich gefragt, wie komme ich dahin?

00:06:12: und hab als Schüler immer versucht überall reinzuschnuppern wenn es ja Ted Talks gab Veranstaltung mit ehemaligen Diplomatinnen und Diplomaten Und für mich, glaube ich so ein Aha-Moment war aber auch mit der Verbindung Jura.

00:06:26: Was heißt denn eigentlich Recht und Gerechtigkeit in den internationalen Beziehungen?

00:06:31: Ich durfte einen Praktikum an der Deutschen Botschaft in Kolombo machen Und das war, glaube ich für mich so der Aha-Moment.

00:06:39: Dass sie gesagt hat, was ist das, was ich machen möchte?

00:06:42: Das war das klassische juristische Pflichtpraktikum, was man ja an vielen Universitäten hat nach der Landesprüfungsordnung, was absolviert werden muss.

00:06:50: und neben der klassischen konsularischen Aufgaben die ich da hatte im Wiesnambereich aber auch was zur konsularischer Hilfe angeht durfte ich sehr viel mit den deutsch-relativen Wirtschaftsbeziehungen beschäftigen, dem politischen Beziehung Aber auch gerade die Beziehungen zwischen den Völkern, den Gesellschaften erleben und daran mitwirken.

00:07:12: Das fand ich einfach so spannend.

00:07:13: Also das Generalistenprinzip hat mich doch früh fasziniert.

00:07:17: Und auch in meinem Studium in Freiburg aber auch in Erbedehen habe ich mich dann im Völkerrecht spezialisiert.

00:07:23: Mich aber auch mit der Frage von Rulof Law in internationalen Beziehung, internationale Wirtschaftsbeziehungen beschäftigt und hatte immer ein Interesse an... generalistischen Themen oder Themen übergreifenden Komplexen.

00:07:38: Und ja, das war glaube ich so für mich der Erhabenmoment, dass ich gesagt habe, ich möchte darauf hinwirken.

00:07:43: Ich hab aber nichts dazu.

00:07:44: trotz auch in einer Großkanzlei als Wissen arbeitet um einfach mal die Großkenzlei Luft zu schnuppern und zu sehen ist es vielleicht doch etwas für mich Aber habe mich dann doch entschieden nicht beim Aussage anzubewerben.

00:07:56: Ich höre schon raus, der Entschluss kam ja schon relativ rüber ihn.

00:07:59: Aber warum haben sie sich dann trotz und dazu entschieden erst mal klassisch Jura zu studieren?

00:08:02: Weil es gibt ja auch Studiengänge die vielleicht ja schon ein bisschen mehr nach großer weiter Welt riechen.

00:08:07: also ich denke beispielsweise an die internationalen Beziehungen beziehungsweise Politikwissenschaft.

00:08:11: Die sind ja zum Teil auch etwas internationale aufgestellt.

00:08:13: bei Juras ist manchmal so ein bisschen ein Problem dass man nochmal einen Auslandensjahr dazwischen schieben kann.

00:08:18: Bei anderen ist das sogar vorgegeben.

00:08:19: Warum haben Sie sich dann trotzdem klassisch erstmal für Jura entschieden?

00:08:23: Ja, das ist eine sehr gute Frage.

00:08:25: Also ich habe natürlich auch mit den anderen Studiengängen geliebäugelt.

00:08:29: für mich war eben gerade diese Frage recht und recht her.

00:08:32: wie funktioniert in unserer Welt?

00:08:34: Und da kommt man schnell zu Jura.

00:08:35: ohne Recht geht es nicht gerade Angebote wie Tag der offenen Türen, der Universitäten.

00:08:41: Da war ich in Konstanz und in Fallburg genutzt um mal reinzuschnuppern.

00:08:45: Und was mich einfach faszinierte, war die Auslegung des Rechts.

00:08:49: Man hat ein Rechtstexten man geht handwerklich voran und das fand nicht einfach sehr faszinerend.

00:08:54: Die Juba hatte ja immer dieses Klischee es sei trocken und ich finde dass ist nicht der Fall.

00:08:58: Man kann sehr viel damit tun und grade auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen und in den Beziehungswischenstaaten ist das dann doch sehr fassinierend wie man mit Recht arbeiten kann.

00:09:10: Und

00:09:11: klar, es war auch für mich einfach wichtig eine Grundlage zu schaffen und auch zu sehen.

00:09:16: ist das der richtige Weg für mich?

00:09:18: und gibt's vielleicht andere Bereiche, die ich interessant finde.

00:09:21: aber deswegen die Entscheidung für das klassische Jurastudium und gerade mein Auslandsaufenthalt in Erberdien haben mir gezeigt, wie besonders auf das deutsche Jurastudeum ist.

00:09:35: Das gibt ja gewisse Kritik und müssen wir Dinge reformieren.

00:09:39: Aber dieses Handwerkszeug, das könnte auch immer wieder von ausländischen Professorinnen und Professoren betonen, dass sei einzigartig die Analysefähigkeit, die man dadurch erlernt in stachfremde Gebiete einzutauchen und dann nur mit diesem Handwerk-Handwerkszeug zu agieren.

00:09:58: Das war einfach eine Erfahrung, die mir gezeigt hat, es ist der richtige Weg dann möglicherweise eine Karriere in die Diplomatie einschlagen.

00:10:07: Stichwort Handwerkszeug, können Sie denn Inhalte aus dem Jurastudium jetzt ganz konkret in Ihrem juristischen Alltag bzw.

00:10:14: in Ihren beruflichen Alltag gebrauchen?

00:10:16: Also gibt es ja vielleicht Inhalter aus Seminaren Vorlesungen, die sie jetzt tagtäglich anwenden können?

00:10:23: Ja also als Pressereferent im Soul vielleicht etwas weniger aber auch da, weil wir genau hier das Generalisten Prinzip haben und Auch dann in verschiedenen Themen unterwegs sind, also auch menschenrechtliche Themen.

00:10:37: Da hilft es schon zu verstehen.

00:10:41: Korea zum Beispiel hat sehr viele parallelen Ähnlichkeiten zum koreanischen Rechtssystem und zum deutschen Rechtssystem Und da hilft es natürlich, das Verständnis zu haben.

00:10:51: Wie werden Normen ausgelegt?

00:10:53: Welche Rolle hat das Verfassungsgericht?

00:10:55: Schranken, schranken und wenn man das alles schon mal gehört hat, dann ist es hilfreich auch, wenn man Berichte schreibt und dass auch für die Kolleginnen und Kollegen aufarbeite, die jetzt keinen juristischen Hintergrund haben.

00:11:08: Als ich in der Zentrale war, habe ich im Grundsatzreferat Völkerrecht Genau.

00:11:14: Die klassische juristische Arbeit, das tägliche Handwerkszeug war gefordert, analysische Schreiben, Bewertung zu schreiben wie gewisse Dinge im Völkerrecht ausgelegt werden aber auch in Europa und Verfassungs- und Verwaltungsrecht.

00:11:29: wenn man jetzt zum Beispiel als Jurist im Auslendingamt tätig ist, dass man häufig auch Leiter der Rechts- und Konsularabteilungen an einer Botschaft da geht es dann konsularische Hilfe, die im Konsulagesetz geregelt ist.

00:11:42: und ob da braucht man eben das gelernte tagtäglich.

00:11:46: Und so ist es auf jeden Fall sehr nützlich.

00:11:48: und nicht wissen was man nicht braucht sondern in Gegenteil man braucht's täglich.

00:11:55: Ich merke schon ein Jurastudium schaltet nicht aber jetzt ist ja so... Man lernt ja schon viel im Jurastudiom Ja, leckst noch nicht alles um dann später auch auf dem Paket der Diplomatität zu sein.

00:12:05: Wie wird man denn dann vorbereitet für die große weite Welt?

00:12:08: Also wie sieht das aus?

00:12:10: ich entscheide mich als Jurist Ich möchte ins Auswärtige Amt und wie werde ich dann tatsächlich Diplomat?

00:12:16: ja also es gibt ein Ausfallverfahren dass natürlich allen Studiengängen offen steht.

00:12:21: Juristen werden sehr gerne gesucht dass vor allem die meisten Diplomaten auch einen juristischen Hintergrund hat.

00:12:29: Das hat sich gewandelt mit der Zeit, auch aufgrund der Studiengänge internationalen Beziehungen und Politikwissenschaften.

00:12:36: Nichtsdestotrotz genau bewirbt man sich eben wenn man sich für höherem Dienst bewirbte mit einem Masterabschluss.

00:12:41: aber das erste Staatsexamen reicht dann auch aus.

00:12:45: Und es gibt ein ja einjährigen Prozess Mit zwei Runden einmal im schriftlichen Teil und einem mündlichen Teil.

00:12:53: Im schriftlichen Teil gibt es klassisch eine Wissensabfrage in Entfächern wie Geschichte, Politik aber auch Europa und Völkerrecht.

00:13:03: Es gibt Sprachprüfungen einmal in Englisch.

00:13:06: Soll man seinen C-I Niveau nachweisen?

00:13:09: Und dann macht man aber auch eine Prüfung in einer anderen Sprache.

00:13:12: Früher war da französische Pflicht.

00:13:14: mittlerweile hat mein Auswahl von sechzehn Sprachen.

00:13:16: ich persönlich hab Spanisch gewählt.

00:13:18: Und dann bis zur Einstellung hat man die Möglichkeit, seinen französischen Wissen aufzufrischen und dann legt man da noch mal eine Prüfung ab.

00:13:25: Genau also es ist eine sehr spannende Prüfungen weil man eben auch eine politische Analyse schreibt und im mündlichen Teil hat man so das klassische Assessment-Center, da geht's darum... Da wird einmal der Werdergang natürlich abgefragt aber auch die Motivation, die Analyselfähigkeit wird geprüft, man muss einen Vortrag halten.

00:13:42: Aber auch die Fragen kennt man sich mit dem Berufsbild aus sich auch der Belastung aus der Rotation bewusst, Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt natürlich eine große Rolle.

00:13:55: Also es ist ein sehr großes Paket und steht allen Studiengängen offen.

00:14:00: Meine persönliche Vorbereitung war viel Zeit zum Lesen.

00:14:03: Das klingt jetzt vielleicht sehr banal aber einfach sich bewusst sein was passiert in der Welt?

00:14:07: Wo ist das Auswirkamt über die Bundesregierung tätig?

00:14:11: Wo reist der Minister hin?

00:14:15: Welche Themen stehen gerade auf der Agenda?

00:14:18: Ja, da kann ich auch nur empfehlen die Seite des außerigen Amts auf den Newsroom regelmäßig zu verfolgen und sich da einzulesen.

00:14:26: Dann kriegt man schon schnell ein Gespür was eben die Anforderung an einen zukünftigen Diplomaten eine zukünstige Diplomatin ist.

00:14:34: Gibt es in der so eine Art Königsweg wie man sich vorbereiten kann?

00:14:37: Also Sie haben ja gerade schon gesagt Zeitung lesen hilft.

00:14:39: jetzt ist es ja so viele Juristen ... kennen sich ja mit intensiver Vorbereitung aus.

00:14:43: Ich sag nur Staatsexamen, da ist es ja so... Richtig!

00:14:46: dass viele Juristen zum Repetitor gehen.

00:14:48: Gibt's sowas Ähnliches auch?

00:14:49: Also gibt's so Anbieter die einen da vielleicht drauf vorbereiten.

00:14:52: oder wie muss man sich das vorstellen?

00:14:54: Wie kann man sich auf diesen Test vorbereiten?

00:14:57: Die Webseite zur Ausbildung und der Akademie, die im Tegel sitzt, ist da sehr hilfreich.

00:15:05: Es gibt Musterbeispiele vergangenen Fragen oder der Fragen, die in den vergangen Jahren gestellt wurde.

00:15:13: Es gibt Literaturhinweise.

00:15:15: also das schon mal hilfreich und wenn man auch mal diese Beispiel-Tests mal macht dann kriegt man ein Gespür welche Fragen ja sehr relevant sind fürs auswärtige Amt.

00:15:27: Ich glaube so den Königsweg gibt es nicht.

00:15:28: Das gibt nicht den Repetitor wie Altmann Schmidt Das nicht, aber was ich sehr hilfreich fand.

00:15:39: Es gibt auch relativ viele Facebook-Instagram Gruppen wo es auch ein Erfahrungsaustausch gibt und sich da reinzuhören.

00:15:46: wir haben auch im Material online auf der Webseite aber eben auch unser Instagram-Account auswertiges Abendkarriere postet regelmäßig wie man sich vorbereiten kann was man sich anschauen soll Und es geht vor allem um Analyse-Fähigkeit, aber auch ob man Teamplay ist.

00:16:05: Welche Kommunikation und Kompetenzen man mitbringt?

00:16:08: Interkulturelle Kompetensen.

00:16:10: Also Zeitunglese ist so ein Anfang, aber sich in Fachliteratur hineinzustürzen, ist auf jeden Fall ein Weg.

00:16:17: Aber man darf sich da jetzt nicht verrückt machen lassen.

00:16:21: Ich glaube das ist ganz wichtig, sich einen Test zu orientieren und dann auch ein Gefühl dafür zu bekommen.

00:16:26: Und wenn ich es dann geschafft habe, wenn ich das richtig weiß, dann geht's ja erstmal ein Jahr nach Tegel.

00:16:30: Wie sieht denn diese Zeit dort in Tegels aus?

00:16:33: Ja also genau jetzt sind es vierzehn Monate.

00:16:35: bei mir waren zwölf Monat Vorbereitungsdienst ganz wichtig.

00:16:40: dass ist ein bezahlter Vorbereitungsthins auf A neun Ebene.

00:16:44: also das kann man auch mit dem Säulungsberechter danach schauen Und das ist eine schöne Zeit.

00:16:50: Also ich empfand die Ausbildung in Thege, dem schönsten Campus Deutschlands, wie so schön sage, hat Teglasee sehr bereichernd weil man da und hat ganz viele Kurse auch im Völker- und Europarecht aber nicht nur sondern internationalen Beziehungen.

00:17:06: Man wird in Englisch und Französisch geschult dass man das eben als Diplomat auch präsentieren kann.

00:17:13: Es gibt ein Kneckekurs, es gibt aber auch spannende Abende.

00:17:18: So genannte Kaminabende mit externen Gästen oder aber auch gestanden Diplomaten einen Kurs in VWL und Geschichte dass man einfach da eine gute Grundlage erhält.

00:17:30: Und dann gibt das aber auch viele tolle Programme die man selbst organisieren kann auch Fahrten um eben die Kolleginnen Kollegen im Ausland zu besuchen.

00:17:40: also wir hatten zum Beispiel selbst organisierte Fahrt nach war Schau, waren aber auch ins Skopje und Pristina.

00:17:47: Und dann die Abschlussfahrt war in Wien.

00:17:50: Das ist einfach eine total hilfreich Zeit.

00:17:52: Man hat eine steile Lernkurve und man hat auch die Möglichkeit... Also man hospitiert dann auch in Referaten.

00:17:59: Ich hatte auch meine Hospi-Phase in der Rechtsabteilung.

00:18:02: bei mir war das auch ne richtige Referententätigkeit auf Probe quasi.

00:18:08: Und das war auch einfach eine Möglichkeit ins kalte Wasser zu springen und sich zu testen.

00:18:13: Und ich fand das total hilfreich, weil man auch sehr stark von den Kolleginnen und Kollegen unterstützt wird.

00:18:20: Das ist einfach ein sehr positiver Drive, den man da enttegelt und danach

00:18:24: erlebt.".

00:18:29: Vergleichbare wäre ja möglicherweise der juristische Vorbereitungsdienst.

00:18:33: Beim Juristischen Vorbereitung ist das große Damokless-Schwert zweites Staatsexamen, gibt es auch Prüfungen die man dann am Ende noch ablegen muss und dann heißt es hopp oder top?

00:18:41: Oder ist da weniger Druck drauf?

00:18:45: Also genau!

00:18:45: Es gibt schon während der vierzehnmonatigen Ausbildungszeit Prüfung in den Kursen.

00:18:51: also da hat man quasi Abschlussprüfungen Und dann hat man noch mal eine große Prüfung am Ende und da auch, das ist aber eine mündliche Prüfungen.

00:19:00: Vorher hatten wir in den Kursen auch dann schriftliche Prüfungen.

00:19:03: Ehrlich gesagt ist mir kein Fall bekannt, dass da jemand durchgefallen ist.

00:19:07: also das ist schon ne extreme Ausnahme und man wird schon so darauf vorbereitet, dass man das auch gut besteht.

00:19:14: Man hat ja auch ein Interesse, wenn die Leute vierzehn Monate ausgesehen sind, dann die auch an dem Beruf einsteigen können.

00:19:20: Auch da, die Ausbildungsleitung hat auch immer ein offenes Ohr.

00:19:23: Wenn man jetzt vielleicht einen persönlichen Gründer hat, warum es schwierig ist, um die Ausbildung abzuschließen?

00:19:28: Also das soll man auf die Grüße signalisieren und dann gibt's dann auch frühzeitig Gespräche.

00:19:33: Aber genau das Damoklesschwert des zweiten Exams ist das nicht.

00:19:36: Und ich finde, dass ist auch wichtig, dass es das ist!

00:19:39: Und wenn ich es dann geschafft habe, dann werde ich ja eigenesetzt in Berlin oder ich gehe an eine der Auslandsvertretungen werden entsendet... Ja Können Sie unseren Hörern vielleicht mal beschreiben, wie so ein typischer Arbeitsalltag bei Ihnen aussieht.

00:19:51: Also jetzt sind wir ganz neu noch auf Posten in Seoul.

00:19:54: Wie sieht so einen typischen Arbeitsalltag bei Ihnen

00:19:58: aus?

00:19:58: ganz spannend.

00:19:59: Ich glaube vorweg muss man sagen, also der Arbeitsalltag im Ausland und der ArbeitsAlltag in Berlin unterscheiden sich schon gewissermaßen.

00:20:07: Also gerade hier als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit habe ich sehr viele externe Termine bei dem ich auch den Botschafter begleite.

00:20:15: wir machen hier sehr viel Social Media aber es herrscht auch einfach ein reges Interesse an Deutschland, an Entwicklungen in Deutschland.

00:20:22: das heißt wir berichten darüber Aber auch gerade in Korea gibt es sehr viele zwischenmenschliche Beziehungen zu Deutschland, aber natürlich auf anderer Ebene.

00:20:31: Das heißt klassischerweise man checkt seine Mails und man macht Termine aus, aber man hat eben auch einen großen Outreach.

00:20:36: Man ist bei Veranstaltungen, hält Reden, Grußwörter, aber organisiert auch sehr viel, wenn zum Beispiel Delegationen aus Deutschland kommen.

00:20:45: Also das ist sehr hands-on, sehr operativ... Und dadurch aber auch sehr spannend, und gerade als Pressereferent jetzt auch mit einem juristischen Hintergrund bin ich bei vielen Themen der anderen Referate dabei.

00:20:56: Und natürlich auch ganz organz ein juristisches Thema gibt und auch Delegation aus dem juristischem Raum kommen.

00:21:02: in Berlin würde ich sagen ist es ja.

00:21:04: also man ist ja Beamter im höheren Dienst bei mir und man hat seine Mails und arbeitet die ab das eine Bandbreite von Hier wird Sprache für eine Rede entwickeln.

00:21:18: Bitte schauen, dass das juristisch alles stimmt und Hand und Fuß hat.

00:21:21: Hier ist eine Analyseanfrage.

00:21:24: Das heißt man arbeitet dann und schreibt eine Analyse aber auch da Konferenzen, Teilnahme oder Organisieren.

00:21:31: Ich finde es einfach sehr spannend.

00:21:32: Man hat auch Dienstreisen.

00:21:34: Ich hatte das Glück mal nach New York reisen zu dürfen zu einer Konvention die gerade in der Vereinten Nation geplant wird.

00:21:42: Diplomatisches Geschick gefragt, wen findet man da als Like-Meine-Partner mit dem Arbeiten zusammen?

00:21:48: Also auch viele Abstimmungen.

00:21:50: Und dann aber auch natürlich Abstimmung mit anderen Ressorts und anderen Ministerien zu Themen.

00:21:54: Man ist auf gesetzgeberisch tätig.

00:21:57: Da ist vielleicht die Federführung nicht beim Auswärtigen Abendabend.

00:21:59: Wir schauen dann ob das aus politisch alles passt.

00:22:03: Es sind sehr abwechslungsreiche.

00:22:04: Alltag in Berlin war kein Tag gleich.

00:22:08: Das fand ich unfassbar spannend.

00:22:10: Man hatte natürlich seine Projekte und seine Themen, aber man wusste auch es kann eine Anfrage aus allen möglichen Bereichen kommen.

00:22:17: Und hier ist es ein wenig anders, aber ähnlich im Sinne von.

00:22:23: Es ist sehr divers!

00:22:24: Das macht den Job so weitsvoll.

00:22:27: Auch das Rotationsprinzip, also neben dem Generalisten-Prinzip ist das Rotionsprinzip ja wirklich eines unserer Grundpfeiler dass man alle drei bis vier Jahre den Posten wechselt und gerade in ersten zehn Jahren soll man sich diversifizieren.

00:22:41: Also ich war jetzt in der Rechtsabteilung als Jurist, vielleicht nicht die große Diversifizierung aber jetzt findet sie mit dieser Präsentätigkeit statt und wer weiß wo ich dann in drei vier Jahren bin?

00:22:50: Ob in Berlin oder anderswo im Ausland und was ich dann mache.

00:22:53: und diese Abwechslung ist glaube ich auch das was die Kolleginnen und Kollegen so sehr an diesem Job reisen

00:23:00: Ja, was viele sicherlich interessiert.

00:23:01: Wie viel Einfluss habe ich dann tatsächlich darauf auf welchen Posten nicht kommen?

00:23:05: Weil ich könnte mir vorstellen es gibt bestimmten Posten die sind beliebter und geposten die sind vielleicht weniger beliebt.

00:23:10: inwiefern hab ich das selbst in der Hand?

00:23:11: beziehungsweise wie läuft das also?

00:23:13: bewerbe ich mich dann aktiv auf einem posten oder werde ich dazu geteilt?

00:23:17: wie muss man sich das vorstellen?

00:23:19: ja da erscheint immer im sommer eine liste und wir spannen einen blick drauf und kann dann eben entsprechen Priorität angeben und schickt das an das Personalreferat, die schauen sich das an.

00:23:31: Und da habe ich einen großen Respekt ans Personalrefferrat weil natürlich diese Stellen ideal besetzt werden müssen und wir haben halt auch ein sehr diverses Feld an Kolleginnen und Kollegen und da gibt man eben verschiedene Prioritäten an.

00:23:46: Wichtig ist also bei uns gilt weltweite Versetzungsbereitschaft und ich muss aber sagen so dieses klassische Muster dass sind so die Top und das sind die schlechtesten.

00:23:58: Das gibt's so nicht, weil jeder interessiert sich dann doch für einen anderen Posten und vielleicht gibt es manche Posten auf die Bären sich mehr Kandidaten erinnern aber andere sind genauso beliebt.

00:24:10: und genau man gibt dann eben diese Liste ab schreibt auch seine Motivation warum jetzt Posten XY besonders beliebt ist, warum ich da unbedingt hin muss und dann schaut sich das Personalreferat an entscheidet das je nach Interessenslange des Amts und natürlich auch Verfügbarkeit.

00:24:28: Und dass jetzt zum Beispiel bei mir im Soul geworden ist, freut mich total da wollte ich hin.

00:24:33: Ich wollte hier in die Region ja aber auch total offen gewesen eine andere Region zu gehen und genau die Offenheit und Bereitschaft sollte man mitbringen.

00:24:42: Ja worüber ich ganz gerne noch mit Ihnen kurz sprechen möchte weil Sie haben es ja vorhin selber schon angesprochen.

00:24:46: Ist das Thema Vereinbarkeit?

00:24:49: Punkt wird ja auch abgefragt.

00:24:50: schon bei Bewerbern, also im Bewerbungsprozess spielt da schon eine Rolle.

00:24:54: Wie vereinbar ist denn der Job als Diplomat mit der Familie?

00:24:57: Weil Sie haben ja schon angesprochen alle drei vier Jahre wird rotiert ein neuer Lebensmittelpunkt wird gefunden.

00:25:03: wie macht man das mit der Familien?

00:25:06: Ja, da ist ganz wichtig dass man sehr transparent und auch schon auch mit seinen Partnern, Partnern und Kindern auch spricht.

00:25:12: wir sind uns alle bewusst genau welche Besonderheit dieser Job mit sich bringt.

00:25:18: Umzug alle drei vier Jahre zum Weltstelling ist nicht einfach und bedarf viel Energie und Kraft, aber das Auswärtige Amt unterstützt da auch.

00:25:28: Wir haben ein eigenes Referat

00:25:30: z.B.,

00:25:30: dass sich um familiäre Angelegenheiten kümmert mit denen man Rücksprache halten kann, was so berufliche Möglichkeiten angeht.

00:25:39: Man hat ja diplomatsche Immunität im Ausland und es ist nicht mit jedem Land so, dass man dann dort arbeiten kann als Partnerin-Partner.

00:25:47: Genau, es sollte eben eine gemeinsame Entscheidung sein.

00:25:49: Das ist glaube ich ganz wichtig und auch wir haben da immer wieder auch Rücksprache und da passiert eben auch sehr viel und ich glaube diese Transparenz ist ganz ganz wichtig.

00:26:00: das Auswirkige Amt unterstützt aber auch es gibt ja die deutschen Schulen im Haus also hier ins Soul.

00:26:05: das heißt da hat man viele Unterstützungsmöglichkeiten Der Bildungsweg, der Kinder nicht unterbrochen wird.

00:26:11: Sondern dass sie dann ihr Abitur auch ablegen können.

00:26:14: Wir haben eine eigene Kita in Berlin für die Amtsangörerinnen.

00:26:18: was einfach eine tolle Sache so eine Einzigartigkeit von einem Arbeitgeber.

00:26:25: und ja aber genau ich glaube der Herausforderung muss man sich bewusst sein und damit Opfen umgehen.

00:26:31: und ich habe persönlich auch mit meiner Frau bevor ich mich beworben hab auch gesprochen Wollen wir das machen?

00:26:37: Sehen wir es als unseren Weg und sie war da sehr unterstützt, worüber ich mich sehr freue.

00:26:41: Und es hätte aber auch natürlich anders kommen können und ich glaube dass ist ganz wichtig, dass dann der Haussegenort steht und man da eben aufnimmt.

00:26:49: Ja vielleicht zum Abschluss noch die Frage Sie sind ja jetzt seit drei Jahren dabei also zwanzig-dreiundzwanzig eingetreten.

00:26:55: Gibt's denn in den letzten drei Jahren so einen Moment an dem sich vielleicht besonders gerne zurück erinnern um wo Sie sich dachten ja das war die richtige Entscheidung oder Das lohnt sich oder das lohnt nicht?

00:27:06: Ja, doch den gab es und das war dieses Jahr im Januar als ich dann in der Feind Nation für Deutschland sprechen durfte.

00:27:13: Und unsere Position darlegen durfte bei diesem Konventionsprojekt.

00:27:18: Das war unglaublich bereichern weil man da wirklich seine Arbeit die man monatelang ja auch mühsig zusammengeschuss schustert hat dann dort präsentieren durfte wie das auch wahrgenommen wird dass dann Kolleginnen und Kollegen anderer Staaten auf einen zukommen sagen, das sind tolle Ideen.

00:27:36: Lass uns da zusammenarbeiten also abzusehen, dass wir als Teil des Maschinenraums der deutschen Außenpolitik aktiv mitgestalten und mit unserer Arbeit dazu beitragen die Welt einen besseren Ort zu machen.

00:27:50: Und das war für mich einfach so eine Erkenntnis.

00:27:52: ich mache hier das Richtige und freue mich auch die weiteren Jahre.

00:27:56: Alles klar, dann ganz herzlichen Dank.

00:27:58: Das war Leon Mutunayake und wir haben über seinen Beruf als Jurist beim Auswärtigen Amt gesprochen.

00:28:04: Ganz herzliche Dank und viel Grüß nach Sol!

00:28:12: Mir zugeschaltet ist jetzt Jürgen Brömer Professor of Law an der Murdoch University in Perth an der Westküste Australiens.

00:28:19: Hallo und schön dass Sie da sind.

00:28:21: Herr Prof.

00:28:21: Bröme.

00:28:22: Einen schönen guten Tag nach Frankfurt.

00:28:23: Wir

00:28:24: sprechen ja heute darüber, wie deutsche Juristen im Ausland beruflich Fuß fassen können.

00:28:29: Sie selbst haben in Deutschland Jura studiert, beide Staatsexaminer abgelegt, promoviert, habilitiert und anschließend gelehrt.

00:28:38: In den Jahren der Wechsel nach Australien erst an die University of New England.

00:28:43: Seit Jahrzehnt zwölf leeren sie an der Murdoch-University in Perth.

00:28:48: Wie und vor allem warum sind sie damals von Deutschland nach Australiens gewechselt?

00:28:53: Das ist eine gute Frage.

00:28:54: Das habe ich mir auch schon öfter gefragt, denn es war da kein Plan dahinter sondern das hat sich eigentlich ergeben aus der Realität des deutschen Wissenschaftsnachwuchses.

00:29:06: wie Sie zu Recht gesagt haben, habe ich an der Universität des Saarlandes am Europäer Institut.

00:29:10: Also studiert habe ich ein Mannheim im Schloss.

00:29:12: wunderschön alle potenziellen Jurastudien im Schlossen Mannheim unbedingt empfehlen.

00:29:17: Ich bin aber dann in Saarland gegangen und war dort am Europa-Institut, was mir bis heute so eine Herzensangelegenheit ist da an der Universität des Saarlands.

00:29:27: Und habe dort auch praktisch von am ersten Tag angefangen beim damaligen Direktor Prof.

00:29:32: Georg Reß und da hat sich eine ganz enge Zusammenarbeit herausentwickelt die bis heute anhält.

00:29:38: Dort auch Promotionen und Habilitationen jetzt es ja im Deutschen.

00:29:42: Ich weiß nicht, wie sich das in den letzten zwanzig Jahren entwickelt hat.

00:29:45: Ich glaube nicht, dass es sich wesentlich geändert hat aber Junior-Professor gab's damals noch nicht.

00:29:51: nach der Hablitation ist es ja nicht möglich an der Uni und an der man habilitiert wurde eine Stelle zu bekommen.

00:29:57: muss ich also bewerben?

00:29:59: diese Bewerbungen Die liefen, darauf ist man hier eingestellt.

00:30:04: Man schickt dann diese Bewerbung auf eine Professur herum und es hatte sich so ergeben am Europä-Institut dass ein damaliger Kollege ja so nebenbei gefragt hat ob ich eigentlich auch nach England schauen würde.

00:30:20: jetzt Ingenieure und alle anderen gucken automatisch weltweit weil sich die Räder überall gleich drehen bei Juristen also jedenfalls bei mir damals obwohl ich eigentlich relativ international angelegt war Das hatte sich noch nicht in meinem Kopf festgesetzt, auch anderswo zu schauen.

00:30:36: Und ich habe dann ... Der hat mir dann empfohlen über so eine E-Mail, eine englische E- Mail Adresse, über die alle akademischen Stellen ausgeschrieben werden und da hab' ich mich dann eingetragen und hab' dann dieser Stellenangebot bekommen.

00:30:50: Da war eins dabei von der University of New England in New South Wales auf der anderen Seite hier des Kontinents.

00:30:58: Ja, man hat ja seine Sachen Fertig, muss da nur noch ein Anschreiben machen.

00:31:04: Da hab ich halt eins gemacht und hab mir jetzt mal ernsthaft nichts dabei gedacht.

00:31:08: Also nichts bedeutet... Ich habe auch meiner Frau nichts davon gesagt, dass ich mich in Australien beworben hätte.

00:31:14: Ich hab das einfach losgeschickt und mir nichts dabei gedacht.

00:31:18: Und dann kam irgendwie eine Schwarzlisting-Meldung zurück.

00:31:23: Das war ganz interessant!

00:31:25: Das, was dann stattfand hat nicht vorausgesetzt in dem Moment dass ich dort persönlich erscheine sondern lief alles über Videokonferenzen.

00:31:34: Es war wichtig weil ich hätte zu dem Zeitpunkt gar nicht gekonnt weil ich anderweitig eingespannt war und das hatte die zusätzliche Konsequenz, dass als diese Sitzungen stattfanden konnte ich nur mitten in der Nacht deutscher zeit da mein Vortrag halten und da war noch eine andere Sitzung.

00:31:50: das ging also drei vier Stunden denn ich musste am nächsten Morgen auf eine ... Ich hatte so einen Visiting-Professorship in Belgrade, ich musste da wegfliegen.

00:31:58: Ich hab das da gemacht und bin am nächsten morgen im Flieger nach Belgrad eingestiegen und habe das nicht vergessen aber nicht mehr auf dem Radar gehabt.

00:32:08: Bis die dann angeklingelt haben sie wollten mir ein Angebot machen.

00:32:14: Dann weiß ich noch, kann mich gut erinnern.

00:32:16: Ich las das per E-Mail und rief meine Frau und sagte Yvette wir müssen reden!

00:32:24: Und dann stellte sich die Frage, wie viel für alle Privatdozenten?

00:32:28: Die praktische Frage.

00:32:30: Man hat ja nur eine begrenzte Zeit um in der Professur zu ergattern.

00:32:34: und meine war weiß ich nicht mehr da waren noch Zeit nach irgendeinem Befristungsgesetz weiß ich nichts mehr.

00:32:41: ich glaube da werden noch zwei Jahre oder sowas gegangen.

00:32:43: also es war noch ein Bild.

00:32:44: aber man musste dann denken das war eine Risikoabwehr.

00:32:47: machen wir das Abenteuer ziehen um Oder sitzen wir aus und machen den klassischen und gucken, ob wir auf dem klassischen deutschen Weg da vorankommen.

00:32:57: Und dann haben wir gesagt, machen wir Abenteuer!

00:33:01: Die Frage war dann kommen wir nochmal zurück?

00:33:03: Wir hatten damals zwei Buben, die der Jüngere gerade eingeschult.

00:33:10: Da stellt man sich die Frage was bedeutet das jetzt?

00:33:13: Kommen wir noch mal zurück.

00:33:14: ich war da sehr skeptisch.

00:33:17: Deutschland ist ja sehr provinziell, was die Juristenausbildung angeht.

00:33:23: Ich glaube immer noch dass der umgekehrte Fall also in Australien wie ich nach Deutschland kaum mühlich gewesen wäre.

00:33:32: Weiß ich glaub das nicht studiert.

00:33:35: Ich war mir ziemlich sicher wenn wir mal drei vier Jahre weg sind es ist man in Deutschland weg vom Fenster.

00:33:40: Das hat sich dann nachher nicht beweisen lassen weil da Woher sich die Dinge so entwickelt haben, dass es für mich hochinteressant war hier zu bleiben.

00:33:49: Die Frage hat sie noch mal in den Kinder hier auch integriert und dann hat sich diese Frage nicht mehr gestellt.

00:33:54: Also so kam das also ohne Plan letztlich geboren aus dem wissenschaftlichen Nachwuchshabilitationen und wie man dann zu einer Stelle kommt.

00:34:02: Ist das, wenn man so will hervorgegangen?

00:34:04: Jetzt haben sie ganz viele interessante Sachen angesprochen.

00:34:07: Auch die Unterschiede vielleicht auch zwischen dem deutschen und dem australischen Hochschulsystem oder der Juristenausbildung, die Sie gerade schon als Provinziell beschrieben haben.

00:34:15: Das wollen wir mal kurz ausklammern und gleich noch darauf zurückkommen.

00:34:18: Ich würde vor allem so die ersten Jahre in Australien interessieren Also sozusagen der Moment ab dem Sie sich für das Abenteuer entschieden haben.

00:34:26: Wir packen unsere Koffer und gehen alle mal rüber nach Australien.

00:34:30: Wie haben Sie die erste Zeit erlebt?

00:34:32: Was ist Ihnen vielleicht leichter gefallen als erwartet, was war vielleicht auch schwerer.

00:34:38: Ja das ist eine interessante Frage.

00:34:43: Die Antwort hängt oft davon

00:34:44: ab

00:34:47: wie hoch man steigt und wie makroman das beobachtet.

00:34:50: also es fällt schon auf dass auf einem gewissen Level Universität ist Universität.

00:34:55: vieles von dem was abläuft ist auch nicht anders letztlich als in Deutschland.

00:35:00: Man hat Studenten, man hat Vorlesungen und man hatte die Interaktion mit den Kollegen in der Fakultät und alle diese Dinge.

00:35:10: Wenn man dann kleinteiliger heruntergeht – ich habe das aufgrund Besonderheiten, die sich relativ schnell entwickelt haben sozusagen in verstärkter Version sofort mitbekommen sind australische Universitäten deutlich hierarchischer aufgebaut.

00:35:29: Es sind zwar alles öffentliche Universitäten, mit einer Ausnahme die Bond University an der Gold Coast ist eine Privat-Uni ansonsten sind alle staatliche Universitäten.

00:35:44: Aber sie werden eigentlich alle geführt wie Wirtschaftsunternehmen.

00:35:48: Und Sie sind sehr hierarchisch aufgebaut und die Stellung in dieser Hierarchie des einzelnen Lehrenden ist eine andere, also das Level der Autonomie, den Deutschlandprofessor hat, hat man hier nicht.

00:36:13: In Deutschland sind die Professoren ja ausstattungsmäßig und statusmäßig wie Richter.

00:36:19: Und sie sind auch eher wie Richtern hier, denn hier haben diesen vergleichbaren Status mit Professoren also auch so in der Gesellschaft den haben hier die Richter aber nicht die Leute an der Uni.

00:36:36: damit einhergeht ja dass beschäftigten, wenn man will.

00:36:41: Ist ja eine Karriere.

00:36:43: also in Deutschland gibt es jedenfalls im juristischen Bereich.

00:36:47: natürlich gibt das wissenschaftliche Mitarbeiter aber praktisch keine Hauptamtlichen jedenfalls zu meiner Zeit.

00:36:52: Es gab sozusagen nur die wissenschaftlichen Mitarbeiter, die promoviert haben, die habilitiert haben vielleicht wissenschaftlicher Assistenten oder Oberassistenten waren wie ich und die die Profisur hatten.

00:37:06: Es gab also sozusagen Plantagenbesitzer und Sklav, bildlich gesprochen.

00:37:10: Während hier hat man ja eine Karriere auf der man voranschreitet.

00:37:14: Also Lecturer Senior Lecturer Associate Professor und dann ganz am Schluss wird es nicht Vollprofessor und die sind voll beschäftigt.

00:37:23: Man steigt ein als Associate Lecturer vielleicht sogar und kann sich dann auf eine Beförderung beantragen oder sich auch an einer Stelle bewerben, an einer anderen Universität um auf die nächste höhere Stufe zu kommen.

00:37:39: Wenn man denn dabei bleibt, man durchläuft diese Stufen hoch.

00:37:45: Deswegen sind mehr Leute in der Fakultät mit weniger Erfahrung.

00:37:52: Das hat man ja in Deutschland als Fakultätsmitglieder eigentlich nicht, denn alle Fakulitätsmitlider sind Professoren.

00:38:00: Also sind schon angekommen, während hier natürlich die Mitarbeiter über sich über diese Stufen hinweg und unten schwerer als oben.

00:38:12: Die Zahl der Professoren, der Full-Professors ist natürlich kleiner im Vergleich zur Gesamtzahl derer, die lehrend und forschen da tätig sind viel kleiner.

00:38:23: Also das sind dann schon Unterschiede zu einer deutschen juristischen Fakultät.

00:38:28: Interessant, jetzt haben wir doch schon über die Unterschiede zwischen Deutschland und Australien gesprochen.

00:38:32: Vielleicht noch mal auf Ihren persönlichen Werdegang zurückgekommen?

00:38:34: Was würden Sie sagen, wie lange hat es ungefähr gedauert?

00:38:37: Wenn ich richtig gerechnet habe seit ca.

00:38:39: zwanzig Jahren glaube ich in Australien tätig...

00:38:41: Uniger als zwanziger!

00:38:43: Wann haben Sie sich nicht mehr als deutscher Jurist in Australien gefühlt, sondern sich vollkommen in dieses australische System integriert mit all den Besonderheiten und Unterschieden im Vergleich zu Ihrer bisherigen deutschen Hochschulkarriere?

00:38:55: Ich weiß nicht, ob ich das so ausdrücken würde.

00:38:57: Ich will immer noch ein deutscher Jurystin Australien.

00:39:00: Auch wenn ich sozusagen mit der deutschen Juristerei jetzt natürlich über die Zeit weniger zu tun hatte.

00:39:05: am Anfang waren wir ja auch noch viel mehr im Europainstitut mit.

00:39:09: dabei ist da auch immer hingeflohen und hat da auch unterrichtet.

00:39:12: Es ist vielleicht für mich auch anders gelaufen, weil ich praktisch ein Jahr nach meiner Ankunft da aufgrund örtlicher Besonderheiten in die Leitungsfunktion gekommen bin und plötzlich für die Law School Verantwortung hatte.

00:39:27: Und das hat diese anderen Sachen den Lernprozess beschleunigt und hat gar keine Zeit gelassen über solche Sachen.

00:39:39: sich da großartig Gedanken zu machen, bin ich ein deutscher Jurist in Australien oder nicht?

00:39:43: Da mein Background als Völkerrecht zum Beispiel ist.

00:39:47: Ich habe ja auch bis zur Pandemie leertechnisch völkerecht vertreten internationales Handelsrecht vertrete am Anfang an der UNI auch den völkerrechtlichen Human Rights Kurs gemacht.

00:40:03: also die hab ich in Deutschland aufgemacht hat es sich eigentlich gar nichts geändert Und der australische Teil kam, ein genuhen australischer Teil kam hinzu relativ spät als ich nach meiner Dienstzeit hier bin.

00:40:20: Ich bin ja dann als Dean hierher gewechselt und habe diese Law School übernommen.

00:40:26: bis Anfang zwanzig neunzehn habe ich da mal Schluss gemacht und bin eigentlich seither normal im Sinne von in der Lehre und Forschung beschäftigter Professor, nicht in diesen verwaltungsnahen Leitungsfunktion.

00:40:40: Und weil das so war, hab' ich dann das australische Verfassungsrecht hier an meiner Fakultät übernommen, weil ich vom Hause aus ja eigentlich Verfasslungsrechtler bin.

00:40:50: Und eigentlich hat sich erst dann ein bisschen diese Frage gestellt – ah, hier guck mal!

00:40:54: Da ist ein Deutscher mit seinem deutschen Verfassungss… Verständnis jetzt australisches Verfassungsrecht macht.

00:41:03: Und das macht mir immer viel Spaß, dass zu vergleichen.

00:41:06: und gibt es faszinierende Dinge die ähnlich sind und andere faszinehrende Dinge, die anders sind?

00:41:13: aber da hat sich diese Frage noch mal gestellt weil ich jetzt sozusagen als Deutscher wenn man so will verfassungsrechtler plötzlich australes verfassungerecht hier unterrichtet.

00:41:23: Aber vorher hatte sich diese frage mir eigentlich so gar nicht gestellt.

00:41:27: Ich bin umgezogen.

00:41:29: Das ist ein total spannender Punkt, wenn man sich ihren Lebenslauf anschaut.

00:41:31: Sie haben es gerade selber gesagt, haben sie natürlich auch viel internationales Recht, Völkerrecht im Besonderen gemacht.

00:41:37: Auch wenn die ursprünglich eigentlich vom Verfassungsrecht kommen.

00:41:40: das ist ja für deutsche Juristen keine unspannende Frage.

00:41:43: also wäre es auch denkbar als reiner Zivilrechtler als deutscher Zivirechtler im Ausland zu arbeiten als Professor.

00:41:51: oder ist so eine gewisse internationale Ausrichtung eigentlich, ja, so eine Konditionshinequanone.

00:41:58: Also muss man unbedingt international forschen oder kann man auch als Sivirechtler Fuß fassen?

00:42:06: Man kommt natürlich immer an und ist irgendwie untypisch.

00:42:12: Ob ich das jetzt bin, ob sie das wären, weil man mit einem anderen Lebenslauf hier aufschlagen würde Das heißt, es muss also von daher ein Geschmack sein.

00:42:23: Aber ein großer Unterschied zwischen dem deutschen System und dem australischen.

00:42:29: Und man kann auch das amerikanische System eher dem Deutschen zuordnen, das australische eher dem englischen und sinnigerweise auch dem österreichischen.

00:42:39: Es wird nicht diese breite Erwarte, die man in der Lehre vertritt.

00:42:44: Die normale Berufung im juristischen Bereich ist ja, man ist Zivilrechtler.

00:42:50: Das heißt, man würde auch nur irgendwas machen was im weitesten Sinne im Zivil-Recht ist.

00:42:55: BGB handelsrecht, gesellschaftsrecht alles was dabei den angesiedelt ist zivilprozessrecht Und es ist fast undenkbar, dass das bei den Zivilrechtern einen geben könnte.

00:43:08: Der Verfassungsrecht macht und umgekehrt.

00:43:12: also da ist unser Schokoladendenken viel größer während hier eigentlich die Erwartungshaltung weit weniger breites.

00:43:19: Die schreiben auch oft und ich war ja mittlerweile in unzähligen Berufenserfahren beteiligt.

00:43:27: Die schreiben auch oft einfach nur die Stelle aus Also ohne Sachbezug, das sieht man ja in Deutschland auch selten.

00:43:34: Da wird dann schön suchen Professor für Verfassungsrecht oder Verwaltungsrecht und da werden ein paar Fachbereiche aufgezählt oder Spezialitäten aufgezählt die sich immer irgendwo im Strafrecht oder im Zivilrecht oder am öffentlichen Recht beheimaten lassen.

00:43:50: und dass die Erwartungshaltung ist viel breiter als hier sondern hier wird eigentlich nur erwartet dass man lehren kann Und die Grundhaltung etwas übertrieben ausgedrückt ist eigentlich in Australien generell.

00:44:04: Im undergraduate Bereich kann jeder, der da aufschlägt oder sollte jedenfalls jeder, wer da auf schlägt alles lehren können.

00:44:15: im juristischen Bereich das auch nicht ganz so.

00:44:17: die Leute haben natürlich ihre Felder und machen das also ich mache jetzt hier kein zivilprozessrecht oder so nicht mehr in diesem leben.

00:44:27: Aber da ist schon die Haltung etwas anders.

00:44:31: USA auch, die USA sind etwas breiter gefächert und es wird mehr erwartet von dem Betreffenden mitzubringen um so ein Fach in der Lehre zu vertreten.

00:44:44: im Englisch-Australischen Bereich sind diese Anforderungen geringer was auch damit zu tun hat dass viele dieser Leute ja vielleicht mal gerade promoviert sind Wenn sie Lecturers sind, wenn also die Karriere beginnt bringen.

00:44:56: Die Leute diese Tiefe, die in Deutschland jemanden hat der am Ende einer langen Vorbereitungszeit zum Professor berufen wird.

00:45:03: Die bringen das ja gar nicht mit sondern die sind eigentlich eher vergleichbar mit dem was als ich wissenschaftlicher Mitarbeiter wurde oder so?

00:45:11: Nicht auf der Stufe fangen die dann die Karre an während in Deutschland man wissenschaftlicher Mitarbeiter ist und sozusagen auf einem anderen Level und vergleichst du den Professoren agiert.

00:45:24: Das ist ein total spannender Punkt, da gibt es ja jetzt auch gerade diese Woche einen ziemlich prominenten Fall der bekannt wurde und zwar von Annalena Baerbock die so war's in den Nachrichten zu lesen nach ihrer Amtszeit bei den Vereinten Nation für drei Jahre an die renommierte Columbia University in New York lehren wird.

00:45:42: das wird Gerade hierzulande ziemlich kontrovers diskutiert, weil Annalena Baerbock jetzt ja auch keine klassische Hochschulkarriere gemacht hat.

00:45:50: Weder promoviert noch habilitiert ist.

00:45:53: Viele formulieren etwas spitzformuliert, dass sie von einer Art Promi-Bonus da profitieren würde.

00:46:01: Teilen Sie diese Kritik oder sollten wir in Deutschland vielleicht etwas offener für Persönlichkeiten aus der Politik und aus der Praxis an Hochschulen sein?

00:46:12: Ich teile die Kritik überhaupt nicht, das ist wirklicher Unsinn.

00:46:15: Also die Kritie zeugt von kompletter Ignoranz.

00:46:19: Das ist auch nichts Neues!

00:46:21: Wenn Sie mal schauen, wer an tollen Programmen an der Kennedy School oder Harvard oder an der Tufts University oder Columbia oder anderswo... oder auch in Deutschland die Lehre vertritt, also gehen Sie mal durch die Liste der Dozenten des Europainstituts.

00:46:40: Da finden sie da nicht Leute, die da jetzt in der Lehre oder vielleicht sogar an der Forschung herausragen gewesen sind, sondern sie finden die Leute, auf Richtamme Europäischen Gerichtshof oder Leute, die in der Kommission sich damals den Aufbaustudiengang am Europa-Institut gemacht haben.

00:46:58: Das waren wirklich tolle Leute.

00:47:01: Ich weiß noch wir hatten damals eine eigene Vorlesung zum Produkthaftungsrecht und der, der diese Veranstaltung gemacht hat war der, Also solche Leute, das ist eigentlich ganz typisch und gerade in diesem politikwissenschaftlichen, politischen Diplomatie.

00:47:19: In dem Bereich ist es auch nichts Neues, dass man auf Leute zurückgreift die Ganz viel Erfahrung im den Bereich haben.

00:47:28: wie sonst will man denn Dinge international relations diplomatische Beziehung zwischen den Staaten glaubhaft vertreten wenn man in dem Mix der leute nicht Solche hat wie Frau Baerbock oder auch Jörg Grafischer, der im Übrigen das ja auch gemacht hat.

00:47:45: Also auch schon, weiß ich nicht wie lange das hier ist, zehn Jahre, zwölf Jahre und andere und sie werden da in den Listen der entsprechenden Institutionen ganz vieles solcher Leute finden.

00:47:59: Und wenn ich einen solchen Studiengang machen wollte und viel Geld dafür bezahlen würde dann würde ich darauf verstehen, dass da nicht so Leute wie ich da nur hinkommen, ein bisschen theoretisch angehaucht.

00:48:12: Sondern da würde ich doch wollen, dass solche Leute die das kennengelernt haben, die das gemacht haben, dass sich mit denen auch in Kontakt kommen.

00:48:20: Also die Kritik ist völlig daneben.

00:48:25: Das hat nichts mit Frau Bärburg zu tun und das würde jetzt auch gelten wenn Herr Wadefuhl oder sonst einer da in ähnlicher Weise irgendwann mal aufschlägt.

00:48:34: Jetzt neigt sich unser Gespräch leider schon langsam dem Ende zu, wenn jetzt jemand zuhört der mit dem Gedanken spielt nach seinem Examen ins Ausland zu gehen.

00:48:44: Sei es endlich wie sie eine Hochschulkarriere im Ausland anzustreben oder aber auch als Anwalt oder einem Unternehmen in einer NGO zu arbeiten.

00:48:54: Wenn Sie so auf Ihre Karriere und Ihren Wechsel nach Australien zurückblicken, haben Sie einen Ratschlag, was diese Person beachten sollte.

00:49:01: Vielleicht auch gerade bei der Karrierenplanung?

00:49:04: Vielleicht noch am Anfang des Studiums?

00:49:06: Stichwort Praktika-Auslandsaufenthalte vielleicht beim Ausland geforscht zu haben.

00:49:13: Was sollten deutsche Juristen in ihrer Planung berücksichtigen, wenn sie später mal im Ausland arbeiten möchten?

00:49:20: Mein erster getan dazu ist ... Das mit der Planerei ist so eine Sache.

00:49:27: Es gilt, das ist meine Erfahrung nicht nur im Kontext meines Umzus nach Australien, sondern generell in einer Lebenserfahrung.

00:49:36: Planungen geht nur soweit.

00:49:37: Erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt.

00:49:41: Das ist nicht nur eine Trivialität, sondern es bedeutet eigentlich, dass wir auch immer ... Mein Lieber Säugen habe ich meinen Jungs gesagt, dass man sich möglichst breit aufstellt offen ist.

00:49:53: Also man muss nicht immer denken, die Dinge funktionieren immer nur so wie sie zu Hause funktionieren wo immer zuhause ist das gilt in alle Richtungen sondern man muss auch bereit sein dass da das anderswo die Dinge ganz anders sind und die auf sich zukommen lassen.

00:50:10: und wenn man jetzt natürlich eine aus international interessiert ist dann wird man vermutlich sowieso Praktika oder sonstige Möglichkeiten international, transnational tätig zu sein.

00:50:25: Im Auge haben entdecken und geneigt sein das zu machen.

00:50:29: und alle diese Erfahrungen können ja nie von Schaden sein.

00:50:33: ob sie jetzt direkt dazu führen dass man ins Ausland tatsächlich geht oder nicht ist ja ist ja sekundär.

00:50:39: aber wenn man so gepolt wird man das im Zweifelsfall sowieso machen und weniger als Ausfluss eines konkreten Plan.

00:50:48: Jetzt muss man natürlich das, was ich da sage mit Vorsicht genießen.

00:50:50: der große Planner, der strategische große Plana war ich nie und vielleicht machen das andere anders.

00:50:57: aber Ich würde schon sagen Offenheit Gelassenheit Flexibilität auch im Umgang.

00:51:04: Man stellt fest Kulturen sind anders In anderen Ländern nicht.

00:51:09: Wir lachen heute noch bei uns zu Hause drüber, dass noch im Jahr eins nach fünf Wochen meine Assistenztrainerzeit in Fußballclub meines älteren Sohnes mit einer E-Mail endete, deren Inhalt war ich bräuchte morgen nicht zu kommen und das hatte kulturelle Hintergründe weil Australien untypisch Ich den Jungs am Sonntag vorher gesagt haben was sie da zusammengekickt hätten habe mit Fußball nichts zu tun gehabt.

00:51:39: Das

00:51:40: kann man

00:51:40: in Deutschland bringen, das kann man nicht in Australien bringen.

00:51:45: Solche Sachen muss man gewappnet sein und locker sein.

00:51:51: Das ist halt so nicht.

00:51:52: Und das muss man nicht alles immer bewerten.

00:51:54: Sondern da erfreut man sich dran.

00:51:57: Spannend!

00:51:58: Vielen Dank!

00:51:58: Das war Prof.

00:51:59: Jürgen Brömer von the Murdoch University in Perth.

00:52:01: Vielen Dank für den Besuch und die spannenden Einblicke.

00:52:05: Ich danke Ihnen.

00:52:05: Herzlichen Dank, dass Sie an mich gedacht haben!

00:52:11: Damit sind wir schon am Ende unserer Sendung angekommen.

00:52:14: Wer uns eine Hörerfrage stellen möchte oder Feedback und Themenideen für unseren Podcast hat, der kann sie gerne an redaktioneinspruchetfhz.de schicken.

00:52:23: Die Hörervrage senden Sie Beteiltsprachnachricht.

00:52:26: Auf Instagram finden Sie uns unter FHZ.Einspruch.

00:52:29: auf LinkedIn unter fhzeinspruch Außerdem alle notwendigen Informationen von einem Referendariat im Justizjariate FAZ.

00:52:42: Und wie immer gilt wer hier als Referendar bei uns tätig ist, der kann sich natürlich auch gerne bei uns in eine Einspruchredaktion einbringen.

00:52:48: Fürs erste bedanken wir uns fürs Zuhören!

00:52:50: Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!

00:52:51: Auch von mir einer schönen Woche und bleiben Sie ans Buch treu.

Über diesen Podcast

Ukraine-Krieg, Datenschutz, Mord und Totschlag: Keine Woche vergeht, ohne dass neue Gesetze und Urteile die Öffentlichkeit beschäftigen. Jeden Mittwoch verhandeln wir die wichtigsten Themen im Podcast für Recht, Justiz und Politik mit ausgewiesenen Fachleuten und haben dabei stets im Blick, welche Bedeutung juristische Themen in der Praxis, aber auch für die Examensvorbereitung von Studenten und Referendaren haben.

Haben Sie Themenideen, Fragen zu aktuellen Rechtsthemen oder wollen uns Feedback geben? Wir freuen uns über Ihre E-Mail an einspruchpodcast@faz.de.

Alle Folgen können Sie jederzeit auch hier hören: https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-einspruch-podcast

von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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